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Blaulicht

Verfolgungsjagd mit Baby an Bord

Eine nächtliche Verfolgungsfahrt im Landkreis Hof nahm für einen 19-jährigen Autofahrer ein abruptes Ende: Nach einer riskanten Flucht vor der Polizei blieb sein BMW in einem verschneiten Feld stecken. Im Fahrzeug befanden sich zudem eine Minderjährige und ein Säugling.

Polizeikontrolle eskaliert auf Staatsstraße

 Gegen 23:25 Uhr bemerkte eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Münchberg einen BMW an der Ampelanlage an der Ausfahrt des Autohofs. Die Beamten entschlossen sich, das Fahrzeug einer Kontrolle zu unterziehen. Als der Wagen auf der Staatsstraße in Richtung Helmbrechts unterwegs war, gaben die Polizisten Anhaltesignale. Der Fahrer reagierte jedoch nicht und beschleunigte stattdessen stark.

Verfolgungsfahrt mit bis zu 170 km/h

Der 19-jährige Fahrer setzte seine Fahrt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fort und erreichte laut Polizeiangaben Geschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometern pro Stunde. Auch im Stadtgebiet von Helmbrechts reduzierte er sein Tempo nicht. Durch das Befahren enger Straßen und abruptes Abbiegen versuchte er, die Streife abzuschütteln.

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Mehrere Straßensperren und riskante Manöver

Währenddessen wurden weitere Polizeistreifen zur Unterstützung hinzugezogen. Der Flüchtende verließ Helmbrechts über die Schwarzenbacher Straße in Richtung Döbra und bog kurz nach dem Ortsteil Haidengrün in Richtung Marlesreuth ab. Dort hatten Einsatzkräfte eine Straßensperre errichtet. Trotz kurzzeitigen Abbremsens durchbrach der Fahrer die Sperre, fuhr durch Gärten, einen Graben und über ein Feld und setzte seine Flucht fort.

Auch eine weitere Straßensperre konnte den BMW nicht stoppen. Erst beim dritten Versuch, über ein Feld zu entkommen, blieb das Fahrzeug schließlich auf einem verschneiten Feldweg zwischen Marlesreuth und Selbitz stecken.

Säugling im Fahrzeug entdeckt

Die Einsatzkräfte zogen den Fahrer aus dem Auto und legten ihm Handschellen an. Dabei stellten sie fest, dass sich neben einer 17-jährigen Beifahrerin auch ein sechs Monate alter Säugling im Fahrzeug befand. Die Beamten zeigten sich erleichtert, dass es während der Verfolgungsfahrt zu keinen Personenschäden gekommen war. Nach eigenen Angaben hatten sie den Einsatz stets unter dem Aspekt der Verhältnismäßigkeit geführt, um unbeteiligte Personen nicht zu gefährden.

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Fahrer ohne Führerschein unterwegs

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 19-Jährige nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Ihn erwarten nun Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie ein Strafverfahren wegen eines unerlaubten Kraftfahrzeugrennens.