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Coronavirus

Beinahe keine Erstimpfungen für drei Wochen in Bayern – ein quasi Impf-Stopp in Impfzentren

Der Fokus liege für etwa drei Wochen auf Zweitimpfungen. Durch die Blume kündigt das Bayerische Ministerium nun doch einen quasi Impf-Stopp in Impfzentren an. Hausärzte sollen nun Erstimpfungen durchführen.

Verwirrung um Corona-Impfungen in Bayern und Bayreuth. Zuerst teilte das Bayreuther Landratsamt einen Impf-Stopp für Erstimpfungen an Impfzentren mit. Dann widersprach das Bayerische Gesundheitsministerium. Nun gibt es irgendwas dazwischen.

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Die Lage an Bayreuther Impfzentren ist weiterhin unklar. Oberbürgermeister Ebersberger hat sich zuletzt auf Nachfrage des bt geäußert.

Ein Impf-Stopp light? Kaum Erstimpfungen in Bayerischen Impfzentren

Die Corona-Erstimpfungen sind in Bayern weiterhin möglich, teilt das Bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege auf Nachfrage des bt mit. Die Erstimpfungen werden schwerpunktmäßig durch niedergelassene Haus- und Fachärzte angeboten. Der Fokus der Impfungen in den Impfzentren liegt derzeit auf Zweitimpfungen, heißt es weiter. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte am Mittwoch in München: „Rund 11 Prozent (haben) eine Zweitimpfung und damit den vollen Impfschutz. Auch Zweitimpfungen sind wichtige Impfungen für den Kampf gegen die Pandemie. Nur sie bieten den vollen Immunschutz.“

Der Minister erklärte: „Wir haben früh im Einvernehmen mit dem Bund und analog zu allen anderen Bundesländern auf eine hohe Impfrate an Erstimpfungen gesetzt, um möglichst vielen Menschen schon mit einer ersten Impfung einen guten Schutz vor einem schweren Verlauf einer Covid-Infektion zu geben. Auf diese Erstimpfungen muss aber jeweils eine Zweitimpfung folgen und die umfangreichen Erstimpfungen der KW 14 bis 16 schließen wir jetzt ab. Allein in den Impfzentren stehen in den kommenden vier Wochen mehr als 1,1 Millionen Zweitimpfungen an. Diese bereiten wir mit größter Sorgfalt vor.“

Impfdosen werden für Zweitimpfungen benötigt

Holetschek ergänzte: „Gerade in den Kalenderwochen 14 bis 16 wurden in den Impfzentren nahezu ausschließlich Erstimpfungen durchgeführt. Die STIKO hatte den Abstand zwischen den beiden Impfungen mit Biontech von drei auf sechs Wochen verlängert, sodass für Erstimpfungen viele Impfdosen bereitstanden. Klar ist: Nun müssen diese Impfserien abgeschlossen werden. Auf unser hohes Tempo an Erstimpfungen folgt in festem zeitlichen Abstand ein hohes Tempo an Zweitimpfungen. Damit erhalten viele Menschen in Bayern nicht nur vollen Impfschutz, sondern auch viele Freiheitsrechte zurück.“

Auch die Änderung der STIKO-Empfehlung bei AstraZeneca für unter 60-Jährige führt dazu, dass die notwendigen Zweitimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff ersetzt werden müssen. Dieser Impfstoff kann dann nicht für Erstimpfungen verwendet werden.

Keine klare Ansage von Holetschek: Drei Wochen Zweitimpfungen in Bayern

Holetschek sagte: „Zur Wahrheit gehört auch: Bei nahezu gleichbleibenden Liefermengen durch den Bund für die Impfzentren bedeutet dies eine Verschiebung des Impfstoffs hin zu Zweitimpfungen. Das Abschließen von Impfserien hat Priorität, um vielen Menschen in Bayern den vollen Impfschutz bieten zu können. Wir stehen dazu in engem Austausch mit den regionalen Impfzentren und lokalen Koordinatoren. Ich möchte betonen, dass unser Haus keine generelle Absage von bereits vereinbarten Erstimpfterminen an die Impfzentren veranlasst hat. Der Fokus in den nächsten rund drei Wochen liegt in den Impfzentren aber auf den Zweitimpfungen.“

Der Minister ergänzte: „Ich gehe davon aus, dass wir – vorbehaltlich ausreichender Impfstoffversorgung – in rund drei Wochen in den Impfzentren auch wieder Erst- und Zweitimpfungen anbieten können. Bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten werden weiterhin Erstimpfungen angeboten und durchgeführt – und das ohne Priorisierung. Natürlich werden auch hier künftig verstärkt mehr Zweitimpfungen verabreicht werden, weil auch die Ärzte erfolgreich und rasch impfen. Klar ist: Die Impfzentren und Praxen ergänzen sich und bleiben wichtige Säulen der erfolgreichen Bayerischen Impfstrategie.“

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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