Zuletzt aktualisiert am
Großprojekt für den Katastrophenschutz in Bayreuth kann starten
Die klimatischen Veränderungen machen auch vor Landesgrenzen nicht halt. Wenn es in den Wäldern zwischen Oberfranken und Tschechien brennt, zählt jede Sekunde. Mit dem neuen Gemeinschaftsprojekt „Waldbrand kennt keine Grenzen“ rüsten sich Stadt und Landkreis Bayreuth nun gemeinsam mit den tschechischen Nachbarn gegen die steigende Gefahr.
„Wenn es größere Schadenslagen gibt, auch im benachbarten Tschechien, wären wir so oder so im Einsatz“, bringt es Landrat Florian Wiedemann in der Kreisausschusssitzung am Nachmittag des 16. März 2026 auf den Punkt. Das Projekt ist also weit mehr als reine Bürokratie oder Luxus; es ist gelebte Nachbarschaftshilfe im Ernstfall. Doch bis die ersten neuen Spezialeinheiten ausrücken, ist noch einiges an Vorarbeit zu leisten.
EU-Entscheidung fällt im Frühsommer
Nachdem die lokalen Gremien im Kreisausschuss grünes Licht gegeben haben, liegt der Ball nun in Brüssel. Da es sich um ein deutsch-tschechisches Interreg-Projekt handelt, das zu 80 Prozent aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert werden soll, hat die EU das letzte Wort. Die Entscheidung wird für Mai oder Juni 2026 erwartet.
Nach der Zusage beginnt ein Marathon bis Ende 2028: Ausbildung, europaweite Ausschreibungen für Spezialgerät und die finale Standortsuche stehen auf dem Plan.
Spezialausrüstung für den Ernstfall
Kern des Projekts ist die Anschaffung hochmoderner Technik, die exakt aufeinander abgestimmt ist. Geplant sind drei spezialisierte Abrollbehälter:
- „Waldbrand Luft“ für die Feuerwehr der Stadt Bayreuth
- „Waldbrand Boden“ für den Landkreis Bayreuth
- „Einsatzleitung“ für das Feuerwehrkorps in Karlsbad (Karlovy Vary)
Während die Stadt Bayreuth als sogenannter „Leadpartner“ bereits rund 480.000 Euro im Haushalt eingeplant hat, belaufen sich die Kosten für den Landkreis auf 120.000 Euro.
Finanzierung: CSU bringt Naturschutzfonds ins Spiel
Patrick Meyer (CSU) regte im Kreisausschuss an, bei der Finanzierung nicht nur auf den eigenen Geldbeutel zu schielen. Er schlug vor, die Kosten über die Einnahmen aus dem Bayerischen Naturschutzfonds oder durch Beteiligungen von Forstbetrieben zu decken. Die Verwaltung wurde beauftragt, diese zusätzlichen Geldquellen nun intensiv zu prüfen.
Ausbildung von 20 Spezialisten pro Landkreis
Technik allein löscht keine Feuer. Deshalb sieht das Konzept eine massive Ausbildungsoffensive vor. In jedem oberfränkischen Landkreis sollen jeweils 20 Spezialisten für die Boden-Waldbrandbekämpfung geschult werden. Die Ausbildung findet an den staatlichen Feuerwehrschulen in Regensburg und Würzburg statt, um einheitliche Standards und eine reibungslose Kommunikation mit den tschechischen Kollegen zu garantieren.
Bis die neue Struktur voll einsatzfähig ist, wird es zwar noch bis Ende 2028 dauern, doch der Grundstein für ein sichereres Nordostbayern ist gelegt. Denn eines ist klar: Dem Feuer ist es egal, auf welcher Seite der Grenze es brennt.












©Pixabay
Kind an der Hand. Symbolbild: Pixabay