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Starker Kaffee – starke Nerven: Sperrung der Bahnlinie nach Nürnberg könnte bis Februar andauern
Pendler müssen sich länger gedulden: Nach neuen Angaben aus einem Gespräch mit Politik und Bahn soll es noch bis Februar 2026 zu Einschränkungen auf der Strecke zwischen Bayreuth und Nürnberg kommen. Heute morgen (26.9.2025) gab es am Hauptbahnhof in Bayreuth Kaffee für die Pendler.
Die Bahnstrecke zwischen Bayreuth und Nürnberg soll voraussichtlich bis Februar 2026 gesperrt bleiben. Diese Information stammt aus einem Gespräch von Bundestagsabgeordneter Silke Launert mit dem Bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter, Parlamentarischem Staatssekretär Ulrich Lange sowie Vertretern der Deutschen Bahn.
Streckensperrung bis Februar?
In einer Mitteilung aus Launerts Büro heißt es: „Kurzfristige Ertüchtigungsmaßnahmen an kritischen Stellen, die voraussichtlich bis Februar 2026 abgeschlossen sein sollen, sodass der Betrieb dann wieder an allen Streckenabschnitten vollständig aufgenommen werden kann.“
Auf der Internetseite der Deutschen Bahn ist bislang allerdings weiterhin der 2. November 2025 als Ende der Sperrung angegeben. Auf Nachfrage des bt wollte die Bahn keine genaueren Angaben machen.
Ersatzneubau von 18 Brücken geplant
Neben den kurzfristigen Reparaturen kündigte die Bahn einen langfristigen Ersatzneubau von insgesamt 18 Brücken an. Fertiggestellt werden sollen diese zwischen 2030 und 2032.
Ersatzfahrplan ab Mittwoch einsehbar
Für Fahrgäste gibt es zumindest etwas Planungssicherheit: Ab Mittwoch soll der Ersatzfahrplan in der Bahn-App „DB Navigator“ erscheinen, ab Donnerstag werden die Buskapazitäten vollständig ausgebaut.
Elektrifizierung als gemeinsames Ziel
Launert hob hervor, dass auch die Elektrifizierung der Strecke nun endlich breite Unterstützung finde: „Es besteht Einigkeit, dass wir in die Elektrifizierung einsteigen müssen – zunächst bis nach Neuhaus, am besten gleich nach Schnabelwaid.“ Finanziert werden soll das Projekt über verschiedene Töpfe: Während der Brückenneubau aus dem neuen Sondervermögen bezahlt wird, muss die Elektrifizierung als Bedarfsplanprojekt im Bundeshaushalt verankert werden.
Schon gelesen? Streckensperrung zwischen Bayreuth und Nürnberg sorgt für Kritik – aber auch für Chancen.
Verzögerungen durch Denkmalschutz und fehlende Finanzierung
Dass die Brücken über die Pegnitz erneuert werden müssen, ist längst klar. Bereits vor über 15 Jahren hat die Deutsche Bahn eine umfassende Erneuerung der 23 Pegnitzbrücken geplant. „Wir wollten bis Ende 2016 alle Brücken vollständig erneuern“, erklärt eine Sprecherin der Bahn auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts. Doch damals verhinderten mehrere Faktoren den zügigen Fortschritt:
- Finanzierungslücken: Die damalige DB Netz AG erhielt keine klassische Bundesfinanzierung für den Erhalt der Infrastruktur.
- Denkmalschutzauflagen: Im Planfeststellungsverfahren bekam die Bahn kein Baurecht, da die Belange des Denkmalschutzes Vorrang hatten.
Diese Verzögerungen führten dazu, dass bis heute lediglich fünf Brücken modernisiert werden konnten.
Und warum dann jetzt plötzlich die Vollsperrung?
Bei aktuellen Detailuntersuchungen haben Ingenieure „Unregelmäßigkeiten an Widerlagern, Fundamenten und der Untergrundbeschaffenheit festgestellt“, so die Bahnsprecherin weiter. Um die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten, reagierte die DB InfraGO sofort mit einer Vollsperrung.
Engmaschige Überwachung als Sicherheitsnetz
Um die Sicherheit trotz des Sanierungsstaus zu gewährleisten, setzte die Bahn auf engmaschige Kontrollen. „Wir haben die Untersuchungszeiträume auf vierteljährlich verkürzt und technische Monitoringsysteme zur Echtzeitüberwachung eingebaut“, betont die Bahnsprecherin. So konnten Risiken lange Zeit kompensiert werden – bis die aktuellen Untersuchungen jetzt Handlungsbedarf zeigten.
Wie es jetzt weitergeht
Die Deutsche Bahn prüft derzeit die Ergebnisse der Spezialgutachten. „In den nächsten zwei Wochen bewerten wir die Detailuntersuchungen, leiten bauliche und technische Maßnahmen ein und erarbeiten ein Konzept für die Wiederaufnahme des Zugbetriebs“, so die Sprecherin. Einen genauen Termin für die Wiedereröffnung der Strecke nannte die Bahn bislang nicht.
Auswirkungen für Fahrgäste
Reisende zwischen Bayreuth, Pegnitz und Nürnberg müssen sich vorerst auf Ersatzverkehr einstellen. Die Deutsche Bahn empfiehlt, vor Fahrtantritt aktuelle Informationen im DB Navigator oder auf bahn.de zu prüfen.
FAQ zur Vollsperrung der Bahnstrecke Bayreuth–Nürnberg
Warum ist die Bahnstrecke Bayreuth–Nürnberg gesperrt?
Weil Ingenieure bei Detailuntersuchungen Unregelmäßigkeiten an den historischen Pegnitzbrücken festgestellt haben. Um die Sicherheit zu gewährleisten, sperrte die Deutsche Bahn die Strecke kurzfristig.
Wie lange dauert die Vollsperrung der Bahnlinie?
Die Deutsche Bahn prüft die Untersuchungsergebnisse innerhalb von zwei Wochen und erarbeitet dann ein Konzept für die Wiederaufnahme des Zugverkehrs. Ein genaues Enddatum steht aktuell nicht fest.
Welche Rolle spielt der Denkmalschutz bei den Pegnitzbrücken?
Der Denkmalschutz führte in der Vergangenheit zu Verzögerungen bei der Sanierung. In früheren Planfeststellungsverfahren erhielt die Bahn kein Baurecht, um die Brücken schneller zu erneuern.
Welche Brücken sind bereits modernisiert?
Von den insgesamt 23 Pegnitzbrücken konnten bislang fünf vollständig erneuert werden.
Welche Alternativen gibt es für Fahrgäste?
Die Deutsche Bahn setzt einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Fahrgäste finden aktuelle Verbindungen im DB Navigator und auf bahn.de.












Ein Sattelzug hat auf der A70 bei Scheßlitz Feuer gefangen. @News5/Ferdinand Merzbach
Schwarzmeer Kosaken Chor @Rainer Ludwig