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Zehn Jahre nach dem Anschlag: Gedenkveranstaltung und Demo in Ansbach
Zehn Jahre nach dem islamistischen Sprengstoffanschlag beim Musikfestival „Ansbach Open“ haben AfD-Anhänger auf der einen Gegendemonstranten auf der anderen Seite jeweils auf ihre eigene Art an das Attentat und die Opfer erinnert.
Am 24. Juli 2016 hatte sich ein 27-jähriger, aus Syrien stammender Flüchtling vor einer Weinstube nahe dem Festivalgelände in die Luft gesprengt. 15 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Die Tat gilt bis heute als erster islamistisch motivierter Selbstmordanschlag auf deutschem Boden. Genau zehn Jahre später verwandelte sich die Ansbacher Altstadt am Jahrestag erneut in einen Schauplatz politischer Auseinandersetzung.
Wie der 24. Juli 2026 in Ansbach ablief
Um 15 Uhr begann am Martin-Luther-Platz eine Veranstaltung der AfD, aus der sich ab 17 Uhr eine angemeldete Versammlung mit rund 150 Teilnehmenden formierte. Wie die Polizei Mittelfranken mitteilte, kamen zur selben Zeit an mehreren Orten in der Stadt insgesamt etwa 550 Menschen zu acht verschiedenen Gegenkundgebungen zusammen.
Organisiert wurden die Gegenveranstaltungen unter anderem vom Bündnis für Demokratie, Menschenwürde und Zusammenhalt unter dem Titel „Markt der Demokratie“. Von 14:30 bis 16:30 Uhr standen Infostände an der Riviera, auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz, dem Montgelasplatz sowie an der Pfarrstraße/Gumbertusplatz. Um 17 Uhr folgte auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz eine Kundgebung, musikalisch begleitet von Erik Stenzel und der Band „Immer wieder Lara“.
Wegen der zahlreichen Versammlungen waren der Martin-Luther-Platz, der Johann-Sebastian-Bach-Platz, der Montgelasplatz sowie die Pfarrstraße und die Reitbahn ab 11:30 Uhr für den kompletten Fahrzeugverkehr gesperrt, private Fahrten und Lieferverkehr waren in diesem Bereich nicht möglich. Die Polizei trennte die verschiedenen politischen Lager unter anderem mit Absperrgittern voneinander. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben während des gesamten Verlaufs nicht.
Der Anschlag von 2016: Bis heute ein Ort des Gedenkens
Für die Menschen vor Ort ist der Jahrestag mehr als ein Datum im Kalender. Norbert Imschloß betrieb 2016 die Weinstube, vor der sich der Attentäter in die Luft sprengte – er war zum Tatzeitpunkt nur wenige Meter entfernt. Zehn Jahre später beschäftigt ihn nicht nur die Erinnerung an den Abend selbst, sondern ihm stößt offenbar sauer auf, dass seit einigen Jahren AfD-Mitglieder rund um den Jahrestag am Anschlagsort Blumen niederlegen.
„Das Ganze wird von Leuten, die keine Ahnung haben, ideologisch ausgenutzt.“
— Norbert Imschloß, Gastwirt der betroffenen Weinstube, laut Abendzeitung München
Genau dieses Spannungsfeld – Gedenken an die Opfer auf der einen, politische Forderung nach Konsequenten auf der anderen Seite – prägte auch den diesjährigen Jahrestag. Während die AfD seit Jahren mit Kranzniederlegungen am Anschlagsort präsent ist, verstehen sich Bündnisse wie das Ansbacher „Bündnis für Demokratie, Menschenwürde und Zusammenhalt“ explizit als Gegenentwurf: Sie wollen der Opfer gedenken, ohne der Tat eine parteipolitische Deutung zu überlassen.
Häufige Fragen
Was ist beim Anschlag von Ansbach 2016 passiert?
Am 24. Juli 2016 sprengte sich ein 27-jähriger, aus Syrien geflüchteter Mann vor einer Weinstube nahe dem Musikfestival „Ansbach Open“ in der Ansbacher Innenstadt in die Luft. 15 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Die Tat gilt als erster islamistisch motivierter Selbstmordanschlag auf deutschem Boden.
Welche Kundgebungen gab es am 24. Juli 2026 in Ansbach?
Die AfD veranstaltete am Martin-Luther-Platz eine Kundgebung mit rund 150 Teilnehmenden. Parallel dazu versammelten sich bei acht Gegenkundgebungen, unter anderem organisiert vom Bündnis für Demokratie, Menschenwürde und Zusammenhalt, insgesamt etwa 550 Menschen.
Kam es zu Zwischenfällen?
Nein. Die Polizei Mittelfranken trennte die verschiedenen politischen Lager mit Absperrgittern und berichtete im gesamten Verlauf des Tages von keinen nennenswerten Zwischenfällen.
Warum gab es in Ansbach Straßensperrungen?
Wegen der zahlreichen angemeldeten Versammlungen waren der Martin-Luther-Platz, der Johann-Sebastian-Bach-Platz, der Montgelasplatz sowie die Pfarrstraße und die Reitbahn ab 11:30 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt.












Die Spielvereinigung Bayreuth in der Partie gegen Augsburg. Vorne im BIld: Spieler Dennis Lippert ©Dirk Ellmer
Lorenz Röthlingshöfer. © Nicole Kalemba