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Wagner-Museum feiert 50. Geburtstag mit eigenem Buch
Zum 50. Jubiläum des Richard Wagner Museums hat Museumsdirektor Sven Friedrich ein eigenes Buch veröffentlicht. Entstanden ist ein reich bebildertes Werk auf Grundlage zahlreicher Archivquellen, ergänzt durch persönliche und humorvolle Einblicke sowie Anekdoten aus seinen 33 Jahren als Museumsdirektor.
Das Richard Wagner Museum in Bayreuth feiert im Rahmen des 150. Jubiläums der Bayreuther Festspiele in diesem Jahr auch sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Wahnfried, 50 Jahre Richard Wagner Museum 1976 bis 2026“ und ist druckfrisch pünktlich zur Festspielsaison erschienen.
Die Idee dazu kam Friedrich allerdings reichlich spät. Erst im Dezember sei ihm klar geworden, dass zum runden Jubiläum auch etwas Bleibendes entstehen sollte. Wörtlich sagt er dazu, das Museum habe zuvor „vor lauter Bäumen den Wald“ nicht gesehen, weil die Organisation und Finanzierung der Veranstaltungen zum 150. Jubiläum die gesamte Aufmerksamkeit beanspruchten.
Wie aus einer spontanen Idee ein Buch wurde
Zwischen den Feiertagen fasste Friedrich schließlich den Entschluss und rief kurz nach Dreikönig beim Deutschen Kunstverlag an, mit dem das Museum bereits zwei frühere Projekte realisiert hatte. Seine Anfrage kam allerdings reichlich kurzfristig, denn das Buch sollte unbedingt noch zur Festspielzeit im Sommer vorliegen.
Insgeheim habe er sogar gehofft, dass der Verlag absagt, gibt Friedrich mit einem Augenzwinkern zu. Dann wäre die Sache erledigt gewesen, ohne dass er sich über die verpasste Gelegenheit hätte ärgern müssen. Doch der Verlag entschied anders. Nach kurzem Nachdenken habe sie ihm gesagt, das sei „sportlich, aber möglich“.
Damit war die Entscheidung gefallen. Für das Manuskript blieben Friedrich knapp acht Wochen, das Lektorat musste bereits Mitte März vorliegen. Geschrieben hat er vor allem an den Wochenenden, wie er selbst einräumt durchaus „im Hinblick auf die Arbeitszeitordnung der Stadt Bayreuth“ nicht ganz regelkonform. Am Ende ging der Zeitplan trotzdem auf, das fertige Buch traf pünktlich ein. „Ich hatte das Glück, mit einer tollen Lektorin zusammenzuarbeiten: Dr. Andrea Schaller aus Hummeltal.“
Ein Buch voller Bilder und persönlicher Erinnerungen
Das fertige Werk umfasst 192 Seiten und enthält nach Verlagsangaben 157 Abbildungen. Damit ist es reich bebildert und lädt zum Durchblättern ebenso ein wie zum Lesen. Wer Friedrich und seine Vorträge kennt, ahnt bereits, dass sich hinter den Seiten mehr verbirgt als reine Chronik.
Friedrich erzählt die Geschichte des Museums nicht nur anhand von Akten, sondern auch aus persönlicher Erinnerung. Schließlich leitet er das Museum bereits seit 1993. Genau diese Mischung aus dokumentierter Historie und eigenem Erleben verleiht dem Buch seinen unterhaltsamen, oft humorvollen Ton. Es gebe eben auch das eine oder andere, „was nicht in den Akten steht, was aber vielleicht von Interesse oder zumindest von Amüsement sein könnte“, so Friedrich.
Eine Passage widmet sich etwa dem einstigen Kitsch-Kabinett des Museums, in dem kuriose Wagner-Devotionalien wie ein Portemonnaie mit einem gezogenen Backenzahn des Komponisten oder eine Speisekarte mit Gerichten wie „Floßhildensuppe mit Alberich-Einlage“ zu sehen waren.
Für Friedrich stand die Sammlung aber für mehr als bloße Kuriosität. Sie markierte, so schildert er es, einen bewussten Bruch mit der ehrfürchtigen Verehrungshaltung der früheren, städtischen Gedenkstätte und stand für einen neuen, ironisch-kritischen Umgang mit dem Wagner-Kult. Die Anregung dazu habe seinerzeit Wolfgang Wagner gegeben, zwei Jahre nach der Eröffnung des Museums 1976.
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Anekdoten, die belegen, warum Friedrich auch für seinen Humor bekannt ist
Besonders die Kapitel über kuriose Begegnungen im Museumsalltag zeigen, warum Friedrich für seinen Humor bekannt ist. Er berichtet etwa von einem Paar, das überzeugt war, Wagner habe einer Verwandten aus dem Jenseits eine verbesserte Fassung des „Parsifal“ diktiert. Wolfgang Wagner habe die Episode seinerzeit trocken kommentiert, man solle doch „nochmal oben beim Alten anrufen und sich die Musik durchgeben lassen“.
Auch das Kapitel über kuriose Postsendungen sorgt für Schmunzeln. Immer wieder erreichen das Museum Schreiben, die an einen „Herrn Richard Wagner“ adressiert sind, darunter Zahlungsaufforderungen oder Kreditangebote. Angesichts von Wagners bekannt lockerem Verhältnis zum Geld findet Friedrich das gar nicht so unplausibel, wenn auch reichlich verjährt.
Neben solchen humorvollen Episoden dokumentiert das Buch aber auch ernstere Kapitel der Museumsgeschichte, etwa die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit der Familie Wagner oder die aufwendige Sanierung und Erweiterung des Hauses zwischen 2010 und 2015. Diese Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit dürfte das Buch nicht nur für eingefleischte Wagnerianer interessant machen.
Wo das Buch erhältlich ist
Das Buch kostet 34 Euro und ist im Museumsshop des Richard Wagner Museums erhältlich. Alternativ lässt es sich online über den Deutschen Kunstverlag oder im regulären Buchhandel bestellen.












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