Ausbildungsstart 2020

Viele Ausbildungsplätze bleiben in Oberfranken wegen Corona unbesetzt

In Oberfranken haben im September 2020 wesentlich weniger Schulabgänger mit einer Ausbildung begonnen als noch im Vorjahr. Laut IHK Oberfranken kommen auf jeden unversorgten Bewerber 3,4 unbesetzte Ausbildungsplätze.

Im Vergleich zum Vorjahr haben deutlich weniger Schulabgänger in Oberfranken mit einer Ausbildung begonnen. Auf jeden unversorgten Bewerber kommen 3,4 unbesetzte Ausbildungsplätze. Einer derjenigen, der eine Ausbildungsstelle besetzt, hat nicht unbedingt das typische Azubi-Alter. Er ist 42 Jahre alt und will Zimmerer werden.

Oberfranken fehlen Azubis

„Die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse liegt bei den IHK-Mitgliedsunternehmen um fast ein Viertel unter dem Vorjahreswert“, sagt Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth. Bis Ende August wurden 2.592 neue Ausbildungsverträge bei der IHK für Oberfranken Bayreuth unterschrieben. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt noch 3.407. „Jetzt könnte man denken, dass liegt daran, dass coronabedingt weniger Ausbildungsplätze angeboten werden als vor Jahresfrist“, sagt Bernd Rehorz, Leiter der beruflichen Bildung bei der IHK. „Es werden zwar etwas weniger Lehrstellen angeboten als 2019, wir haben aber weiterhin spürbar mehr unbesetzte Ausbildungsplätze, als unversorgte Bewerber.“

Fast 3.000 unbesetzte Ausbildungsstellen in Oberfranken

Zum Start des Ausbildungsjahres bleibt weiterhin eine Vielzahl an Ausbildungsplätzen unbesetzt. Aktuell meldet die Agentur für Arbeit für Oberfranken 2.955 unbesetzte Ausbildungsstellen bei 881 unversorgten Bewerbern. Auf jeden unversorgten Bewerber kommen damit zum 31. August 3,4 unbesetzte Ausbildungsplätze. Zum Vergleich: Im Bundesgebiet liegt der Wert gerade einmal bei 1,6.

Ausbildungsbeginn immer noch in Oberfranken möglich

Es gibt zwei Hauptgründe dafür, dass immer noch so viele Ausbildungsplätze unbesetzt sind, laut Hohenner. „Zum einen die Auswirkungen des Lockdowns. Eine Berufsorientierung fand praktisch nicht statt, es konnten kaum Praktika angeboten werden, fast alle Ausbildungsmessen sind ausgefallen, Bewerbungsgespräche wurden oft erst gar nicht vereinbart.“ Dazu komme eine starke Verunsicherung bei den Schulabgängern. In vielen Hinterköpfen ist fälschlicherweise verankert, dass es coronabedingt keine Ausbildungsplätze gebe. Hohenner: „Das ist so nicht richtig: Viele Unternehmen suchen weiterhin Auszubildende in fast allen Berufsfeldern!“ Sie appelliert an die Schulabgänger, sich noch zu bewerben. „Auch wenn das Ausbildungsjahr bereits offiziell begonnen hat, ein Ausbildungsbeginn in den kommenden Wochen ist jederzeit noch möglich.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

 Redaktion