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Coronavirus

„Absolutes Versagen“: Die Aussichten der Hotellerie im Raum Bayreuth vor der Öffnung in der Pandemie

Die aktuellen Corona-Zahlen sehen gut aus: Es gibt Erleichterungen bei den Pandemie-Maßnahmen, doch nicht alle machen da mit. Das bt hat sich in der Hotellerie umgehört.

Die Corona-Inzidenzen im Raum Bayreuth sinken. Das ist gut für Gastronomie und Hotellerie. Schließlich gibt es Erleichterungen bei den Corona-Maßnahmen von der Politik. So dürfen Hotels an Pfingsten wieder öffnen, wenn die Inzidenzen stabil unter 100 sind. Die Stimmung bei den Betrieben ist angespannt Das bt hat sich umgehört.

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So geht es Hotels in Bayreuth in der Corona-Pandemie

Seit acht Jahren betreibt Benjamin Nickl das Hotel Brigitte in Warmensteinach im Landkreis Bayreuth. Die Finanzierung sah vor, dass sich seine Investitionen nach 10 Jahren amortisiert haben, doch mit Corona kam es anders. Das hatte er Ende Februar 2021 im Gespräch mit dem bt erklärt. Von einer Öffnung für Gastronomie und Hotellerie hält Nickl nichts und das hat seinen Grund.

„Absolutes Versagen der Politik!“ So beschreibt Benjamin Nickl das, was bei ihm als Unternehmer in der Gastronomie und Hotellerie hängen bleibt von den politischen Entscheidungsträgern und Ministerien wie etwa aktuell am 11. Mai 2021, wo sich der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder mit dem Österreichischem Kanzler Sebastian Kurz getroffen hatte. „Im Moment gibt es mehr Gründe, nicht aufzumachen“, sagt Nickl im bt-Gespräch.

Die Buchungen für Pfingsten 2021 im Hotel Brigitte seien voll, das Fichtelgebirge ist eben eine Urlaubsregion, „aber ich kann den Leuten keine Auskunft geben, wie ich sie bewirten darf.“ Als „den nächsten Humbug“ bezeichnet Nickl die Vorteile für Geimpfte und Genesene. „Sie können es auch haben und genau wie alle anderen nichts davon wissen und so weitergeben.“

Noch kein Rahmen-Hygienekonzept: Das sagt der Verband zu den Öffnungsmögleichkeiten für Gastronomie und Hotellerie

Bei Günther Elefert vom Bayrischen Hotel- und Gaststättenverband e.V in Bayreuth steht seit Bekanntwerden der möglichen Öffnung von Hotels und Gaststätten das Telefon nicht mehr still. „Die Mitglieder wollen alles richtig machen.“

Auf viele Fragen von Hoteliers hat Günther Elfert aber derzeit noch keine Antwort, denn das Rahmen-Hygienekonzept fehlt. „Wir hoffen, dass es bis Ende der Woche vorliegt. Dieses Rahmen-Hygienekonzept sei die Basis. Daran müssen die Betriebe ihr Hygienekonzept, das im Detail von Haus zu Haus freilich unterschiedlich sein kann, ausrichten.

Die Zeit drängt. denn schon am 21. Mai sollen Hotels wieder für Urlauber öffnen dürfen. Geschäftsreisende dürfen sich dort bisher auch ohne regelmäßigen Corona-Test einquartieren. Was ist aber mit den Urlaubern? Wenn die müssen, müssen dann die Geschäftsreisenden auch? Welche Tests sind gültig und wie alt dürfen sie bei der Anreise von Hotelgästen sein?

Bei vielen dieser Fragen steht die Antwort aus dem Ministerium derzeit noch aus. Trotzdem sei ein Hotel leichter in den Regelbetrieb hochzufahren, betrachtet man es nur von der Seite der Übernachtungen her. Schließlich kann man hier sehr leicht im Sinne der Corona-Hygiene arbeiten.

Die Gastronomie habe eine längere Vorlaufzeit. Der Worstcase sei es, wenn ein Hotel seine Urlaubsgäste wegen unerwartet gestiegener Inzidenzen wieder nach Hause schicken müsste.

Hotel Rheingold Bayreuth bleibt vorerst komplett geschlossen

„Wir öffnen noch nicht“, sagt General Manager Achim Porsch vom Hotel Rheingold zu der Möglichkeit, an Pfingsten wieder Urlaubsgäste beherbergen zu dürfen – auch wenn die Inzidenz stimmt. Seit 13. November 2020 ist das Hotel Rheingold vorübergehend komplett geschlossen. Dabei dürften sie dort Geschäftsreisende aktuell empfangen.

„Allerdings ist die Nachfrage auf Grund der empfohlenen Homeoffice-Arbeit sehr gering.“ Tagungen und Veranstaltungen seien ohnehin noch nicht erlaubt. Das Hotel Rheingold in Bayreuth verfügt über 146 Zimmer und rund 300 Betten, 12 Tagungsräume, Restaurant/Bar und Sauna/Fitness. 50 Festangestellte arbeiten dort. Keiner hat oder wurde in der Pandemie bisher gekündigt.“Wir alle hoffen auf eine wiederkehrende Normalität.“

Bei einem Haus dieser Größe sei es wirtschaftlich nicht vertretbar, aufzumachen. Personalkosten, Aufzüge, Warmwasserbevorratung, von der Bevorratung für die hauseigene Gastronomie sei gar nicht erst zu reden: „Eine Öffnung macht derzeit noch keinen Sinn.“ Das Rheingold startet nach aktuellen Planungen am 7. Juni .2021 wieder. Voraussetzung sei allerdings eine stabile Inzidenz und eine größere Nachfrage für Übernachtungen.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß