Blaualgen und Noro-Virus: So steht’s um die Badeseen der Region

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Der Sommer zieht die  Menschen an die Badeseen in der Region. Doch Blaualgen lassen den Badespaß derzeit zum Gesundheitsrisiko werden. Das Bayreuther Tagblatt hat sich bei den Landratsämtern in der Region zu der Situation an den Badeseen umgehört. Welche Seen sind belastet und welche nicht?

Noro-Viren in Bamberger Badesee

Besonders akut ist die Lage im Raum Bamberg. Dort musste ein Badesee in Frensdorf aufgrund von Blaualgen und Noro-Viren gesperrt werden. Nach Angaben von Heinz Wagner, Leiter des Gesundheitsamtes Bamberg, gebe es bisher 79 Personen, die nach dem Schwimmen über Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen geklagt hätten. Wasserproben ergaben dann einen sehr hohen Wert an toxischen Blaualgen. Auch Noro-Viren konnten in dem Badesee in Frensdorf nachgewiesen werden. Wie es zu dem Befall kommen konnte, ist noch nicht genau erwiesen. Klar sei, dass es keine Zuleitungen mit Abwasser gebe. Laut Heinz Wagner hat wahrscheinlich ein Badegast die Viren in den See gebracht.

Da es sich bei Noro-Viren um eine besonders hartnäckige Art Viren handelt, gehe man davon aus, dass der See noch mehrere Wochen gesperrt bleiben müsse. Die Saison in Frensdorf scheint damit vorbei.

Grünes Licht im Landkreis Bayreuth

Baden im Trebgaster Badesee ist aktuell unbedenklich. Foto: Oliver Riess

Entwarnung gibt es dagegen im Landkreis Bayreuth. Auf Nachfrage des bt heißt es dort, dass aktuell mit keiner Gefahr zu rechnen sei. Alle vier Wochen würden die Gewässer im Landkreis vorschriftsmäßig geprüft.

Die nächste Prüfung steht Mitte August an. Allerdings gehen wir auch dann von keiner Gefahr aus. Die aktuelle Wetterlage spielt uns da gut in die Karten. Durch den Regen der letzten Tage geht die Gefahr der übermäßigen Blaualgenbildung zurück.

(Christian Netolitzky, Mitarbeiter Landratsamt Bayreuth)

Entwarnung auch in Kulmbach und Eschenbach

Camelia Fiedler, Leiterin des Gesundheitsamtes in Kulmbach, gibt für den Landkreis Kulmbach ebenfalls Entwarnung. Trotzdem würden die Gewässer sehr intensiv beobachtet werden.

An der Kieswäsch hatten wir schon öfters Probleme mit Blaualgen. Dieses Jahr sieht es aber gut aus. Es besteht keine Gefahr in unseren Gewässern zu baden.

(Camelia Fiedler, Leiterin des Gesundheitsamtes Kulmbach)

Auch am Rußweiher in Eschenbach können Badegäste bedenkenlos das kühle Nass genießen.

So entstehen die giftigen Blaualgen

Blaualgen sind zu jeder Zeit in den Gewässern zu finden. Erst ab einer besonders hohen Konzentration der toxinbildenden Art wird es für den Menschen gefährlich. Badegäste klagen dann oft über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Durchfall.

Zur Bildung der giftigen Blaualgen tragen verschiedene Faktoren bei. Der klassische Raum für die Bildung von toxischen Blaualgen sind stehende Gewässer. Kommen dann ausgeprägte Warmphasen hinzu, in denen es lange Zeit windstill ist, werden die Schichten in den Gewässern nicht durchmischt. Dadurch wird das Wachstum begünstigt.