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Wenn Wände grün werden – Uni-Studie analysiert Auswirkungen
Eine Studiengruppe der Universität Bayreuth erforscht die Fassadenbegrünung in der Stadt. Aus ihrer Arbeit entstand ein digitaler Leitfaden, der die Ergebnisse dokumentiert und gleichzeitig Empfehlungen sowie praktische Tipps vermittelt.
Das Uniprojekt zur Fassadenbegrünung in Bayreuth
Studierende des Geographischen Instituts der Universität Bayreuth haben im Sommersemester 2025 ein Forschungsprojekt durchgeführt. Geleitet wurde es von Professor Oliver Sass, Inhaber des Lehrstuhls für Geomorphologie.
Das Ziel der Untersuchung: Die Studierenden wollten herausfinden, wie sich Fassadenbegrünungen auf historische Sandsteingebäude auswirken. Dabei standen drei Aspekte im Mittelpunkt:
- Mikroklimatische Effekte
- Gesellschaftliche Wahrnehmung
- Strukturelle Folgen für die Bausubstanz
Um Antworten zu erhalten, nutzten die Forschenden verschiedene Methoden. Sie kartierten Standorte, führten eine Bürgerumfrage durch und sprachen mit Expertinnen und Experten. Zusätzlich maßen sie die Feuchtigkeit direkt an ausgewählten Fassaden.
Mikroklimatische Effekte messbar
Die Kartierung im Bayreuther Stadtkern zeigte, dass bereits viele Mauern und Häuser mit Kletterpflanzen wie Efeu oder Jungfernreben bewachsen sind. Besonders auffällig: Die Verteilung ist ungleich. Während zentrale Straßen wie die Friedrichstraße kaum grüne Fassaden aufweisen, sind Nebenstraßen und kleinere Wohnhäuser häufiger begrünt.
Im Hofgarten führten die Studierenden Messungen an einer Sandsteinfassade durch. Ergebnis:
- Begrünte Flächen waren an heißen Sommertagen bis zu zehn Grad kühler als unbedeckte Sandsteinflächen.
- Die Luftfeuchtigkeit in direkter Nähe war höher, was das Mikroklima angenehmer machte.
Diese Effekte tragen nicht nur zum Wohlbefinden der Bevölkerung bei, sondern schützen nach Ansicht der Studierenden auch die Bausubstanz langfristig vor extremen Temperatur- und Feuchteschwankungen.
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Gesellschaftliche Wahrnehmung und Akzeptanz
Eine begleitende Umfrage unter Passantinnen und Passanten ergab:
- Die Mehrheit bewertet Fassadenbegrünung positiv.
- Besonders junge Menschen verbinden damit eine Aufwertung des Stadtbilds, bessere Aufenthaltsqualität und einen Beitrag zum Klimaschutz.
Gleichzeitig zeigten Experteninterviews, dass Denkmalschutz, Bauphysik und rechtliche Rahmenbedingungen bei historischen Sandsteinbauten berücksichtigt werden müssen. Selbstklimmende Pflanzen wie Efeu können Schäden verursachen, während Rankpflanzen mit Hilfskonstruktionen eine schonendere Alternative darstellen.
„Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass Fassadenbegrünung nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch gesellschaftlich erwünscht ist. Gleichzeitig ist ein bewusster Umgang mit der historischen Bausubstanz entscheidend“, so das Projektteam.
Digitale StoryMap informiert Bürgerinnen und Bürger
Damit die Ergebnisse auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind, entwickelte das Projektteam eine digitale StoryMap. Sie bietet:
- Grundlagenwissen zu Fassadenbegrünung
- Empfehlungen zu geeigneten Pflanzenarten
- Praktische Tipps für Bauherren












Zersplitterte Fensterscheibe Symbolbild: Pixabay
Michael Hohl sitzt für die CSU im Bayreuther Stadtrat. Foto: Privat.