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Zwischen Hundehütten und Söldnertruppe: Das ist die Jubiläumsausstellung im Richard-Wagner-Museum
Mechanische Puppen, bellende Hundehütten und die Frage, was Richard Wagner mit der russischen Wagner Group verbindet: Das Richard-Wagner-Museum eröffnet zum Doppeljubiläum eine Ausstellung, die den berühmten Komponisten aus neuen Perspektiven zeigen soll.
150 Jahre Bayreuther Festspiele, 50 Jahre Richard-Wagner-Museum: Das Doppeljubiläum prägt das Kulturjahr 2026 in Bayreuth. Mit der Sonderausstellung „50/150 – Utopie und Echo“ verzichtet das Museum bewusst auf einen nostalgischen Rückblick. Stattdessen zeigen vier zeitgenössische Kunstpositionen, wie Richard Wagners Werk bis heute nachwirkt.
Die Installationen von Felix Burger, Georg Nussbaumer, dem Kollektiv Sounding Situations und Antoine Wagner verteilen sich auf den Museumsneubau und die Wahnfried-Allee. Gemeinsam stellen sie die Frage: Was passiert mit einem künstlerischen Erbe, das seit 150 Jahren immer wieder neu interpretiert wird?
Vom Schwan bis zur Hundehütte
In Felix Burgers „Swanhood“ steht ein Junge im Mittelpunkt, der sich – inspiriert von Motiven aus Lohengrin und Parsifal – in einen Schwan verwandeln möchte. Mechanische Handpuppen kommentieren die Reise des Jungen und interagieren so mit dem Filmgeschehen.
Georg Nussbaumer macht den Park vor Haus Wahnfried mit „Hundehaus“, „Wahnhall“ und „Schaumfried“ zur Installationsbühne. Aus 14 Hundehütten erklingt Hundegebell, das sich immer wieder zu Wagner-Motiven zusammensetzt, bei „Wahnhall“ ertönen horizontal angebrachte Orgelpfeifen und bei „Schaumfried“ wird der Rhein zum goldenen Strom aus Bier.
Was hat Richard Wagner mit der Wagner Group zu tun?
Der wohl politischste Beitrag stammt vom Musiktheaterkollektiv Sounding Situations. Ausgangspunkt ist die russische Söldnertruppe „Wagner Group“, die sich nach dem deutschen Komponisten benannt hat.
Die Installation fragt, wie sich Wagners Werk und Mythos bis heute politisch aufladen lassen und welche Rolle dabei digitale Bilder, Propaganda und Machtinszenierungen spielen. Die Musiktheaterproduktion „Wagner Weltweit“ macht eine Bühne aus der Ausstellungshalle im Neubau des RWM. Parallelmontagen wie Walhall und Flugzeugabsturz oder Hagens Intrigen und russische Propaganda stellen neue Fragen aus der Gegenwart an Wagners Werk.
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Ein Nachfahre blickt auf das Familienerbe
Mit Antoine Wagner beteiligt sich ein Ururenkel Richard Wagners an der Ausstellung. Seine Installation im Untergeschoss des Neubaus verbindet Video, Fotografie und Zeichnung zu einem zeitgenössischen Gesamtkunstwerk. Dabei setzt er sich mit kultureller Erinnerung und der Frage auseinander, wie sich ein künstlerisches Vermächtnis über Generationen verändert.
Ausstellung bis Anfang Oktober
Die Sonderausstellung „50/150 – Utopie und Echo“ ist vom 23. Juli bis 4. Oktober 2026 im Richard-Wagner-Museum zu sehen. Sie umfasst Installationen im Museumsneubau sowie auf der Wahnfried-Allee und ist im regulären Museumseintritt enthalten.
Zum Begleitprogramm gehört außerdem die neue Produktion der Studiobühne Bayreuth: „Mein Mann, das bin hier ich – Frauen (in) der Festspielleitung“. Das Stück ist regelmäßig in der Ausstellungshalle im Museumsneubau zu sehen.
„Wahnfried leuchtet!“
Unter dem Titel „Wahnfried leuchtet!“ wird die Fassade von Haus Wahnfried allabendlich zur Projektionsfläche einer rund 15- bis 20-minütigen Lichtshow.
Mithilfe von Projection Mapping erzählt die Video-Installation des Künstlerkollektivs Urbanscreen die wechselvolle Geschichte des Hauses – von Richard Wagners Vision eines eigenen Festspielortes über die Zeit des Nationalsozialismus und die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis hin zum Wiederaufbau und der heutigen Nutzung als Museum. Zum Abschluss richtet die Inszenierung den Blick auf die Zukunft des geschichtsträchtigen Ortes.
Die Projektionen sind vom 23. Juli bis 26. August täglich um 21:30, 22:00 und 22:30 Uhr auf der Fassade von Haus Wahnfried zu sehen.












„Es ist ein Skandal, dass der NS-Bildhauer Arno Breker noch 1986 einen Auftrag der Stadt Bayreuth für die Wagner-Büste bekommen hat“, sagt Piontek. „Dass die Gedenkstelen dort stehen, bildet ein starkes Spannungsfeld.“ © bt-Redaktion
Die Beamten fingen das Reptil vor Ort ein und übergaben es im Anschluss an eine Aussetzungs- bzw. Auffangstation. © Polizei Coburg