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Angst vor dem Notruf wegen Coronavirus in Bayreuth: “Rücksichtnahme fehl am Platz”

“Trotz der besonderen Situation gibt es für die Bürger keinen Grund bei akuten Erkrankungen nicht den Notruf 112 zu wählen.” Das teilt der Sprecher des BRK Kreisverbandes Bayreuth mit. 

Ein Bus hat in Bayreuth einen Fahrradfahrer abgedrängt. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Symbolfoto: pixabay

“Trotz der besonderen Situation gibt es für die Bürger keinen Grund bei akuten Erkrankungen nicht den Notruf 112 zu wählen.” Das teilt der Sprecher des BRK Kreisverbandes Bayreuth mit. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Bayreuth/Kulmbach und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Kreisverband Bayreuth geben bekannt, dass zum derzeitigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit besteht, das Gesundheitssystem durch den Verzicht auf das Rufen des Notrufes bei akuten Erkrankungen, zu entlasten.

Rückgang von Einlieferungen ins Krankenhaus

In der jüngsten Zeit haben Krankenkassen und Krankenhausgesellschaften bundesweit einen Rückgang bei der Einlieferung von Patienten mit akuten lebensgefährlichen Erkrankungen (wie zum Beispiel Herzinfarkten oder Schlaganfällen) beobachtet, erläutert der BRK-Kreisverband Bayreuth.

Die ILS Bayreuth/Kulmbach und das Bayreuther Rote Kreuz weisen darauf hin, dass im Fall einer akuten Erkrankung (zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall) diese Form der Rücksichtnahme auf die derzeitige Situation des Gesundheitssystem “fehl am Platz ist”. Nur schnelle Hilfe, notfallmedizinische Erstversorgung und die rechtzeitige Aufnahme der Behandlungen seien wichtig für Überlebenschancen ohne schwerwiegende, gesundheitliche Folgen.

Keine Angst vor Coronavirus im Krankenhaus

Das Sinken der Einlieferungszahlen wird von vielen Experten auch auf die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus im Krankenhaus zurückgeführt, beschreibt der BRK Kreisverband Bayreuth: “Sich im Fall einer akuten Erkrankung Sorgen, um eine Infektion im Krankenhaus zu machen ist allerdings nicht berechtigt.” Die Einhaltung strenger Hygienestandards und Infektionsschutzkonzepte in Krankenhäusern und im Rettungsdienst, sowie die Trennung von infizierten und nicht-infizierten Patienten, stellen eine möglichst sichere Behandlung der Patienten mit akuten Erkrankungen sicher, teilt der BRK Kreisverband Bayreuth mit.

Die ILS Bayreuth/Kulmbach und das Rote Kreuz in Bayreuth empfehlen der Bevölkerung daher, akute Krankheitssymptome ernst zunehmen und im Notfall Gebrauch von der Notrufnummer 112 zu machen. Denn bei Herzinfarkt oder Schlaganfall zähle jede Minute. Die verspätete Aufnahme der notfallmedizinischen Erstversorgung und der weiteren Behandlung senke die Überlebenschance des Betroffen oder könnte zu schwerwiegenden Dauerschäden führen.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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