foodsharing-Botschafter Sven Hafke vor dem Fair-Teiler im RW21.

Bayreuths Fair-Teiler: So lassen sich Lebensmittel vor dem Müll retten

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Laut Bundeszentrum für Ernährung landen in Deutschland jährlich 11 Millionen Lebensmittel im Müll. Deswegen setzen sich Freiwillige der Initiative foodsharing dafür ein, das Essen zu retten. Denn: Zwei Drittel der Produkte landen im Müll, obwohl sie noch genießbar wären. Das Bayreuther Tagblatt hat mit Sven Hafke, einem foodsharing-Botschafter aus Bayreuth, darüber gesprochen, was mit dem geretteten Essen in Bayreuth passiert. Er gibt Tipps, die man im Alltag ganz leicht umsetzen kann.

Das Essen wertschätzen

Foodsharing möchte erreichen, dass die Menschen achtsamer mit dem Essen umgehen, d.h. dass es wieder mehr wertgeschätzt wird. Ein Schritt um die Verschwendung von Lebensmitteln zu verringern, ist es sie zu teilen. Deswegen hat foodsharing in Bayreuth zwei sogenannte “Fair-Teiler” aufgestellt: im Eingangsbereich des RW21 und an der Uni Bayreuth im Foyer des Gebäudes für Geisteswissenschaften I.

Was beim den Fair-Teilern unbedingt beachtet werden muss.

Was beim den Fair-Teilern unbedingt beachtet werden muss. Foto: red

Wer sich um die Fair-Teiler kümmert

Die “Fair-Teiler” sind Schränke, die dazu dienen, dass Lebensmittel verteilt werden können. Die Bedingung in Bayreuth: Es dürfen nur Produkte hinein, die nicht gekühlt werden müssen und die noch genießbar sind, erklärt foodsharing-Botschafter Sven Hafke.

Innerhalb des foodsharing-Teams kümmern sich etwa 60 Personen darum, Essen, das übrig geblieben ist, von Supermärkten, Restaurants oder Catering-Services abzuholen. Mit manchen Kooperationspartnern, wie zum Beispiel Edeka Schneider, gibt es feste Verträge und feste Termine für die Abholung der Lebensmittel, sagt Hafke. Die vier Bayreuther foodsharing-Botschafter, die besonders viel Zeit investieren, koordinieren zum einen die Aufgaben innerhalb der foodsharing-Gruppe und kümmern sich ebenso um den Aufbau von neuen Kooperationen.

Auch Sven Hafke bringt pro Woche bis zu zehn Stunden dafür auf, dass alle Produkte zeitnah transportiert und weiter gegeben werden.

Im Fair-Teiler lag aktuell nur Pfefferminztee und Zahnpasta. Alle anderen Produkte haben im Laufe des Vormittags schon einen neuen Besitzer gefunden.

Im Fair-Teiler lag aktuell nur Pfefferminztee und Zahnpasta. Alle anderen Produkte haben im Laufe des Vormittags schon einen neuen Besitzer gefunden. Foto: red

Allerdings würden manche Anfragen für einmalige Abholungen auch spontan eintreffen. “In diesem Fall entscheidet jeder Abholer, wie die Produkte verwertet werden. Er kann sie an Freunde und Bekannte geben oder selbst verwerten”, sagt Hafke. Natürlich sei es auch über diverse Social-Media-Gruppen möglich, die Produkte zu verteilen.

Um die Lebensmittelverschwendung im Alltag gering zu halten, rät Sven Hafke:

  • nicht hungrig Einkaufen gehen
  • eine Liste vor dem Einkauf schreiben
  • einen mehrtägigen Plan schreiben, wann man welches Gericht isst
  • die Lebensmittel bei der richtigen Temperatur lagern

Für uns im Foodsharing-Team ist es am wichtigsten, dass die Lebensmittel nicht doch noch im Müll landen, sondern verwertet werden.

(Sven Hafke, foodsharing-Botschafter aus Bayreuth)

Wie man mithelfen kann

“Beim foodsharing kann jeder mitmachen”, sagt Hafke. In der Gruppe seien Studenten, Rentner und auch Berufstätige aktiv. “Jeder investiert so viel Zeit, wie es ihm gerade möglich ist”, sagt er. Ein System, das gut funktioniert. Lebensmittel in die Fair-Teiler stellen oder sich welche daraus nehmen, darf jeder. Wer aktiv im foodsharing-Team mitarbeiten möchte, muss einen kleinen Test machen, bevor er Lebensmittel bei Kooperationspartnern “retten” darf. Hafke selbst ist über eine Freundin ins foodsharing-Team gekommen und seither engagiert. “Wir werden voraussichtlich auch wieder beim Bayreuther Foodtruck-Festival im September im Einsatz sein”, sagt er. Auch bei Veranstaltungen an der Uni Bayreuth, sei das foodsharing-Team oft mit einem Stand vor Ort.

Wir wollen, dass auf politischer Ebene etwas passiert. Das Traumziel wäre, dass wir uns selbst abschaffen können und es automatisch funktioniert, dass keine Lebensmittel mehr im Müll landen.

(Sven Hafke, foodsharing-Botschafter aus Bayreuth)

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