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Mitglieder des Bayreuther Stadtrats

Christian Schuh (Junges Bayreuth): „Bei der Kinderbetreuung ist in Bayreuth noch Luft nach oben“

Im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt spricht Schuh über den Generationenwechsel, das Thema Kinderbetreuung und mehr.

Bei der Kommunalwahl 2020 wurde Christian Schuh für das Junge Bayreuth in den Stadtrat gewählt. Im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt spricht Schuh über den Generationenwechsel, das Thema Kinderbetreuung. In einem anderen Artikel erklärt die neue Stadträtin Filiz Durak (Die Grünen) was im Nahverkehr in Bayreuth besser gemacht werden muss und mehr.

Christian Schuh: seit 13 Jahren beim Jungen Bayreuth

Christian Schuh ist seit 13 Jahren Mitglied beim Jungen Bayreuth. Mit 37 Jahren gehört er dabei zu den älteren Mitgliedern seines Vereins. Daher steht für ihn auch fest: Nach den sechs Jahren Amtszeit als Stadtrat wird Schuh 2026, sofern er kommunalpolitisch aktiv bleibt, für eine andere Liste antreten. Die Ziele und die Idee des Vereins werde er aber auch dann im Herzen behalten.

Mit über 40 Jahren sollte man nicht mehr für das Junge Bayreuth in den Wahlkampf gehen. Wir versuchen, den Generationenwechsel zu leben, nicht nur zu versprechen.

(Christian Schuh, Junges Bayreuth)

2007 begann Schuhs Weg beim Jungen Bayreuth. Damals stellte er mit seinem Bruder Stefan fest, dass die Interessen der jungen Leute im Bayreuther Stadtrat kaum vertreten seien. Das wollten die Brüder ändern. Daraufhin sahen sie sich in der Parteienlandschaft der Wagnerstadt um. Schnell wurde klar – es gebe für die beiden nur eine Alternative: das Junge Bayreuth. 

„Die Politik braucht junge Leute“

Inzwischen habe sich die Situation etwas gebessert. Zwar sei das Durchschnittsalter im Bayreuther Stadtrat immer noch recht hoch, allerdings gebe es durchaus auch ein paar positive Beispiele, sagt Schuh.

Von allen Gruppierungen im Stadtrat sind wir die Jüngste. Daneben hat mir aber auch die Liste der Grünen gut gefallen, da waren viele junge Menschen drauf. Einige davon sitzen jetzt ja auch im Stadtrat. 

(Christian Schuh)

Dass das Junge Bayreuth bei der Kommunalwahl 2020 ihre Stärke im Stadtrat von drei Sitzen halten konnte, ist für Schuh eine gute Sache. Das zeige, dass der Ansatz und die Themen der Wählervereinigung Anklang finden, sagt Schuh. Wenn er selbst, aus Altersgründen, mal kein Teil des Vereins mehr sein wird, werden bestimmt andere junge Leute nachkommen, eventuell ja sogar aus seiner eigenen Familie, hofft der Stadtrat. 

Christian Schuh von der Wählervereinigung Junges Bayreuth. Foto: Junges Bayreuth.

Kinderbetreuung: Qualität statt Quantität 

In den Sitzungen werde sich Christian Schuh auf jeden Fall beim Thema „Kinderbetreuung“ einbringen, denn da habe Bayreuth einiges an Verbesserungspotential. Es müsste das ganze Jahr lang ausreichend Kinderbetreuungsplätze geben und der Fokus sollte eher auf Qualität anstatt der Quantität liegen. Dabei spricht der Vater dreier Kinder aus Erfahrung: auch in seiner Schulzeit, wurde seine Klasse teilweise in Behelfs-Klassenzimmern untergebracht. Da habe sich keiner so wirklich wohl gefühlt, erklärt Schuh. 

Container sind nur Provisorien. Kinder sollten nicht in Provisorien untergebracht sein.

(Christian Schuh)

Ein weiterer wichtiger Punkt für Schuh: Der Investitionsstau an Schulen müsse abgebaut werden: zeitnah. Bayreuth müsse es dabei schaffen, das Projekt „kinderfreundlichste Stadt“ auch wirklich nachhaltig voranzubringen. Derzeit sei die Ausgangslage aufgrund der Corona-Pandemie schwierig. Dennoch geht Schuh davon aus, dass der Stadtrat und die Gremien regelmäßig tagen werden. „Es muss mit den Themen in der Stadt Bayreuth ja auch weitergehen – trotz Corona“, sagt er. Dabei sei es besonders wichtig, dass alle 44 Stadträte Bayreuths konstruktiv und gut zusammen zu arbeiten, sagt Schuh. Hier muss das „Miteinander“ überwiegen – über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg.

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt