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Coronavirus

Beerdigungen während der Corona-Krise in Bayreuth: Trauern nur mit Beschränkungen

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern und damit auch in Bayreuth machen auch vor dem Tod nicht Halt. Beerdigungen und Bestattungen haben Einschränkungen.

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern und damit auch in Bayreuth machen auch vor dem Tod nicht Halt. Trauernde müssen aktuell mit einigen Beschränkungen bei der Beerdigung aber auch schon im Vorfeld einstellen. Bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen in Bayern drohen Bußgelder: Hier gibt es die Übersicht.

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Bestattungen im Raum Bayreuth im Überblick

Inhaber der „Trauerhilfe Dannreuther e.K.“ Reinhold Glas kennt die Beschränkungen für Beerdigungen: „Die Trauergesellschaft umfasst nur den engsten Kreis mit maximal 15 Personen der Verwandten. Dies sind Verwandte ersten Grades (Eltern und Kinder inkl. Ehegatten), zusätzlich zweiten Grades (Geschwister mit evtl. Ehegatten.“

Außerdem dürfen nach seinen Angaben „Personen mit Fieber, Husten oder ähnlichen Beschwerden nicht teilnehmen.“ Alle Bestattungsfeierlichkeiten müssen im Freien stattfinden. Auch dort muss der Abstand zwischen den Personen von mindestens 1,50 m eingehalten werden.

Glas erklärt weiter: „Offene Aufbahrungen sind verboten. Erdwurf und Weihwasser am Grab sind nicht zulässig. Deswegen sind auch keine Gießkannen oder dergleichen im Friedhof.“

Beerdigungen in Bayreuth während der Corona-Krise

„Alles anders. Alle im kleinsten Kreis. Alle ganz kurz“, fasst Christian Steger, Pfarrer der Bayreuther Schlosskirche, die Beschränkungen bei den Beerdigungen zusammen. 20 Minuten dürfe eine kirchliche Bestattung höchstens andauern: „Und da ist der Weg zum Grab mit eingerechnet.“

Auch er darf Trauergespräche nur übers Telefon durchführen: „Normal wird dabei Trost gegeben und jetzt muss das alles nur über das Telefon gemacht werden.“

„Beratungen zu den Bestattungen werden von uns nur noch in Telefonkonferenzen, nach vorheriger Anmeldung durchgeführt. Nur in besonderen Situationen werden die Beratungen im Bestattungsinstitut mit maximal zwei Personen abgehalten. Berührungslose Desinfektions- und Seifenspender, sowie eine Plexiglasscheibe als Schutz sind selbstverständlich“, erklärt Glas das Vorgehen seines Bestattungsunternehmens.

Polizei bei Bestattung vorbeigefahren

„Bis jetzt haben alle Hinterbliebenen mit Verständnis reagiert“, sagt Glas. Das Verhalten der Angehörigen bei den Beisetzungen sei bei ihm sehr diszipliniert gewesen. „Bei einer Bestattung ist sogar die Polizei vorbei gefahren. Es gab aber keine Beanstandungen“, erklärt Reinhold Glas weiter.

Verstorbene müssen wie Infizierte behandelt werden

Auch die Schutzmaßnahmen der Bestatter wir in den Zeiten der Corona-Krise verändert. „Alle Verstorbenen werden wie infiziert behandelt, da wir nicht ausschließen können, dass jemand ohne es zu wissen infiziert wurde“, erklärt Glas. Das heißt, es wird dort mit Ganzkörperoverall, Schutzbrille und Mundschutz gearbeitet. In dieser Montur werden auch Seniorenheime betreten, um die Bewohner zu schützen, erläutert Glas. „Unsere Vorräte an Schutzkleidung und Desinfektionsmittel haben wir aufgestockt, was sich nicht immer einfach gestaltet“, sagt der Inhaber des Bestattungsunternehmens.

Bayreuther Tagblatt - Christoph Wiedemann

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Christoph Wiedemann