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Studierenden-Parlament

Braucht die Uni Bayreuth Unisex-Toiletten für Studierende?

Das Studierenden-Parlament (StuPa) der Uni Bayreuth hat sich auf seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für Unisex-Toiletten ausgesprochen, doch es gibt Kritik.

Auf der jüngsten Sitzung des Studierenden-Parlamentes (StuPa) an der Uni Bayreuth am 1. Dezember 2020 hat sich das Gremium aus fünf hochschulpolitischen Parteien und sechs Fachschaften mit dem Antrag zum Thema „Toiletten für alle“ der Grünen Hochschulgruppe beschäftigt. Darin geht es um die Einrichtung von Unisex-Toiletten in den Campus-Gebäuden. Erst Anfang November dieses Jahres war die Uni Bayreuth erneut im internationalen THE-Ranking ausgezeichnet worden.

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Uni Bayreuth: Unisex-Toiletten für Studierende werden zum Politikum

Rund 14.000 Studierende gibt es an der Uni in Bayreuth. Die Hochschulgruppe der Grünen im StuPa will „Toiletten für alle“. Im Gespräch mit dem bt erklärt das Paul Neumaier so: Gibt es in einem der Uni-Gebäude mindestens zwei Mal je eine Männer- und Frauentoilette, dann soll einer dieser „Mann-Frau-Abort-Komplexe“ unisex werden. Also statt zwei Mal Mann und zwei Mal Frau, nur ein Mal Mann und ein Fall Frau und zwei Mal Unisex-Klo.

Mehrfach auf dem Campus der Uni Bayreuth verteilt: Klo für alle Studierenden

Der Grund für den Antrag der Hochschulgruppe der Grünen ist laut Sprecher Paul Neumaier, dass es Studierende gibt, die sich nicht als männlich oder weiblich, sondern als divers sehen. Die Uni Bayreuth sei keine offene Uni ohne Unisex-Toiletten. Wer sich unwohl fühlt mit dem einen wie dem anderen Geschlecht, also männlich oder weiblich, dürfe nicht benachteiligt werden.

Außerdem sehe er einen Vorteil für die weiblichen Studierenden: Die könnten von den Unisex-Toiletten profitieren. Schlangen an den Damentoiletten auf dem Campus könnten der Vergangenheit angehören, so der Plan. Es sei durchaus vorstellbar, dass solche Unisex-Toiletten auch Urinale aufweisen, so Paul Neumeier auf Nachfrage. „Die Bereiche müssten dann getrennt werden.“

„Wir sehen das anders“: Was der Ring Christlich-Demokratischer Studenten Bayreuth e.V. (RCDS) gegen Unisex-Toiletten hat

Im Gespräch mit dem bt sagt Jan Plambeck vom RCDS unter anderem, dass es an verlässlichen Informationen darüber fehle, wie groß das von den Grünen im StuPa vorgebrachte Problem der Diskriminierung wirklich ist. Weiter fehle es an einer genauen rechtlichen Einordnung, was tatsächlich zu tun ist, ebenso wie an einer Kostenplanung. „Es gibt noch nicht mal ein genaues Konzept, wie die Unisex-Toiletten aussehen sollen.“

Der Beschluss des Parlaments der Studierenden ist annähernd zu vergleichen mit der Beschlussvorlage eines Ausschusses in den kommunalen Gremien:

  • Es gibt Dinge, die das StuPa verabschieden und damit umsetzen kann.
  • Es gibt Dinge, bei denen das StuPa eine Empfehlung aussprechen kann. Dazu gehören die Unisex-Toiletten.

Die im StuPa mehrheitlich beschlossene Entscheidung pro Unisex-Toiletten in Uni-Gebäuden geht nun in die „Uni-Vollversammlung“, also im übertragenen Sinn in den Stadt- oder Kreisrat. Ein erster Termin dafür ist noch vor Weihnachten geplant.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß