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VAGABUNDUS im Friedrichsforum zieht Publikum ins Ritual
Migration wird oft nur in Zahlen erzählt. Der preisgekrönte mosambikanische Choreograf Ídio Chichava macht daraus etwas anderes. Mit seinem Stück „VAGABUNDUS“ lädt er das Publikum in Bayreuth zu einem gemeinsamen Ritual aus Tanz und Gesang ein.
Am 13. August um 20 Uhr zeigt das Friedrichsforum in Bayreuth die Tanzperformance VAGABUNDUS. Verantwortlich dafür ist der mosambikanische Choreograf und Tänzer Ídio Chichava, der mit seiner Compagnie Converge+ nach Bayreuth kommt. Im Rahmen der Tanzwerkstatt Europa treffen dabei Tradition und Gegenwart aufeinander.
Ein Ritual zwischen Bühne und Publikum
Chichava selbst beschreibt sein Stück als „energiegeladen“. Tanz und Gesang laufen darin gleichzeitig ab und verschmelzen zu einer Einheit. Wer kommt, wird laut dem Choreografen Teil des Geschehens:
„Wir werden ein Ritual kreieren, ein Ritual von den Tanzenden zum Publikum, das Publikum zu den Tanzenden. Komm und sing mit uns, tanz mit uns!“
Die Aufführung von VAGABUNDUS findet am 13. August um 20 Uhr im Friedrichsforum Bayreuth statt.
Worum es in VAGABUNDUS geht
Migration ist so alt wie die Menschheit selbst. Trotzdem reduzieren viele Erzählungen das Thema auf Zahlen, Krisen oder Grenzen. Laut dem Veranstalter Friedrichsforum nähert sich Chichava dem Thema stattdessen über den Körper, denn dieser trägt Erinnerung, Identität und gemeinschaftliche Energie in sich.
In VAGABUNDUS verbinden sich Tanz und Gesang zu einem kraftvollen Ausdruck von Herkunft, Verlust und Zusammenhalt. Inspiriert von den Ritualtänzen der Makonde erschafft Chichava gemeinsam mit 13 Tänzerinnen und Tänzern einen pulsierenden „globalen Körper“. Darin verbinden sich einzelne Menschen durch Bewegung und Stimme miteinander.
Auf aufwendige Kulissen oder technische Effekte verzichtet die Performance. Stattdessen entfalten traditionelle und zeitgenössische mosambikanische Lieder, Gospel-Elemente und barocke Motive ihre Wirkung. Zusammen erzählen sie vom Leben als ständiger Reise, von Migration, Gemeinschaft und dem menschlichen Bedürfnis nach einem Platz in der Welt.
Der Choreograf hinter dem Stück
Ídio Chichava stammt aus Mosambik und arbeitet als Tänzer und Choreograf. Sein Stil verbindet traditionelle mosambikanische Einflüsse, etwa die Rituale der Makonde, mit zeitgenössischem Tanz. 2024 erhielt er dafür eine besondere Anerkennung: den SEDA – European Dance Award, den weltweit höchstdotierten Preis für zeitgenössischen Tanz.
Seine Compagnie Converge+ tourt bereits erfolgreich durch Europa. So war die Gruppe vor Kurzem unter anderem in der Münchner Muffathalle zu Gast, einem der bekannten Kunst- und Kulturtreffpunkte der Stadt. Nun führt die Reise weiter nach Bayreuth.
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