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Coronavirus

Corona in Bayern: Unzufriedenheit mit Impf-Gipfel – “wir sind nicht weitergekommen”

Am Dienstag (2.2.2021) hat Ministerpräsident Markus Söder die Sitzung des Bayerischen Ministerrats geleitet. Dabei ging es um die Folgen der Corona-Pandemie. 

Der Bayerische Ministerrat hat am Dienstag (2.2.2021) per Video-Schalte getagt. Ab 13 Uhr haben sich bayerische Minister dann in einer Pressekonferenz geäußert. Zuletzt hatte der Ministerpräsident Lockerungen des Lockdowns ab Mitte Februar eine klare Absage erteilt.

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Update vom 2. Februar 2021 um 13 Uhr: So geht es in Bayern mit Corona weiter

“Die Infektionslage ist nach wie vor sehr angespannt”, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann. Derzeit gebe es nur eine Rückläufigkeit in ganz kleinen Schritten. In den letzten zwei Tagen sei es sogar nur eine Stagnation gewesen, so Herrmann. Bei den Todesfällen seien heute 121 Todesfälle in Bayern zu beklagen.

Der Inzidenzwert betrage aktuell in Bayern 92. Somit sei er weit weg von 50, so der Staatskanzleichef. “Das Virus nimmt sich immer wieder diesen Raum, wenn man ihm diesen lässt”, sagte Herrmann. Es sei immer wieder ein Auf und Ab. Die Situation sei hochdynamisch. “Wir müssen die Virus-Mutationen sehr ernst nehmen.”

Bis zum Ende des laufenden Schuljahres 2020/21 soll der Schülerverkehr durch Verstärkerbusse weiterhin unterstützt werden, erklärte Herrmann. Hierfür verlängert die Regierung die Unterstützungsprogramme für die Kommunen. “Wir werden das weiterhin von Seiten des Staates zu 100 Prozent fördern.

Die Situation an Schulen in Bayern

Kultusminister Michael Piazolo sprach davon, dass derzeit kleine Gruppen wieder im Wechselunterricht seien: Abiturienten und Berufsschüler vor dem Abschluss. 97,6 Prozent seien weiter im Distanzunterricht. Es sei nicht zu früh, dass diese Schüler wieder in die Schulen zurückgekehrt sind. In anderen Bundesländern sei dies durchgehend der Fall gewesen. “Wichtig war uns, dass wir in Bayern größtmögliche Sicherheitsvorkehrungen haben”, sagte der Kultusminister. Es seien insgesamt nur 2,4 Prozent der Schüler derzeit wieder im Wechselunterricht.

In den Schulgebäuden gebe es strikte Hygieneregelungen und geteilte Klassen. In den Hotspots werde zudem die aktuelle Lage nicht ausgeblendet. Daher sei in verschiedenen Regionen auch weiterhin Distanzunterricht für die Abschlussklassen an der Tagesordnung. Piazolo bedankte sich bei den Lehrkräften, da diese aktuell eine besondere Herausforderung hätten. Im April/Mai 2020 habe es eine ähnliche Situation gegeben. Auch damals seien die Abschlussklassen die Ersten gewesen, die im Wechselunterricht wieder in die Schulen zurückgekehrt seien.

Ab 15. Februar soll versucht werden, weitere Klassen wieder in die Schulen schicken zu können. Hier werde das Infektionsgeschehen genau beobachtet. Gerade im Bereich Grundschulen und Förderschulen sei die Öffnung ein persönliches und besonderes Anliegen von Herrn Piazolo. Hierbei werde die Entscheidung allerdings sehr kurzfristig erfolgen. Es könne erst in der Vorwoche nach der Ministerkonferenz eine Entscheidung geben. “Corona lässt nicht immer Planungssicherheit zu”, sagte Piazolo.

Unzufriedenheit mit Impf-Gipfel – das sagt Gesundheitsminister Holetschek

Gesundheitsminister Holetschek äußerte sich zum Impfgipfel: “Es bleibt eine Unzufriedenheit.” Im Kern sei man auf dem Impfgipfel bei den Kernthemen am Vortag nicht weitergekommen, so Holetschek. Die Terminvergabe funktioniere nur, wenn die Kette des Impfstoffs nicht unterbrochen werde. Es gebe viele Punkte, die man sich anschauen müsse, auch bei der Produktion und Lieferung.

Die aktuelle Lage sei so, dass der Infektionsgrad stagniere. Hierbei wurde die hohe Inzidenz in Tirschenreuth erwähnt. Auch die neue Mutation müsse sich genau angesehen werden. Pro Woche können nun 700 Sequenzierungen durchgeführt werden, mit der man die Lage der Mutationen besser eingrenzen könne. “Ich bin auch der Meinung, man muss weiter genau analysieren und sehen, wie sich die Dinge in den nächsten Wochen genau entwickeln”, sagte Holetschek. Es werde auch um die Priorisierung gehen. “Es wird eine große Herausforderung.”

Bei der Digitalisierung der Gesundheitsämter sei Bayern auf einem guten Weg. “Wir hoffen, dass die Kontaktnachverfolgung dann noch besser gelingt.”

Meldung vom 2. Februar 2021 um 10:30 Uhr: Söder leitet Sitzung des Ministerrats – Wie geht es in Bayern mit Corona weiter?

Im Foyer des Prinz-Carl-Palais treten um 13 Uhr bayerische Minister vor die Presse. Nach der Sitzung des Ministerrats äußern sich der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Gesundheitsminister Klaus Holetschek zu den Folgen der Corona-Pandemie in Bayern. Dabei soll es primär um Impfungen und die Situation an Schulen gehen.

Zuvor findet ab 10 Uhr eine Videokonferenz unter der Leitung von Ministerpräsident Markus Söder statt. Dort soll auch die Nachbetrachtung des Impfgipfels vom Montag erfolgen. Laut mehreren Medienberichten hatte Markus Söder dabei die zugeschalteten EU-Kommissare kritisiert: „Ich tue mich schwer, dass das, was wir von der EU gehört haben, als positiv und ausreichend zu bezeichnen“, berichtete unter anderem die Bildzeitung.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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