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Warum Wissen allein nicht vor Betrugsmaschen schützt
„Wie kann man darauf hereinfallen?“ Diese Frage wird nach Betrugsfällen oft gestellt. Dominik Salosnig von der Kriminalpolizei Bayreuth sagt: Das kann jedem von uns passieren. Denn Täter bringen ihre Opfer gezielt in Situationen, in denen vernünftige Entscheidungen kaum noch möglich sind.
Enkeltrick, falscher Polizeibeamter, Schockanruf oder Love-Scam: Die meisten Menschen haben von diesen Betrugsmaschen schon gehört. Trotzdem gelingt es Kriminellen immer wieder, ihre Opfer um hohe Summen zu bringen. Allein durch telefonische Betrugsmaschen entstand in Oberfranken nach Angaben der Kriminalpolizei Bayreuth im Jahr 2025 ein Schaden von mehr als zwei Millionen Euro.
Der finanzielle Schaden ist dabei nur ein Teil der Folgen. „Diese Art von Betrug zerstört oft das Lebenswerk der Betroffenen und hinterlässt einen enormen emotionalen Schaden“, erklärt Dominik Salosnig, Leiter der Kriminalpolizei in Bayreuth.
Denn die Täter nutzen gezielt menschliche Gefühle aus. So unterschiedlich die Betrugsmaschen auch sind: Die Betrüger setzen ihre Opfer in der Regel unter enormen emotionalen Druck. Sie überzeugen die Betroffenen am Telefon zum Beispiel davon, ihre Tochter hätte einen schlimmen Unfall verursacht oder bräuchte dringend Unterstützung für eine Krebsbehandlung.
Betrüger üben massiv Druck aus
Mit Aufklärung allein ist es deshalb leider oft nicht getan. „Allein das Wissen, dass ich Opfer einer Betrugsmasche werden könnte, schützt mich in dem Moment nicht“, sagt Dominik Salosnig. Im entscheidenden Moment trete dieses Wissen in den Hintergrund.
„Wenn scheinbar das eigene Familienmitglied anruft und in Not ist, schalte ich in einen ganz anderen Modus“, erklärt Salosnig. Die Täter halten ihre Opfer oft über Stunden bewusst in dieser emotionalen Ausnahmesituation.
Wie hört sich so ein Schockanruf eigentlich an? Wie perfide die Betrüger vorgehen, wird in diesem Video spürbar:
Der rettende Hinweis kommt oft von außen
Häufig scheitern Betrugsversuche dann, wenn Dritte eingreifen, die nicht unter emotionalem Druck stehen. Dazu zählen auch Bankmitarbeiter, die in solchen Momenten oft zu den wenigen Kontaktpersonen der Betroffenen werden.
„Wenn eine ältere Dame an die Kasse kommt und Beträge abhebt, die sie normalerweise nie abhebt, werden unsere Mitarbeiter aufmerksam“, sagt Wolfram Münch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bayreuth. Regionalbanken hätten dabei einen Vorteil: „Man kennt sich halt.“ Tatsächlich konnten nach Angaben der Sparkasse auf diese Weise bereits mehrere Betrugsversuche verhindert werden.
Drei Fälle aus der Region
So gehen wohl nur die wenigsten Schockanrufe aus: Ein 21-Jähriger aus Ahorntal spielte über Stunden hinweg am Telefon die Rolle einer älteren Dame, koordinierte sich mit der Polizei und half schließlich dabei, einen mutmaßlichen Geldabholer festnehmen zu lassen.
Kampagne soll sichtbar machen und Scham abbauen
Vor diesem Hintergrund starten Radio Mainwelle, die Sparkasse Bayreuth und die Polizei Oberfranken die Aufklärungsreihe „Aktenzeichen BT“. Die Hoffnung: Dass Vorsicht „in Fleisch und Blut übergeht“, wie Mainwelle-Geschäftsführer Bernd Rasser sagt.
Geplant sind zunächst vier Wochen mit Beiträgen über unterschiedliche Betrugsformen und Erfahrungsberichten von Betroffenen. „Unsere Hoffnung ist, dass die Leute mit ihren Geschichten zu uns kommen“, sagt Moderator Christian Höreth. So soll das Projekt Scham rund um das Thema Betrug abbauen und klar machen, dass nicht nur ältere Menschen Opfer von Betrugsmaschen werden.
Wachsam bleiben
Die Botschaft der Polizei ist vergleichsweise einfach: „Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft holen jemals Bargeld bei Privatpersonen zu Hause ab. Banken oder Sparkassen fragen niemals am Telefon nach PINs oder Zugangsdaten“, sagt Kripo-Leiter Dominik Salosnig.
Die größte Herausforderung besteht darin, sich genau daran zu erinnern, wenn die eigene Vernunft gerade von Angst, Sorge oder Zeitdruck überlagert wird. Im Zweifel hilft nur eines: auflegen und selbst bei Polizei, Bank oder Angehörigen anrufen – niemals über die vom Anrufer genutzte Nummer.













Michael Heindl mit Karl Lappe (links, Vorstandsvorsitzender) und Hans Schirmer (rechts, Aufsichtsratsvorsitzender). © Käserei Bayreuth eG
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