Zuletzt aktualisiert am
Wildwechsel-Gefahr: Polizei Oberfranken warnt Autofahrer
Auf Oberfrankens Landstraßen passieren bekanntlich die meisten tödlichen Unfälle. Im Rahmen der Aktion „Treffpunkt Landstraße“ rückt die Polizei jetzt eine häufige Gefahr in den Fokus: den Wildwechsel.
Die kurvenreichen Strecken in Oberfranken sind beliebt, bergen aber eine tödliche Gefahr. Laut Verkehrsstatistik starben 2025 von insgesamt 37 Verkehrstoten allein 25 Menschen auf Landstraßen. Deshalb rief die Polizei die Aktion „Treffpunkt Landstraße“ ins Leben. Ziel ist es, über typische Unfallursachen aufzuklären und so Leben zu retten.
Zum frühen Herbst widmet sich die Polizei nun dem Thema Wildwechsel. In dieser Jahreszeit werden die Tage kürzer, und viele Wildtiere befinden sich in der Paarungszeit. Gleichzeitig bringt die Erntezeit weniger Schutz und Nahrung auf landwirtschaftlichen Flächen mit sich. Folglich wechseln Tiere häufiger die Straßenseite.
Wildunfälle in Oberfranken: Die Zahlen sprechen für sich
Das Polizeipräsidium Oberfranken registrierte 2025 insgesamt 6.934 Wildunfälle. Besonders gefährlich sind demnach die frühen Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr sowie der Abend zwischen 21 und 24 Uhr. In diesen Zeitfenstern müssen Autofahrer verstärkt mit Rehen, Wildschweinen und anderen Tieren auf der Fahrbahn rechnen.
Ein ausgewachsener Rothirsch bringt rund 200 Kilogramm auf die Waage, ein Wildschwein bis zu 100 Kilogramm. Entsprechend gravierend können die Folgen für Fahrzeuginsassen ausfallen.
Nicht nur Autofahrer trifft das Risiko. Im Herbst 2025 war eine Gruppe
Rennradfahrer bei Igensdorf im Landkreis Forchheim unterwegs, als plötzlich ein Reh auf die Straße lief. Ein 47-jähriger Radfahrer prallte mit dem Tier zusammen und stürzte. Er erlitt einen Knochenbruch und Schürfwunden.
So lässt sich das Unfallrisiko reduzieren
Die Polizei Oberfranken rät zu klaren Verhaltensregeln, um Wildunfälle zu vermeiden:
- Tempo reduzieren: Besonders bei Dämmerung sowie in Wald- und Feldgebieten sollten Autofahrer vorausschauend fahren und die Geschwindigkeit senken.
- Warnzeichen ernst nehmen: Wo Schilder vor Wildwechsel warnen, ist besonders häufig mit Tieren auf oder neben der Fahrbahn zu rechnen.
- Mit weiteren Tieren rechnen: Überquert ein Tier die Straße, folgen oft weitere.
- Bremsen statt riskant ausweichen: Taucht plötzlich Wild auf, gilt es, kontrolliert zu bremsen und die Spur zu halten. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver kann im Gegenverkehr oder an einem Baum enden.
- Abblenden und hupen: Steht Wild auf oder neben der Fahrbahn, sollten Autofahrer langsam fahren, abblenden und notfalls hupen. Fernlicht kann Tiere zusätzlich irritieren.
Wildunfall: Was tun, wenn es passiert ist?
Lässt sich ein Zusammenstoß nicht verhindern, kommt es auf das richtige Verhalten danach an. Zunächst gilt: Ruhe bewahren und die Unfallstelle absichern. Dazu gehören Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen. Verletzte Personen sollten Ersthelfer versorgen, bei Bedarf ist der Notruf 112 zu wählen.
Ist das Fahrzeug noch fahrbereit, sollte es möglichst sicher abgestellt werden. Bei einem nicht mehr fahrbereiten Auto begeben sich die Insassen am besten an einen geschützten Ort.
Wichtig: Nach einem Wildunfall muss die Polizei unter 110 informiert werden, auch wenn das Tier weiterläuft. Sie benachrichtigt anschließend den zuständigen Jagdpächter, damit verletztes Wild gesucht und gegebenenfalls von seinen Leiden erlöst werden kann.
Von verletzten Tieren sollten Verkehrsteilnehmer Abstand halten, denn sie reagieren oft unberechenbar. Verletztes oder totes Wild darf zudem nicht eigenmächtig mitgenommen werden. Ein totes Tier sollte nur dann von der Fahrbahn entfernt werden, wenn dies gefahrlos möglich ist, und dabei am besten nicht mit bloßen Händen angefasst werden.
Die Polizei Oberfranken appelliert abschließend an alle Verkehrsteilnehmer: Wer in der Dämmerung sowie in Wald- und Feldgebieten aufmerksam und vorausschauend fährt, senkt sein Risiko deutlich. Wer zudem die Geschwindigkeit anpasst, ist jederzeit besser auf Wildwechsel vorbereitet.
Schon gelesen? Motorradsaison 2026: Tipps für die Sicherheit.












Symbolbild mit KI erstellt.
©Pixabay