Barrierefreiheit: Rollstuhlfahrer streitet mit Stadtrat

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Die Diskussion um die geplante Brückenunterführung in der Kulmbacher Straße geht weiter. Rollstuhlfahrer wie Bastian Beekes fühlen sich von der Aussage des Fraktionsvorsitzenden des Jungen Bayreuths, Stefan Schuh, verletzt. Schuh sagte sinngemäß eine nicht barrierefreie Lösung wäre zu verschmerzen. Jetzt äußert sich auch Stefan Schuh zu der Situation.

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Stefan Schuh: “Ich würde auch gerne eine Verbesserung für Rollstuhlfahrer sehen”

Ab einer Steigungen von 7 Prozent haben Rollstuhlfahrer massive Probleme. Foto: Susanne Jagodzik

Bedauerlicherweise wurde ich in der Berichterstattung unvollständig zitiert, denn dem veröffentlichten Zitat “In der Tat war die Überquerung dort an der Kulmbacher Straße eine kritische Stelle. Dass die Barrierefreiheit hier nicht zu 100 Prozent erreicht wird, ist zu verschmerzen” folgte der Halbsatz “, da wir zumindest eine wesentliche Verbesserung der vorliegenden Situation erreichen.”

Es ist meine Überzeugung, dass wir mit dem Verwaltungsvorschlag, die Rampen mit 7% und knapp 10% Steigung zu realisieren, die Situation für zahlreiche Nutzer wesentlich verbessern. Zu meinem und sicherlich unser aller Bedauern ist eine Realisierung der Rampen mit geringerer Steigung nicht möglich, da einerseits ein Bauwerk (Brücke) eine Verlängerung der einen Rampe verhindert und andererseits aus wasserwirtschaftlichen Gründen die zweite Rampe ebenfalls nicht weniger steil ausgeführt werden kann ( Das Wasserwirtschaftsamt würde sonst keine Zustimmung geben). Dies wurde in der Sitzung auch von Baureferentin Urte Kelm ausführlich begründet.

Somit war abzuwägen, ob man die Situation weiterhin für alle Bürgerinnen und Bürger in der bisherigen kritischen Form belässt oder ob man zumindest für einen Großteil der Bürgerinnen und Bürger eine Verbesserung erreicht. Ich habe mich für die letztere Variante entschieden, wenngleich ich auch gerne eine Verbesserung für Rollstuhlfahrer erreicht sehen möchte.

(Stefan Schuh, Fraktionsvorsitzender Junges Bayreuth)


Bastian Beekes kontert

Rollstuhlfahrer Bastian Beekes fordert einen barrierefreien Übergang an der Kulmbacher Straße. Foto: Susanne Jagodzik

Bastian Beekes, reagierte prompt auf die Antwort des Fraktionsvorsitzenden des Jungen Bayreuth und wandte sich in einem Schreiben direkt an Stefan Schuh:

Sie werden von mir immer Kontra bekommen, wenn Sie die Meinung äußern, es wäre OK, bestimmte Gruppen zu übergehen und damit auszugrenzen.

(…) Umschiffen können Sie die Klippe mit dem Zusatz: “wenn wir gleichzeitig an der Stelle eine gefahrlos barrierefreie Querungsmöglichkeit schaffen.”

(Bastian Beekes, Rollstuhlfahrer aus Bayreuth)

Beekes schlägt außerdem vor, im Behindertenbeirat über die geplante Unterführung zu diskutieren. Das letzte Wort scheint also noch nicht gesprochen zu sein.