Automatische Bremse für den Kinderwagen erfunden

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Ein abschüssiger Hang, eine junge Mutter, die mit Kinderwagen den Gehsteig bergab läuft: „Plötzlich rutscht sie mit einem Fuß vom Bordstein ab, stolpert und lässt den Kinderwagen los“, schildert Michael Fleischmann aus Marktzeuln, der an der Ampel steht und das Ganze beobachtet. Glück im Unglück, dass der Kinderwagen nach rechts in eine Einfahrt rollt und nicht auf die Fahrbahn. Das Baby darin bleibt unversehrt.

Situationen wie diese, dass der Kinderwagen einfach los rollt, weil er nicht gebremst wird, kommen sicherlich den einen oder anderen jungen Eltern bekannt vor. Bei Michael Fleischmann löst das Erlebnis eine Initialzündung aus: Er beschließt, einen Kinderwagen zu konstruieren, der selbstständig bremst.

Von links: Hans-Jürgen Brunn, Michael Fleischmann und die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner. Foto: red

Gemeinsam mit seinem Cousin Hans-Jürgen Brunn verwirklicht er die Idee, wird zum Erfinder und macht aus der Not ein Patent. Den Prototypen eines Kinderwagens mit selbsttätiger Bremse stellte er im Lichtenfelser Landratsamt Landrat Christian Meißner und der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner vor.

Derzeit wird seine automatische Bremse in Kooperation mit einer Modellbaufirma aus Lichtenfels zur Serienreife weiterentwickelt. Durch einen Schlüssel kann die Bremse auch als Diebstahlsicherung oder Wegfahrsperre genutzt werden.

„Das Ziel wäre, dass die Kinderwagenhersteller diese Bremse als Standard in jeden Kinderwagen einbauen, um Unfälle zu vermeiden. (…) Der 5-Punkt-Gurt, damit das Kind nicht herausfällt, ist Pflicht in jedem Kinderwagen. Dass der Wagen allein losfahren kann, weil er keine automatische Bremse hat, scheint bislang niemanden zu interessieren.“

(Michael Fleischmann, Erfinder)