Fränkische Schweiz

Tote Krähen aufgehängt: Makaberes Schauspiel in der Fränkischen Schweiz sorgt für Entsetzen

Tote Krähen baumeln kopfüber an einem Feld in der Fränkischen Schweiz zwischen Pinzberg und Gosdorf. Sie sollen ihre Artgenossen abschrecken.

Makaberes Schauspiel in der Fränkischen Schweiz: Zwischen Pinzberg und Gosdorf hängen seit Kurzem tote Krähen an einem Feld.

Andere Krähen sollen so abgehalten werden, Saatgut und Gemüsebestände von den Äckern zu klauen.

Tote Krähen aufgehängt: Abschreckung in der Fränkischen Schweiz

Eine Spaziergängerin hat an einem Feldweg zwischen Pinzberg und Gosberg tote Krähen entdeckt, die kopfüber aufgehängt wurden. An den Beinen wurden die toten Krähen von Pinzberg zusammengebunden und dann an Stöcken oder Seilen aufgehängt. Die Flügel der toten Tiere baumeln schlaff vom Körper weg. Ein anderer makaberer Fall hat in Franken für Aufsehen gesorgt: Dort wurde ein Schaf auf einer Weide geschlachtet und nur das blutige Fell blieb zurück.

Rechtlich bewegt sich der Eigentümer auf sicherem Terrain – zumindest, so lange die Vögel von professionellen Jägern geschossen wurden. Und das ist von Juli bis März in Bayern erlaubt. In diesem Zeitraum dürfen Rabenvögel bejagt werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Seuche geht bei den verwesenden Raben gegen null. Eine Anfrage an das Landratsamt Forchheim zu den Umständen der toten Krähen blieb bisher unbeantwortet.

Tierschützer über tote Krähen: „Das schreit für mich zum Himmel“

Anders sehen das die Tierschützer. Helmut Schmitt, Vorsitzender der Kreisgruppe Forchheim im Landesbund für Vogelschutz, kann die Jagd auf Krähen nicht nachvollziehen. Und das Gebaren um die toten Vögel schon gleich gar nicht. „Das schreit für mich zum Himmel. Kinder, die hier entlang kommen, bekommen den Schreck ihres jungen Lebens“, sagt er.

„Die Bestände der Krähen nehmen nicht zu. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Deshalb macht für mich die Jagd auf diese Tiere auch überhaupt keinen Sinn.“ Auch die Behauptung, dass Krähen für dezimierte Bestände anderer Tierarten verantwortlich seien, weist Schmitt zurück. „Ganz in Gegenteil. Krähen sind Aasfresser und fressen auch Schädlinge.“

Tote Krähen auf Feldern gab es schon im Mittelalter

Wenn Vögel schon vertrieben werden müssen, dann befürwortet Schmitt andere Methoden. Buntes Papier, das sich auffällig im Wind bewegt oder Reflektoren, die das Sonnenlicht zurückwerfen. All das sei wesentlich besser als das Aufhängen toter Krähen.

Schon seit vielen Jahrhunderten wollen Bauern mit toten Krähen Unheil von ihren Äckern abhalten. Auch heute sind offenbar noch Landwirte von dieser Art der Abwehr überzeugt.