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ADAC Bayern gibt Tipps für Horroszenario: Mit Auto in Schneechaos gefangen – Wie verhalte ich mich?

Für viele ist diese Vorstellung weit entfernt: Mit dem Auto bei eisiger Kälte im Schnee stecken. Für einige Autofahrer auf der A2 war das aber bitterer Realität. Deswegen stellt sich die Frage: Wie soll man sich in so einem Fall verhalten? Und was machen E-Auto-Fahrer?

Wie verhält man sich, wenn man als Autofahrer in einem Schneechaos steckt? Und muss ich als E-Auto-Fahrer auf etwas achten? Das bt hat beim ADAC in Bayern nachgefragt.

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E-Autos im Schneechaos

„Entgegen der häufig anzutreffenden Meinung, braucht man auch als E-Auto Fahrer keine Angst zu haben in einem Stau zu erfrieren“, erklärt ADAC-Sprecherin Katharina Lucà. Denn um den Innenraum warm zu halten, benötige die elektrische Heizung auch im Winter meist nicht mehr als 1 bis 1,5 Kilowatt pro Stunde.

„Mit 40 kWh Energie im Akku kann man also locker etliche Stunden im Stau verbringen, ohne die Heizung ausschalten zu müssen.“ Man kann also ähnlich lange im Stau verharren wie ein Fahrzeug mit laufendem Verbrennungsmotor.

Übrigens: Das erste Elektroauto Deutschlands fuhr von Kulmbach nach Bayreuth.

Bayreuther Autoexperte weist auf Faktoren hin

Christian Fuhrmann von der MGS Motor Gruppe Sticht in Bayreuth ergänzt die Aussage des ADAC. „So genau kann man das nicht sagen“, sagt Fuhrmann. Denn wie lange die Heizung des E-Autos aushält, hängt vom Hersteller ab.

Außerdem spielen noch verschiedene andere Faktoren eine Rolle: „Ist das Handy angesteckt, läuft der Radio, ist die Sitzheizung eingeschaltet, wie ist die Ladekapazität des Akkus – das spielt alles mit rein. Deswegen kann diese Frage pauschal nicht beantwortet werden“, erklärt Fuhrmann.

Wie verhalte ich mich als E-Auto-Fahrer im Stau bei Kälte?

Tritt aber der Fall ein und man steckt in der Kälte fest, hat der ADAC auch Tipps parat, wie man sich am besten verhalten sollte. „Erst mal, egal ob Benzin, Diesel oder Elektroauto: Ruhe bewahren“, sagt Lucà.

„Beim Elektroauto nach Möglichkeit die Luftheizung vielleicht etwas runterregulieren (19 Grad), auf Umluft stellen und ggf. die sparsamere Sitzheizung aktivieren.“ Alle Stromverbrauchenden Zusatzfeatures wie z.B. die Heckscheibenheizung sollten ausgeschaltet werden bzw. die Scheinwerfer auf Standlicht eingestellt werden.

Diese Dinge müssen in der Winterzeit im Auto sein

Außerdem sollten einige Utensilien immer im Winter im Auto vorhanden sein. Der ADAC empfiehlt folgende Aufstellung, die natürlich für alle Autos gilt:

• Handfeger
• Eiskratzer
• Abschleppseil
• warme Decke(n)
• Abdeckfolie für die Windschutzscheibe
• Ersatz-Scheibenwischzusatz für den Winter
• 12-V-Ladegerät für das Mobiltelefon (Akkus entleeren sich bei niedrigen Temperaturen schneller)
• Handschuhe, Mütze, generell Winterkleidung, jedoch dicke Jacken zum Fahren ausziehen
• Taschenlampe
• In alpinen Gegenden zusätzlich Schneeketten, Klappspaten, etwas Streusplit

Tipps vom ADAC in Bayern

Bei extremem Witterungsverhältnissen wäre es ratsam, noch eine Kanne mit warmem Tee und ein Snack dabei zu haben, sagt Lucà. Generell sei es empfehlenswert, zumindest immer etwas zu trinken zu haben. Eine Flasche Wasser sei sowohl im Sommer als auch im Winter hilfreich.

Die ADAC-Sprecherin hat auch noch einen generellen Hinweis für Autofahrten im Winter: „Es ist darauf zu achten, dass man die Wetter- und Verkehrssituation im Blick behält und bei schlechtem Wetter frühzeitig nachlädt, bzw. tankt, um nicht mit geringem Kraftstoff-, bzw. Stromvorrat im Schneesturm stecken zu bleiben, sollte sich die Fahrt bei solch kritischen Bedingungen generell nicht vermeiden lassen.“

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler