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Schließung

Warum das Café 8tto Grammi in Bayreuth geschlossen hat: Nun sprechen die ehemaligen Betreiber

Die Nachricht hat in Bayreuth wie ein Lauffeuer die Runde gemacht: Das beliebte Café 8tto Grammi hat seine Türen für immer geschlossen. Das Café war bekannt für seine einzigartige Kaffee-Kunst, bei der die Baristas kunstvolle Gemälde im Milchschaum kreierten – ein Alleinstellungsmerkmal. Wir haben die Familie gefragt warum sie schließen.

Vor wenigen Tagen haben wir über die Änderung in der Bayreuther Gastronomieszene berichtet: Das 8tto Grammi schließt. In einem emotionalen Statement äußern sich die Betreiber nun auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatt. Sie sprechen über die Gründe, die zum Aus für das Café führten, und bedanken sich bei ihren treuen Gästen, die ihnen in guten wie in schlechten Zeiten zur Seite standen.

Ein Café, das ein Zuhause war

Die Betreiber bezeichnen das 8tto Grammi als „unser Zuhause, unser Herzstück, unser Traum“. Die Entscheidung zur Schließung sei besonders schmerzhaft gewesen, da die Familie in den letzten Jahren gemeinsam gewachsen sei und sogar die herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie überstanden hat. „All das haben wir geschafft, weil wir als Familie zusammengehalten haben – aber vor allem dank unserer wertvollen Kunden“, so die Betreiber. Sie loben die Treue und Unterstützung ihrer Gäste, die „jede Tasse Kaffee, jedes Lächeln, jedes aufmunternde Wort“ zu einem Teil des Traums machten.

Herausforderungen für junge Gastronomen in Bayreuth

Die Gründe für das Ende sind vielschichtig. Die Betreiber betonen, dass es für junge Gastronomen kaum möglich sei, in Bayreuth ein Geschäft mit echter Qualität zu betreiben. Die steigenden Kosten und die Schwierigkeit, engagierte Mitarbeiter zu finden, seien massive Hindernisse gewesen. Zudem stießen nach ihrer Auffassung ihre Ideen, Bayreuth zu verschönern und die Gastronomieszene zu beleben, immer wieder auf Widerstand. Sie fühlten sich von der Stadt ausgebremst und nicht genügend unterstützt, was sich durch steigende Gebühren für Außenflächen und Einschränkungen bei der Außengestaltung bemerkbar machte.

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Bürokratie, Neid und ein geteiltes Echo

Besonders frustrierend war für die Betreiber, dass langjährige Traditionen wie die Aufstellung von Pflanzen oder der berühmten Vespas plötzlich untersagt wurden.

„Alles fühlte sich nicht nur unfair an – es war, als würden wir gezielt ausgebremst, als wäre unser Traum nicht erwünscht“, so die Betreiber.

Zusätzlich hätten ihnen Missgunst und Neid zu schaffen gemacht, die sich vor allem nach positiver medialer Berichterstattung, etwa im Fernsehen, breit machten.

Dieser Neid fand sich nach Auffassung der Betreiber auch in den Online-Bewertungen wieder. Das 8tto Grammi hat die Gemüter gespalten: Es gab auf Bewertungsplattformen sowohl sehr viele Fünf-Sterne-Rezensionen von treuen Fans als auch zahlreiche Ein-Stern-Bewertungen, die sich über unfreundliches Personal und mangelnde Kinderfreundlichkeit beschwerten. Eine Mitte gab es kaum. Die Betreiber selbst sagen, dass sie Familien mit Kindern und anderen Gästegruppen an andere Lokale verwiesen haben, da das enge Konzept nicht für alle passte.

„Am Ende haben wir verstanden: vielleicht waren wir zu viel für Bayreuth. Abgesehen von unseren treuen, besonderen Kunden – unseren Freunden – war es unmöglich, unsere Vision hier zu leben.“

Die Hoffnung auf ein Comeback

Trotz des schmerzlichen Abschieds blicken die Betreiber hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie sind voller Ideen und hoffen, das 8tto Grammi eines Tages an einem anderen Ort wieder aufzubauen, der ihnen die Freiheit gibt, ihre Träume zu verwirklichen.

An die Stelle des 8tto Grammi in der Maximilianstraße 77 kommt bald die Cocktailbar Sip and Savor. Wir freuen uns drauf und werden berichten.