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Stadt Bayreuth

Nach Kritik am neuen Standort: Viktualienmarkt ab Dienstag wieder auf dem Marktplatz

Nach heftigen Umsatzeinbußen und deutlicher Kritik der Marktbeschicker lenkt die Stadt ein: Der Viktualienmarkt soll schon kommende Woche wieder auf dem Marktplatz stehen.

Update vom 28. November: Viktualienmarkt wieder auf dem Stadtparkett

Für den Konflikt um die Verlegung des Viktualienmarktes von der Maximilianstraße auf den Prager Platz an der Rotmainhalle scheint es nun doch eine kurzfristige Lösung zu geben: Der Viktualienmarkt soll ab Dienstag, den 2. Dezember, wieder auf dem Marktplatz stattfinden. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Bayreuth hervor.

„Bei den Vorbereitungen zum Weihnachtlichen Bayreuth wurde aufgrund der unterschiedlichen Öffnungszeiten von Christkindles- und Viktualienmarkt mit den Händlern die gemeinsame Entscheidung getroffen, den Viktualienmarkt versuchsweise auf den Prager Platz zu verlegen“, sagt Oberbürgermeister Thomas Ebersberger.

Denn die Händler können den Marktplatz aufgrund der Sicherheitsabsperrungen für den Weihnachtsmarkt erst um 19:30 Uhr verlassen. Diese Einschränkung nehmen die Händler nun in Kauf und sind am Dienstag wieder auf dem Marktplatz, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Artikel vom 27. November: Verlegung sorgt für massive Umsatzeinbußen und Existenzsorgen

Die Verlegung des traditionellen Viktualienmarkts aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen rund um den Christkindlesmarkt sorgt für erheblichen Unmut unter den Marktbeschickern. Obwohl die Händler grundsätzliche Verständnis für notwendige Sicherheitsmaßnahmen zeigen, gilt die aktuelle Situation für viele als „nicht tragbar“: mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen.

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger meldet sich Florian Pausch von der Bäckerei Feulner stellvertretend für alle Händler erneut zu Wort. Der Tenor ist eindeutig: Die Verlegung auf den Platz vor dem Rotmain-Center hat den Marktbetrieb faktisch zum Erliegen gebracht.

Leere Stände und fehlende Kundschaft: „Die Situation ist schlicht untragbar“

Die Zahlen sprechen für sich. Laut Pausch waren am letzten Markttag nur noch drei Marktbeschicker am Ausweichstandort vertreten. Die überwiegende Mehrheit gab demnach bereits nach der ersten Woche auf; das sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Verlegung nicht funktioniert.

Die Umsätze seien so niedrig, dass sie weder die Betriebskosten noch die Personalausgaben decken könnten. Aus der Stadtverwaltung haben die Händler zuletzt folgende Nachricht bekommen:

„Sofern sich der Umsatz gegenüber den Betriebs- und Personalkosten nicht trägt, können wir nur vorschlagen, die Übergangszeit zu überbrücken und erst wieder am 30.12.2025 wie gewohnt in der Maximilianstraße dem Viktualienmarkt beizuwohnen.“

Für die Betroffenen ist dieser Vorschlag jedoch kein gangbarer Weg.

Personalmangel, Jahresplanung, Stammkundschaft: Händler warnen vor langfristigen Folgen

Pausch betont drei zentrale Risiken:

  • Fachkräfteverlust: Kurzfristige Freistellungen gefährden wertvolle Mitarbeitende. Das ist fatal in einer Branche, die ohnehin unter Personalmangel leidet.
  • Finanzielle Belastung: Die Umsatzausfälle im Dezember beeinflussen das gesamte Geschäftsjahr negativ.
  • Ungewisser Neustart: Niemand könne garantieren, dass der Viktualienmarkt nach dem 27. Dezember wieder wie gewohnt anlaufe.

Die Marktbeschicker hatten ursprünglich vereinbart, die Auswirkungen der neuen Standortregelung für ein bis zwei Wochen zu beobachten. Das Ergebnis: verheerend. Der Versuch, trotz der Verlegung den Betrieb aufrechtzuerhalten, sei gescheitert.

„Platzierung wäre möglich gewesen“: Händler kritisieren fehlende Alternativenprüfung

Besonders frustriert zeigt sich Pausch darüber, dass verschiedene alternative Standortvorschläge nicht berücksichtigt wurden. Laut Schreiben hätten mehrere Optionen zur Verfügung gestanden:

  • eine Platzierung in Verlängerung des Winterdorfes gegenüber dem Zollhaus mit alternativen Parklösungen,
  • oder sogar die Opernstraße am Brunnen.

All diese Varianten wären aus Sicht der Händler besser geeignet gewesen als der aktuelle Standort und hätten die wirtschaftliche Katastrophe möglicherweise verhindern können.

„Dieses Jahr wird nichts mehr geändert“ – Händler fühlen sich übergangen

Als „Schlag ins Gesicht“ empfinden es die Beschicker, dass trotz frühzeitig geäußerter Bedenken letztlich keine Anpassungen mehr vorgenommen wurden. Pausch betont, dass Kritik und Warnungen der Händler bereits vor der Entscheidung vorlagen, diese jedoch ohne Konsequenz blieben.

Besonders bitter: Die Verwaltung stellt für 2026 Verbesserungen in Aussicht, was die Frage aufwirft, warum diese Optimierungen nicht bereits 2025 umgesetzt wurden.

„Für die Verwaltung mag es ein Vorgang sein. Für uns ist es unsere Existenz“, heißt es im Schreiben.

Fazit: Viktualienmarkt in der Krise: schnelle Lösungen nötig

Die aktuelle Situation gefährdet den Fortbestand des Viktualienmarkts unmittelbar. Mit dramatischen Umsatzrückgängen, leerstehenden Ständen und existenziellen Sorgen stehen die Händler vor einem Wendepunkt.

Die Beschicker appellieren an die Stadt, kurzfristig Lösungen zu finden bevor der Viktualienmarkt, ein traditionsreicher Bestandteil der Innenstadt, nachhaltig Schaden nimmt.