Soko Radweg

24-jähriger Bayreuther getötet: Staatsanwaltschaft geht von Totschlag oder Mord aus

Polizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth haben sich in einem Pressegespräch am Freitag (28.8.2020) an die Bevölkerung gewandt. Nachdem Daniel W. am Mittwoch, den 19.8.2020 tot in Bayreuth aufgefunden wurde, brauchen die Beamten jetzt die Hilfe der Bayreuther. Die Staatsanwaltschaft zieht sogar Mord in Betracht. 

Am Mittwoch (19.8.2020) wurde ein 24-Jähriger in Bayreuth tot an einem Radweg gefunden. Seitdem laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Jetzt haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft in einem Pressegespräch zu dem Fall geäußert.

Toter in Bayreuth gefunden

Der 24-jährige Daniel W. startete in der Nacht zum Mittwoch (19. August 2020) gegen Mitternacht mit seinem Fahrrad im Emil-Warburg-Weg im Bayreuther Stadtteil Birken. Um 0:48 Uhr fanden zwei Passanten den leblosen Mann auf dem Fuß- und Radweg zwischen der Dr.-Konrad-Pöhner-Straße und der Fraunhoferstraße in Oberkonnersreuth. “Der Körper wies tödliche Verletzungen auf”, sagt Alexander Czech, Pressesprecher der Polizei. Seitdem ermittle die Soko Radweg zusammen mit der Staatsanwaltschaft Bayreuth in Richtung eines Gewaltverbrechens.

Hammer am Tatort in Bayreuth gefunden

Kriminaldirektor Uwe Ebner leitet die Soko Radweg. “Die Verletzungen des Opfers stammen von einer massiven Gewalteinwirkung unter Einsatz eines Messers”, sagt Ebner. “Außerdem wurde ein Hammer am Tatort aufgefunden.” Seitdem laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Bislang hieß es, dass die Soko Radweg aus 30 Kriminalbeamten bestehe. Inzwischen seien es aber deutlich mehr.

Die Soko sucht Personen, die zwischen Dienstag (18.8.2020) und Mittwoch (19.8.2020) auf möglichen Strecken zwischen Start und Auffindeort unterwegs waren. Dabei können Beobachtungen jeglicher Art für die Ermittlungen relevant sein, erklärt Ebner im Pressegespräch. “Jemand könnte eine Wahrnehmung gemacht haben, die er bislang noch nicht mit unserem Delikt in Zusammenhang gebracht hat oder als wichtig erachtet hat.”

Soko Radweg ermittelt in alle Richtungen

“Ein wichtiger Schritt in jeder Mordermittlung ist die Abklärung des Opferhintergrundes”, sagt der Leiter der Soko Radweg. Deswegen würden sich die Ermittler denkbare Konfliktfelder anschauen und in die verschiedensten Richtungen ermitteln. Jeder Aspekt sei wichtig und jeder Hinweis aus der Bevölkerung willkommen. Die Ermittler interessieren sich aber auch für weitere auffällige Ereignisse aus der Vergangenheit im gesamten Stadtgebiet. Der Kriminaldirektor schilderte zwei Ereignisse, um zu verdeutlichen, dass sich jeder, der etwas bemerkt hat, melden soll.

Seltsame Vorfälle in Bayreuth

Das erste Ereignis spielte sich am Samstag (15.8.2020) vor dem Tötungsdelikt ab. Eine Zeugin beobachtete einen Streit zwischen einem Radfahrer und einem Fußgänger. “Der Radfahrer fuhr auf dem Radweg neben der Universitätsstraße stadtauswärts. Auf Höhe der Jugendherberge wurde der Radfahrer von einem unbekannten Mann angepöbelt”, berichtet Ebner. Die Ermittler suchen sowohl den Radfahrer als auch weitere Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.

Polizei sucht Mann mit Hammer

Das zweite Ereignis spielte sich am Dienstagabend (17.8.2020) vor der Tat ab. “Wenige Stunden vor der Tat gab es einen Vorfall mit einer Person mit einem Hammer im Stadtteil Kreuz”, erzählt Ebner. “An der Ecke Kreuz – Karl-Hugel-Straße verfolgte und bedrohte ein junger Mann einen ihm offenbar unbekannten Mann und schwang dabei einen Hammer über dem Kopf.” Die Polizei ist nun auf der Suche nach dem Mann, der vor dem Angreifer geflüchtet ist.

“Dieser Mann soll sich bei uns melden. Und wir suchen weitere Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben”, erklärt Ebner im Pressegespräch. Solche Vorkommnisse können den Ermittlern wertvolle Informationen liefern. “Aus diesem Grund sind wir an weiteren ähnlichen vergleichbaren Ereignissen interessiert.” Der Leiter der Soko Radweg präzisierte nochmal. “Ich meine damit Verfolgungssituationen oder bedrohliche Annäherungen ohne erkennbaren Anlass im Stadtgebiet Bayreuth in der letzten Zeit.”

Staatsanwaltschaft zieht Mord in Betracht

“Aus Sicht der Staatsanwaltschaft Bayreuth handelt es sich um ein vorsätzliches Tötungsdelikt. Wir gehen von einem Totschlag oder einem Mord aus”, sagt der leitende Oberstaatsanwalt Martin Dippold. “Wir setzen alles daran, dieses Verbrechen aufzuklären.” Aus ermittlungstaktischen Gründen können aber keine genaueren Informationen bekannt gegeben werden. “Helfen Sie mit, dieses Verbrechen aufzuklären”, appelliert Dippold an die Bevölkerung. Seit der Tat hat die Polizei ihre Streifen erhöht, erklärt Pressesprecher Alexander Czech.

Hilfe der Bayreuther Bevölkerung

Die Polizei bittet die Bayreuther um ihre Mithilfe. Die Soko hat folgende Fragen:

–  Wer war in der Nacht zum Mittwoch in den Bereichen zwischen dem Emil-Warburg-Weg
und der Fraunhoferstraße unterwegs?

–  Wem sind am Abend des 18. August oder in der Nacht Personen aufgefallen?

–  Wer hat an diesem Abend etwas auffälliges beobachtet?

–  Wer hat sonst auffällige Beobachtungen in der Vergangenheit im Bayreuther Stadtgebiet
gemacht, die im Zusammenhang stehen könnten?

Die Soko bittet in diesen Fällen, sich bei dem Hinweistelefon unter der Tel.-Nr. 0921/5062444 zu melden.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler