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Pommes-Zoff: Startet das Bischofsgrüner Freibad ohne Kiosk in die Saison?
Freibad und Pommes gehören zusammen wie Bischofsgrün und der Ochsenkopf. Eins ohne das andere ist kaum vorstellbar. Doch ob es am Freitag einen Kioskverkauf geben wird, wenn das Bischofsgrüner Freibad öffnet, ist noch völlig unklar. Bürgermeister Michael Schreier hofft auf eine Lösung. Die bisher geplante ist jedenfalls geplatzt.
Nachdem sich schon die Eröffnung des Freibades verschoben hat, wird das Bischofsgrüner Schwimmbad vorerst ohne Kiosk auskommen müssen. Ärgerlich, denn eigentlich hatte es ja einen Wirt gegeben. Grund für die Verzögerung ist ein handfester Streit zwischen der Gemeinde und dem Gastronomen, der den Strandkiosk eigentlich betreiben sollte. Michael Isert, Geschäftsführer der COCOLOCO gastro MUSEO GmbH und der COCOLOCO eventagentur UG, wirft der Gemeinde Bischofsgrün in einem Schreiben an Bürgermeister Michael Schreier vor, ihn im Vergabeverfahren um den Strandkiosk nicht ordnungsgemäß informiert zu haben. Die Gemeinde weist das zurück.
Wer übernimmt den Kiosk – und wann steht das fest?
Für alle, die am Freitag zur Eröffnung ins neue Freibad wollen, ist vor allem eine Frage akut: Wo gibt es etwas zu essen und zu trinken? Laut Schreier wird im Hintergrund bereits an einer Lösung gearbeitet – ob Kiosk oder Foodtruck, ist noch offen. Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, idealerweise noch vor der Eröffnung eine Lösung präsentieren zu können. Sicher ist nur: Die ursprünglich mit Isert geplante Lösung ist geplatzt. Eine offizielle Bestätigung, wer den Kiosk tatsächlich übernimmt, steht bislang aus.
Auf die Wiedereröffnung nach jahrelanger Sanierung hatten viele in der Region lange gewartet. Dass ausgerechnet die Kioskfrage jetzt so kurzfristig offen ist, dürfte einige überraschen.
Warum die ursprüngliche Kiosk-Lösung geplatzt ist
In seinem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, fordert Isert die Gemeindeverwaltung „letztmalig“ auf, sämtliche angeforderten Unterlagen zum Vergabeverfahren zu übersenden – insbesondere zum Gemeinderatsbeschluss vom 26. Februar 2026. Diese Unterlagen seien trotz mehrfacher Fristsetzung bislang nicht vollständig übermittelt worden. Um welche Unterlagen es sich dabei konkret handelt, hat sich uns bislang nicht erschlossen. Die Gemeinde jedenfalls will sich mit Verweis auf ein laufendes Verfahren nicht äußern.
Isert kündigt an, das Auswahl- und Vergabeverfahren notfalls gerichtlich überprüfen zu lassen, sollte bis zum 24. Juli 2026 weder eine vollständige Auskunft erfolgen noch eine außergerichtliche Einigung zustande kommen. Er fordert eine Ausgleichszahlung oder eine verbindliche schriftliche Vereinbarung mit fester Regulierungsfrist. Gleichzeitig betont er, an einer für beide Seiten tragbaren Lösung interessiert zu sein.
Die Gemeinde: „Aus eigenen Stücken zurückgezogen“
Bürgermeister Michael Schreier äußert sich auf bt-Anfrage nur eingeschränkt zum Vorgang. Zu laufenden Vertragsverhandlungen mit Geschäftspartnern nehme die Gemeinde grundsätzlich keine Stellung, zumal Isert rechtliche Schritte angekündigt habe:
„Als Gemeinde äußern wir uns grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit und in den Medien zu Vertragsverhandlungen mit Geschäftspartnern. Da Herr Isert angekündigt hat, Schadenersatzforderungen gegen die Gemeinde Bischofsgrün geltend machen zu wollen, sehen wir den Vorgang zudem als laufendes Verfahren an.“
— Michael Schreier, Erster Bürgermeister der Gemeinde Bischofsgrün, auf Anfrage unserer Redaktion
Zu den konkreten Vorwürfen bezüglich der Unterlagen äußert sich Schreier nicht. Einen zentralen Punkt stellt er aber klar: Isert habe sich „aus eigenen Stücken aus dem Projekt zurückgezogen“. Das steht im Widerspruch zu dem Eindruck, den Isert in seinem Schreiben vermittelt, wonach er sich im Vergabeverfahren benachteiligt sieht. Beide Positionen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen – für Badegäste zählt ohnehin vor allem das Ergebnis: ein Kiosk, der noch nicht steht.
Einordnung: Ein Muster bei Iserts Gastro-Projekten
Der Streit um den Bischofsgrüner Kiosk ist nicht Iserts erste abrupt beendete Gastro-Station in der Region. Erst Ende März 2026 hatte er das Restaurant Museo beim Fichtelberger Automuseum geschlossen. Von dort aus wollte Isert offenbar direkt zum Strandkiosk nach Bischofsgrün wechseln.
Für die Gemeinde wiederum steht viel auf dem Spiel: Das Regionalfreibad ist nach Angaben des Fördervereins das einzige beheizte Freibad der Erlebnisregion Ochsenkopf und im Hohen Fichtelgebirge und war jahrelang ein zentrales Streitthema in Bischofsgrün, bevor die Sanierung 2025 endlich begann.
Häufige Fragen
Wann öffnet das Freibad Bischofsgrün?
Nach jahrelanger Sanierung soll das Regionalfreibad am Freitag öffnen. Ob dann bereits ein Kiosk oder Foodtruck zur Verfügung steht, ist noch offen.
Gibt es zur Eröffnung einen Kiosk am Freibad Bischofsgrün?
Das ist derzeit unklar. Die ursprünglich geplante Lösung mit Gastronom Michael Isert ist geplatzt, die Gemeinde arbeitet nach eigenen Angaben an einer neuen Lösung.
Worum geht es im Streit zwischen COCOLOCO und der Gemeinde Bischofsgrün?
Gastronom Michael Isert wirft der Gemeinde vor, ihn im Vergabeverfahren um den Strandkiosk nicht ausreichend informiert zu haben, und fordert eine Ausgleichszahlung. Die Gemeinde erklärt, Isert habe sich selbst aus dem Projekt zurückgezogen.
Droht ein Gerichtsverfahren?
Michael Isert hat angekündigt, die Angelegenheit gerichtlich prüfen zu lassen, sollte bis zum 24. Juli 2026 keine außergerichtliche Einigung erzielt werden. Die Gemeinde bezeichnet den Vorgang bereits jetzt als laufendes Verfahren.













Symbolbild: Pixabay