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Coronavirus

Anmeldungen und im Freien: So feiern Kirchen in der Region Bayreuth Weihnachten

An Weihnachten feiern die Christen die Geburt Jesu. Wie das in der Corona-Pandemie geht, hat das bt von Pfarrern aus dem Landkreis Bayreuth erfahren.

Weihnachten 2020 in Stadt und Landkreis Bayreuth: Wie feiern die Kirchen das Fest zur Geburt Jesu? Das bt hat bei Pfarrerin Mareike Kraemer (Mistelgau) und Pfarrer Dr. Heinrich Hohl (St. Hedwig und weitere Gemeinden in der Region Bayreuth) nachgefragt. Es ist kompliziert in der Corona-Pandemie, angesichts täglich neuer Zahlen wie heute (9.12.2020), wo in der Region viele Corona-Neuinfektionen gemeldet wurden.

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Weihnachten 2020 in der Region Bayreuth

„Ich habe Bauchschmerzen, wenn ich an Weihnachten denke“, sagt Pfarrerin Mareike Kraemer aus Mistelgau. Es sei die Zeit, wo sich der Mensch nach Nähe sehnt. „Dennoch müssen wir konsequent sein und Abstand zueinander halten“: ein Dilemma. Kraemer erwarte in ihrer Gemeinde am 24. Dezember mehr Besucher als üblich zum Gottesdienst.

In der evangelischen Pfarrgemeinde wird an Weihnachten der Gottesdienst im Freien gefeiert. Abstand halten ist angesagt, es gibt ein ausgearbeitetes Hygienekonzept. „Seit Corona haben wir ein Sicherheitsteam, das darauf achtet“, sagt Mareike Kraemer. Die Nächstenliebe könne man auch mit Abstand gezeigt werden. „Wir bleiben gesund.“

Kirchen zu Corona: „Es wäre der Supergau für jeden Pfarrer“

„Wie üblich kommen an Weihnachten mehr Menschen zur Messe als sonst“, sagt Mareike Kraemer. Auf die Frage, ob sie Angst hat, angesteckt zu werden, sagt sie: „Es wäre ein Supergau für jeden Pfarrer.“ Sie habe von Berufswegen her Kontakt mit vielen Menschen.

Von Geburtstagsbesuchen bis zum Konfirmantenunterricht: In der Corona-Pandemie müsse sie sich kurz halten, vieles könne gar nicht stattfinden. „Es nimmt die Freude am Beruf“, sagt Kraemer. Der direkte Kontakt zu den Menschen sei wichtig in der Seelsorge. „Jetzt gilt es, diese Lücke mit Worten aufzufangen.“

„Weihnachten findet statt, aber die Umstände sind anders“

Die katholischen Pfarrgemeinden in der Region Bayreuth werden laut Pfarrer Dr. Heinrich Hohl ihr Angebot erweitern. So soll es mehrere Kinderkrippenfeiern und Stationsgottesdienste geben, die Mehrheit davon im Freien.

„Man braucht eine telefonische Voranmeldung.“ Soll heißen, dass sich Interessierte beim jeweiligen Pfarrbüro telefonisch voranmelden müssen. „Es ist eine Möglichkeit, Frust zu vermeiden“, erklärt Hohl im Gespräch mit dem bt, „denn wir können nicht mehr reinlassen als erlaubt.“

„Das ist eine Katastrophe“

„Wir können nicht anders“, sagt Heinrich Hohl. „Es ist zum Schutze aller.“ Weihnachten werde anders aber man dürfe nicht vergessen: „Wir haben auch noch den 25. und 26. Dezember“, die bekannten Weihnachts-Feiertage.

Persönlich findet Heinrich Hohl: „Das ist eine Katastrophe.“ Am schlimmsten findet er das Sing-Verbot. „Wenn der Organist ´Stille Nacht´ intoniert – da muss man doch ganz automatisch mitsingen.“

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß