ALBA schafft Cheerleader ab – Bayreuths Tänzerinnen sind schockiert

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Das deutsche Basketball-Spitzenteam, ALBA BERLIN, hat seine Cheerleader abgeschafft. Der Hauptstadtclub begründet die Trennung damit, dass „das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents“ nicht mehr zeitgemäß sei. 

Eine Stellungnahme des Dance Teams aus Berlin veröffentlichte der Verein nicht. Bei den Bayreuther Cheerleadern stößt die Entscheidung auf großes Unverständnis. 

Ein großer Schock

Für Sandra Stockinger, Trainerin der Cheerdancers Diamonds, ist der Schritt des Hauptstadtclubs eine klare Fehlentscheidung. 

Diamonds-Trainerin Sandra Stockinger. Foto: Diamonds.

Wir sind geschockt. Die ALBA-Tänzerinnen geben seit Jahren alles und werden jetzt einfach vor die Tür gesetzt und bestraft.

(Sandra Stockinger über die Ausbootung der Berliner Cheerleader)

„Wir sind hier doch nicht im Altertum. Frauen können alles.“

Besonders großes Unverständnis äußert die Chefin der Cheerleader von medi bayreuth auch über die Argumentation des ALBA-Bosses. Dieser möchte durch das Streichen der Cheerleader den Fokus darauf richten, dass Frauen, wie Männer auch, Basketball spielen können und eher in dieser Rolle als Vorbild gesehen werden.

Das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun. Wir sind hier doch nicht mehr im Altertum. Frauen können alles tun: Polizistinnen werden, auf der Baustelle arbeiten, Basketball spielen und eben auch tanzen. 

(Sandra Stockinger, Cheerdancers Diamonds)

United Cheerleader Bayreuth

Die Cheerleaderin der United Cheerleader Bayreuth wird fast an die Decke geworfen. Foto: Redaktion.

Nicht mehr zeitgemäß? Schwachsinn!

Auch Selina Schreiner, Trainerin der United Cheerleader Bayreuth, die bei den Spielen der Bayreuth Dragons tanzen, kann den Schritt der Berliner nicht verstehen. Insbesondere die Argumentation, dass Cheerleading „nicht mehr zeitgemäß“ sei, stoße ihr sauer auf.

Diese Aussage ist meiner Meinung nach schwachsinnig. Cheerleading in Deutschland wird ein immer größeres Thema, sogar im Hinblick auf Olympia!

(Selina Schreiner, United Cheerleader Bayreuth)

Als Cheerleaderin habe man sowieso häufig bereits mit Vorurteilen zu kämpfen und müsse sich dafür rechtfertigen ob es ein Sport sei oder nicht. Ein solcher Schritt, von Seiten eines großen Basketballvereins, helfe dem Sport Cheerleading in jedem Fall nicht. 

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Hoffentlich keine Nachahmer

In einer Sache sind sich Schreiner und Stockinger einig. Beide hoffen darauf, dass andere Vereine nicht nachziehen. Daneben äußern beide auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts ihr Mitgefühl mit den ALBA Dancers, die seit Jahrzehnten immer ihr bestes gegeben hatten, wie Stockinger erklärt.

Ich hoffe für die ALBA Dancers, dass sie weiter machen und ihr Können in Zukunft woanders zeigen. Schließlich sind sie das beste Team in Europa.

(Selina Schreiner)

So hätte man auch ein Zeichen setzen können

Um ein Zeichen zu setzen, hätte der Verein auch andere Möglichkeiten gehabt, führt Diamonds-Trainerin Stockinger aus. Gerade in Berlin habe man dazu doch viele Möglichkeiten.

In Berlin hat man da doch unendlich viele Möglichkeiten. Es gibt ja auch männliche Cheerleader oder Breakdancer. Die hätten doch auch mal in der Pause auftreten können und so zeigen können, dass Frauen sowie Männer eben in vielen Rollen ein Vorbild sein können.

(Sandra Stockinger)