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Vape-Alarm in Oberfranken: Diese Liquids können lebensgefährlich sein
In Oberfranken tauchen immer häufiger illegale „Baller-“, „Zombie-“ oder „Görke-Liquids“ auf, die synthetische Drogen enthalten. Die Polizei warnt Jugendliche eindringlich: „Lass die Finger davon.“
Inhaltlich stammen diese „Zombie-“, „Baller-“, „Görke-“ oder „C-Liquids“ aus derselben Stoffgruppe wie frühere künstliche Cannabis-Drogen, die früher etwa als „Spice“ in Kräutermischungen verkauft wurden, heute werden sie vermehrt als Liquid in Vapes konsumiert.
Diese Substanzen sind nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten. Dennoch werden sie oft in bunten, schlecht gekennzeichneten Fläschchen verkauft und wirken auf den ersten Blick harmlos.
Allein im Norden Oberfrankens, im Raum Hof, kam es in den vergangenen Wochen zu elf medizinischen Notfällen nach dem Konsum solcher Liquids. Die Polizei schlägt Alarm und startet eine Präventionskampagne.
Klarer Appell der Polizei
Die Behörden sehen die Entwicklung als ernsthafte Gefahr. Deshalb richtet die Polizei einen eindeutigen Appell an Jugendliche: Die Liquids nicht ausprobieren und niemals an fremden Vapes ziehen.
„Lass die Finger davon.“
Warum die Liquids so gefährlich sind
Die Liquids enthalten sogenannte „Research Chemicals“. Das sind synthetisch hergestellte Stoffe mit oft unbekannter Zusammensetzung. Deshalb weiß niemand genau, welche Wirkung ein Produkt hat. Schon ein einziger Zug kann starke Reaktionen auslösen, teilt die Polizei mit.
Mögliche Folgen sind:
- Halluzinationen und Kontrollverlust
- Herzrasen und Bluthochdruck
- Krampfanfälle, Angst- und Panikattacken
- Wahnvorstellungen oder Psychosen
- Kreislaufzusammenbrüche und lebensbedrohliche Zustände
Manche Schäden können dauerhaft bleiben.
Die Polizei empfiehlt: Wer nach dem Konsum gesundheitliche Beschwerden wie Übelkeit, Angstzustände, Herzrasen oder ähnliche Symptome verspürt, soll sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Konsum ist strafbar – auch Besitz hat Folgen
Da die Liquids verbotene Substanzen enthalten, machen sich Händler und Konsumenten strafbar. Ermittlungsverfahren, hohe Bußgelder oder der Entzug der Fahrerlaubnis können folgen. Zudem gilt in Deutschland: Rauchen und Dampfen sind erst ab 18 Jahren erlaubt.
Eltern sollen deshalb aufmerksam bleiben und mit ihren Kindern über die Risiken sprechen. Ebenso warnt die Polizei davor, E-Zigaretten oder Liquids von anderen Personen zu verwenden.
Präventionskampagne soll Jugendliche schützen
Die Polizei startet gemeinsam mit der Stadt Hof eine mehrstufige Präventionskampagne. Sie richtet sich an Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte. Informationsschreiben, Online-Materialien, Schulplakate mit QR-Codes sowie Präventionsunterricht sollen aufklären. Gleichzeitig führt die Polizei weiterhin Schwerpunktkontrollen durch.
Laut Kriminalpolizei-Leiter Uwe Müller wirkt Prävention besonders dann, „wenn die Informationen und Botschaften aus mehreren Richtungen bestätigt werden“.
Oberbürgermeisterin Eva Döhla betont die gemeinsame Verantwortung:
„Prävention lebt von Zusammenarbeit. Wenn wir Eltern, Schulen und Institutionen frühzeitig informieren, schaffen wir die Grundlage dafür, Jugendliche wirksam zu schützen.“












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