Aldi: “Knotenbeutel” kosten jetzt Geld

Plastiktüten an der Kasse gibt es bei Aldi schon seit vergangenem Jahr nicht mehr. Jetzt sagt der Discounter auch den dünnen Tütchen an der Obst- und Gemüse-Abteilung den Kampf an.

Zunächst will Aldi die Tütchen auf einen nachwachsenden Rohstoff umstellen, der bei der Zuckerrohrproduktion anfalle. Dafür will Aldi dann einen Cent pro Tütchen nehmen – ein eher symbolischer Betrag also. Im Internet schreibt Aldi:

Die Zahlen bestätigen, dass die Bepreisung der Plastiktaschen Verbraucher sichtlich zum Umdenken bewegt hat. Ein ähnliches Prinzip verfolgen wir mit dem symbolischen Cent für unsere Einwegtüten im Obst- und Gemüsebereich.

(Kristina Bell, Aldi Süd)

Die biobasierte Variante wird, wie üblicher Kunststoff, über die gelbe Tonne entsorgt und kann somit auch wieder recycelt werden. Der Vorteil des Beutels ist, dass bei der Herstellung kein Erdöl verwendet wird.

(Rayk Mende, Aldi Süd)

Im Herbst sollen dann waschbare Mehrweg-Tragenetze eingeführt werden. Von den sogenannten “Knotenbeuteln”, wie die dünnen Tüte am Obststand heißen, wurden im vergangenen Jahr in Deutschland laut Umweltministerium über drei Milliarden Stück gebraucht. Die Zahl war zuletzt gestiegen, seit Kunden dadurch versuchten, sich die kostenpflichtigen Tüten an der Kasse zu sparen.

Real will Plastik- durch Papiertüten ersetzen

Geht es nach Aldi-Süd, sollen andere Geschäfte nun mitziehen. Immerhin: Die Supermarktkette Real hat bereits angekündigt, die Beutel bis 2020 durch Papier ersetzen zu wollen. Aldi will laut einer Pressemitteilung kostenpflichtigen Knotenbeutel an dem Sommer 2019 aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen und anbieten. Daneben soll es ab Herbst dann auch waschbare Mehrwegnetze für Obst und Gemüse geben.