Bayreuth: Wie hoch die Mieten wirklich steigen

Laut einer Studie des Online-Immobilienportals immowelt.de sind die Mieten in den vergangenen zehn Jahren in Bayreuth um 63 Prozent gestiegen. Das wäre so viel, wie sonst nirgends in Bayern. Die Stadtverwaltung glaubt aber, diesen Wert widerlegen zu können.

Denn: immowelt.de nutzt einerseits ausschließlich die Daten von Neuvermietungen, andererseits wertet es nur die Objekte aus, die auch auf dem Portal veröffentlicht wurden. Aktuell befinden sich allerdings nur 65 Mietwohnungen auf deren Seite.

Im Gegensatz dazu bietet die Stadt Bayreuth, für die es keinen offiziellen Mietspiegel gibt, eine Mietenübersicht an. Diese soll einen Richtwert darstellen und das Mietniveau überschaubar machen. Hierbei werden Fragebögen, die Käufer von Immobilien zugesandt bekommen, aber auch Zeitungs- und Internetanzeigen ausgewertet. Mit Hilfe statistischer Methoden werden dann die durchschnittlichen Mieten für die einzelnen Wohnungsgrößen abgeleitet. Hier werden mehr als 1000 Mietangaben berücksichtigt. Eine deutlich größere Zahl also als bei dem Onlineportal.

26 statt 63 Prozent

Die Mietenübersicht für 2018 befindet sich noch in der Fertigstellung. Trotzdem lässt sich bereits jetzt sagen, dass 2018, wie auch in den vergangenen zehn Jahren, die Mietsteigerung bei zwei bis drei Prozent liegt. Bei einer 3-Zimmer-Wohnung kommt man so auf eine Mietpreis-Steigerung von 26,5 Prozent. Deutlich weniger als immowelt.de behauptet.

Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Wohnen in der Uni-Stadt

Auf ihrer Internetseite erklärt die Stadt, dass sie nunmal als attraktiver Unistandort gelte und die Studentenzahlen seit Jahren kontinuierlich stiegen. Durch weitere Faktoren, wie einer guten Autobahnanbindung und vielen Arbeitsplätzen, sei es klar, dass es immer wieder zu Engpässen auf dem Wohnungsmarkt kommen könne.

Bauprojekt GlockenGut

Dem versuche die Stadt aber mit einer größeren Anzahl an Bauprojekten für geförderte Mietwohnungen, wie den Projekten “Untere Rotmainaue” oder “GlockenGut” entgegenzuwirken. So seien erste Veränderungen bereits bemerkbar. Aufgrund der erhöhten Bauproduktion verlangsame sich auch der Preisauftrieb merklich.

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sagt dazu:

Für den sozialen Frieden und den Zusammenhalt in einer Stadt ist es von erheblicher Bedeutung, dass ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. Bei der Versorgung mit Wohnungen müssen seitens der Stadt die Bedürfnisse und Notwendigkeiten im Vordergrund stehen, nicht die Frage der Rendite. (Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin)

So entstehe im Bereich Scheffelstraße/Am Mühlgraben ein neues Wohngebiet für 50 bis 75 neue Wohnungen. Weitere 107 Wohneinheiten seien künftig im Mischgebiet „Insel / Sophienkarree“ möglich. In Laineck, Kalte Leite, werde es weitere Möglichkeiten für neuen Wohnraum geben. Wo heute noch das Rathaus II steht, werde bald Platz für ein neues Viertel samt Mehrgenerationen-Wohnungen.