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Flutkatastrophe im Ahrtal

Bayreuther BRK-Helfer über Einsatz nach Flut im Ahrtal: Kind hat „vor Freude über ein Eis geweint“

Das Bayerische Rote Kreuz Bayreuth dankte am Mittwoch (16.09.2021) den Helfern der Flutkatastrophe im Ahrtal. Niemand habe so einen Einsatz schon mal erlebt.

Am Mittwoch (16. September) dankte das Bayerische Rote Kreuz in Bayreuth den Helfern aus Stadt und Land, die nach der Flutkatastrophe im Ahrtal aktiv waren.

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Viele Freiwillige verschiedener Ortsgruppen sind einer Einladung zum Helferessen gefolgt.

BRK Bayreuth dankt freiwilligen Helfern der Flutkatastrophe

Als „gar nicht selbstverständlich“ bezeichnete der Kreisbereitschaftsleiter und stellvertretender Kreisgeschäftsführer des BRK in Bayreuth, Richard Knorr, die schnelle und unkomplizierte Hilfe. 47 Freiwillige des BRK aus den Ortsgruppen Bayreuth I, Creußen, Gefrees, Mehlmeisel, Hollfeld, Fichtelberg, Pegnitz, Mistelgau und Bad Berneck sind in Rheinland-Pfalz im Einsatz gewesen. Die ersten von ihnen sind am 19. Juli ins Katastrophengebiet aufgebrochen.

Innerhalb kürzester Zeit seien die Helfer einsatzbereit gewesen, so Knorr. „Der Einsatz ist durchaus belastend gewesen“, blickte Knorr zurück. Entsprechend dankte er den Aktiven und Helfern im Hintergrund. Nicht zuletzt die Freistellung der Freiwilligen von deren Arbeit sei enorm wertvoll gewesen.

BRK-Helfer aus Bayreuth: „Ich wusste nicht, was bei diesem Einsatz auf mich zukommt“

Das bt sprach mit zwei Rot-Kreuzlern der Bereitschaft Bayreuth I. Alfred Lang ist zweimal im Katastrophengebiet gewesen. Fünf Tage unterstützte er die Feuerwehr. Beim zweiten Einsatz packte er in der Technik mit an – und half so beispielsweise, täglich 5.000 Mahlzeiten bereitzustellen. Er zeigte sich erschüttert von der Situation, die sich ihm bot. „Vielerorts ist nichts mehr übrig gewesen“, erinnerte er sich. „Wo wir konnten, sind wir mit den Fahrzeugen gefahren. Wo das nicht ging, sind wir gelaufen.“

Sogar dreimal im Ahrtal war Sebastian Barisch. Auch er ist Mitglied der Bereitschaft Bayreuth I. „Ich wusste nicht, was bei diesem Einsatz auf mich zukommt. Ich war erschüttert, als ich ankam und die Szenerie sah.“ Für ihn war es der erste Einsatz im Katastrophenschutz. Das Gesehene verarbeitete er mit anderen Kollegen abends in gemeinsamen Gesprächen. „Wir hatten Kollegen und Kolleginnen der psychosozialen Notfallversorgung dabei. Gemeinsam konnten wir das Erlebte besser verarbeiten.“

Flutkatastrophe im Ahrtal „wohl wie im Krieg“

Marco Schreck war sechs Tage am Stück vor Ort. Er ist Bereitschaftsleiter der Ortsgruppe Hollfeld. Als „surreal in jeder Art und Weise“ beschreibt er den Einsatz. Lesen Sie hier, was Schreck und das Rote Kreuz aus Hollfeld vor Ort geleistet haben.

Der Einsatz sei wichtig und richtig gewesen, wie Schreck anfügt. Eine Situation, die ihm in Erinnerung geblieben ist: „Als wir Eis an die Betroffenen verteilt haben. Ein kleines Kind hat mit der Sandkastenschaufel den Eltern geholfen, Matsch zu beseitigen. Es hat vor Freude über ein Eis geweint.“