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Zahlen, Daten, Fakten: So wird das Regionale Innovationszentrum (RIZ) Bayreuth
Ein Leuchtturmprojekt für Oberfranken nimmt Form an: Am Campus der Universität Bayreuth entsteht mit den Zwillingsgebäuden RIZ und E&I ein Zentrum für Unternehmertum. Wo heute noch geplant wird, sollen ab 2028 innovative Start–ups und wissenschaftliche Expertise unter einem Dach verschmelzen.
Von der Theorie direkt in die Praxis – dieser Weg wird für Gründer in Bayreuth bald deutlich kürzer. Mit dem Neubau des Regionalen Innovationszentrums (RIZ) und des Instituts für Entrepreneurship & Innovation (E&I) schaffen der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth, der Landkreis und die Universität eine gemeinsame Plattform, um die Wirtschaftskraft in Oberfranken nachhaltig zu stärken. Auf knapp 1.800 Quadratmetern Gesamtnutzfläche entsteht ein fünfgeschossiges Gebäudeensemble, das weit mehr als nur Büroraum bietet.
Architektur der Synergien: So sehen die Neubauten aus
Das optische Erscheinungsbild folgt einem klaren „Werkstattcharakter“. Während das E&I im Hintergrund in markantem Rot erstrahlt, bildet das RIZ das funktionale Herzstück für die jungen Unternehmen. Die Architektur ist auf maximale Vernetzung ausgelegt: Die Gebäude überschneiden sich baulich und sind auf fast allen Stockwerken durch Durchgänge verbunden.
Im Erdgeschoss schlägt das soziale Herz des Komplexes. Eine Cafélounge mit angrenzendem Loungebereich dient nicht nur der Verpflegung, sondern soll als Veranstaltungsort Unternehmer, Studierende und Gründer zusammenbringen. Im Sommer lässt sich dieser Bereich nach außen erweitern, um den Campus–Charakter zu unterstreichen.
Ein fließender Übergang in den Campus–Raum
Der Neubau fügt sich sensibel in die bestehende Struktur der Universität ein. Gegenüber dem Vorlesungsgebäude der Rechtswissenschaften entsteht ein neuer, „fluider“ Landschaftsraum. Das bedeutet: sanfte Steigungen statt technischer Rampen und grüne Inseln mit wechselnder Vegetation, die zu informellen Gesprächen einladen.
Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Gebäude wird in einer modernen Holz–Stahl–Hybridbauweise errichtet. Diese kombiniert die Robustheit von Stahl mit der CO2–Neutralität von Holz. Sichtbeton und Recyclingholz im Inneren sowie eine Photovoltaik–Anlage auf dem Dach unterstreichen den ökologischen Anspruch. Sogar an die Infrastruktur für Pendler ist gedacht: 66 PKW–Stellplätze (fünf davon barrierefrei) und großzügige Fahrradabstellplätze in der Nähe von Umkleiden und Duschen fördern die klimafreundliche Anreise.
Vom Hörsaal zum Exit: Das Konzept der „agilen Arbeitswelten“
Das Besondere an dem Projekt ist die inhaltliche Verzahnung. Das E&I (Institut für Entrepreneurship & Innovation) liefert das theoretische Fundament. Unter der Leitung von Dr. Petra Beermann und Experten wie Matthias Baum oder Eva Jakob werden hier die nötigen „Skills“ vermittelt. Vier Lehrstühle sowie der KarriereService der Uni finden hier ihre Heimat.
Sobald eine Geschäftsidee marktreif ist, folgt der logische Schritt ins RIZ. Hier stehen 46 Einheiten für Gründer bereit:
- 20 Plätze im Coworking–Space: Ideal für die frühe Phase.
- 26 Büroeinheiten: Von der 13–Quadratmeter–Zelle für Solostarter bis zum 60–Quadratmeter–Büro für Teams von bis zu acht Personen.
Dank flexibler Systemtrennwände können die Flächen mit dem Erfolg der Start–ups mitwachsen. „Man will sich nicht nur an Studierende richten, sondern auch an Start–ups oder Menschen aus dem Handwerk, die sich selbstständig machen wollen“, betont Eva Bär, Kultur– und Wirtschaftsreferentin der Stadt Bayreuth. Das Ziel ist eine bidirektionale Kette: Wer im RIZ gründet, bleibt mit der Expertise im E&I verbunden.
Zeitplan: Wann geht es los?
Die Vorfreude am Campus ist groß, auch wenn noch etwas Geduld gefragt ist. Ein Generalunternehmer ist beauftragt. Der Spatenstich ist für das dritte oder vierte Quartal 2026 geplant. Wenn die Bauarbeiten planmäßig verlaufen, wird das RIZ im zweiten Halbjahr 2028 seine Pforten öffnen. Dann soll das Zentrum zum neuen „Hotspot“ für Innovationen werden, der weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt.
Das Projekt auf einen Blick
- Nutzfläche: ca. 1.800 m²
- Kapazität: 46 Gründungs–Entitäten (Coworking & Büros)
- Bauweise: Holz–Stahl–Hybrid mit PV–Anlage (27 kW)
- Beteiligte: Uni Bayreuth, Stadt Bayreuth, Landkreis, Freistaat Bayern
- Fertigstellung: Voraussichtlich 2. Halbjahr 2028











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Von links nach rechts: Friedrich Hartung, Geschäftsführer des BBC Bayreuth; Felix Hilgart, der neue Sportdirektor; Martin Kerner, 1. Vorsitzender des BBC Bayreuth e.V.. © BBC Bayreuth