Zuletzt aktualisiert am
Zinnfigurenmuseum: Krieg bleibt Teil der Geschichte
von bt-Redaktion
Mit einem neuen Entwicklungsplan soll das Deutsche Zinnfigurenmuseum modernisiert und für Besucher attraktiver gestaltet werden. Museumsleiterin Nina Schipkowski räumt mit einigen Missverständnissen auf.
Das Zinnfigurenmuseum auf der Kulmbacher Plassenburg soll modernisiert werden. Das will der Stadtrat. Seitdem das bekannt wurde wird in Kulmbach heftig über das Museum und seine Inhalte diskutiert. Ist es wahr, dass im Zuge der Modernisierung sämtliche historische Gewalt- und Kriegsdarstellungen aus den Dioramen verschwinden? Nein! Sagt Museumsleiterin Nina Schipkowski.
Bedeutung des Zinnfigurenmuseums für Kulmbach
„Das Deutsche Zinnfigurenmuseum ist ein Alleinstellungsmerkmal für Kulmbach. Es ist untrennbar verbunden mit der Stadt und mit der Plassenburg und besitzt nicht nur eine überregionale Strahlkraft, sondern erfreut sich europaweiter Bekanntheit“, betont Schipkowski. Daher sei es die Verpflichtung der Stadt, „unsere Verantwortung für das Deutsche Zinnfigurenmuseum zu tragen und kontinuierlich ein zeitgemäßes Angebot zu machen“.
Der Weg zur Modernisierung
Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit einen Museumsentwicklungsplan verabschiedet, der als Grundlage für die Modernisierung dienen soll. „Der nächste Schritt sieht vor, auf der Basis des Museumsentwicklungsplans eine sogenannte Feinkonzeptionierung zu beauftragen“, erklärt Schipkowski. Dabei werden konkrete Exponate, Themen und Bereiche für die neue Dauerausstellung festgelegt.
Kritik an der Neukonzeptionierung
Im Vorfeld gab es Kritik, dass Gewalt- und Kriegsdarstellungen aus dem Museum verbannt werden sollen. Die Museumsleiterin stellt klar: „Nein, das ist natürlich haltlos. Der Entwicklungsplan weist auf einer einzigen von 65 Seiten darauf hin, dass sensible Objekte wie in allen Museen mit Blick auf die gültigen ethischen Richtlinien und Museumsstandards der ICOM (International Council of Museums) geprüft werden sollen.“ Es gehe nicht um Verbannung, sondern um einen verantwortungsvollen Umgang und eine entsprechende Einordnung der Ausstellungsobjekte.
Der Konraditag bleibt!
Auch der Konraditag, ein bedeutendes Ereignis der Kulmbacher Stadtgeschichte, bleibt ein wichtiger Bestandteil des Museums. „Niemals! Wieso sollten wir unseren beeindruckenden Weltrekordhalter aus dem Museum entfernen?“, fragt Schipkowski. „Der Konraditag wird zum Herzstück.“
Fokus auf das Zinnfigurenmuseum
Die Entscheidung, nur das Zinnfigurenmuseum zu modernisieren, begründet die Museumsleiterin damit, dass das Landschaftsmuseum Obermain bereits in den 1990er-Jahren modernisiert wurde und noch zeitgemäß ist. „Hingegen ist das Zinnfigurenmuseum nach dem Totalverlust 1945 bereits in den 50er-Jahren wiederaufgebaut worden. Bis heute stellt es sich als ein Museum von Sammlern für Sammler ohne ein fundiertes Museumskonzept dar. Dort ist deutlicher Bedarf vorhanden.“
Moderne und Zeitgemäßheit
„Als Deutsches Zinnfigurenmuseum haben wir den Auftrag, den gesamten Kosmos rund um das Thema Zinnfigur zu repräsentieren“, erklärt Frau Schipkowski. „Das heißt, alles was man mit der Zinnfigur machen kann, soll anschaulich gemacht werden – das Herstellen, Bemalen, Sammeln, Spielen, Kreativsein und der Bau von Dioramen.“
Finanzierung
Für die Modernisierung stehen 2,8 Millionen Euro im Raum.
Die Schlümpfe im Museum
Bis zur möglichen Modernisierung können Besucher noch eine besondere Ausstellung erleben: Die Schlümpfe sind seit wenigen Tagen auf der Burg zu sehen und bleiben bis Frühjahr 2026 im Museum.
Fazit
Das Deutsche Zinnfigurenmuseum in Kulmbach steht vor einer spannenden Neuausrichtung. Mit einem modernen Konzept und dem Fokus auf die Vielfalt der Zinnfigur soll das Museum für Besucher noch attraktiver werden.











Symbolbild: Pixabay
Motorradsternfahrt. Foto: Kulmbacher Brauerei AG