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Luftrettung

Hubschrauberpilot aus Bayreuth über seinen Beruf: „Luftrettung war für mich Lebenselixier“

Seit 40 Jahren ist der ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 20“ in Bayreuth in Dienst. Ex-Pilot Georg Vogel blickt zurück auf seine Arbeit.

Jubiläum für „Christoph 20“: Der ADAC Rettungshubschrauber ist seit 40 Jahren am Klinikum Bayreuth stationiert.

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Für das bt blickte Ex-Pilot und Stationsleiter Georg Vogel zurück auf seine Arbeit als Rettungsflieger.

Ex-Pilot aus Bayreuth über seine Arbeit als Hubschrauberpilot

Die ADAC Luftrettung in Bayreuth und der ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 20“ feiern Jubiläum: Seit 40 Jahren sind sie am Klinikum Bayreuth stationiert. Bei einer kleinen Feierstunde im Hangar von „Christoph 20“ würdigten am Freitag, 17. September 2021, Vertreter von ADAC Luftrettung, BRK, Klinikum, des zuständigen bayerischen Innenministeriums sowie des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) als Träger der Luftrettung die Arbeit der Rettungsflieger.

Fast genauso lange ist Georg Vogel dort stationiert gewesen. Von 1983 bis 2015 war er 32 Jahre lang Rettungspilot, später auch Stationsleiter. „Luftrettung war für mich Lebenselixier. Ich habe sie als Berufung empfunden“, sagt Vogel. Seit sechs Jahren ist er in Ruhestand. Nicht nur Kollegen der Luftrettung am Klinikum und anderer Rettungsdienste bezeichnen den bescheidenen Vogel hinter vorgehaltener Hand ehrfurchtsvoll als Legende.

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So hat ein Zugunglück die Arbeit für den Ex-Hubschrauberpilot verändert

Die Arbeit als Rettungspilot ist eine Arbeit der Extreme. Bei vielen der mehr als 55.000 Rettungseinsätze seit 1981 ist Vogel als Pilot von „Christoph 20“ im Einsatz gewesen. Was sich im Laufe der Zeit an seiner Arbeit geändert hat? „Die Betreuung der Retter“, sagt Vogel sofort. Das ICE-Unglück in Eschede 1998 mit 101 Toten sei eine Zäsur gewesen. „Da hat man gemerkt, dass auch Retter Unterstützung brauchen.“ Vogel selbst hat diese Unterstützung in Anspruch genommen und danach an Kollegen weitergegeben.

Mit einem klassischen Bürojob ist die Arbeit als Pilot nicht zu vergleichen. „Teilweise hatte ich bis zu 15 Stunden Dienst. Allerdings mit Ruhephasen dazwischen“, erinnert sich Vogel. „Und jedes dritte Wochenende war komplett vom Dienst abgedeckt.“ Für die Familie sei das nicht immer einfach gewesen. Dennoch blickt er mit Genugtuung und Dankbarkeit auf 32 Jahre Arbeit in der Luftrettung Bayreuth zurück.

Das waren technische Meilensteine für Luftretter Georg Vogel in Bayreuth

Auch der technische Fortschritt hat die Arbeit der ADAC Luftrettung in Bayreuth einfacher gemacht: „Seit 1994 arbeiten wir mit Computern. Flug- und Patientendaten können seitdem viel schneller bearbeitet werden“, sag Vogel. Seit 2007 fliegt „Christoph 20“ mit einem Navigationsgerät. Das Einsatzziel kann hausnummerngenau angegeben werden. Heute ohne Technik? „Unvorstellbar“, sagt Vogel sofort, der sämtliche Fortschritte aus nächster Nähe miterlebt hat.

Heute besteht die Crew der ADAC Luftrettung in Bayreuth aus drei Piloten, 17 Notärzten des Klinikums Bayreuth und auch Notfallsanitätern.

So startet Hubschrauber „Christoph 20“ in den Einsatz

Kurz vor dem bt-Gespräch mit Georg Vogel kam tatsächlich ein Einsatzsignal aus der Integrierten Leitstelle für „Christoph 20“. Innerhalb von zwei Minuten ist das Personal startklar und hebt mit dem Hubschrauber ab. Unterwegs erreicht der Helikopter eine Geschwindigkeit von 230 km/h. Innerhalb 20 Minuten legt er 70 km zurück. Folgendes Video zeigt den Start von „Christoph 20“.

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