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Coronavirus

Coronavirus an Schulen – Sind Kinder gut genug vor Infektionen geschützt?

Nach Pfingsten soll der Unterricht in Bayern wieder für alle Schüler beginnen. Im wöchentlichen Wechsel werden die Kinder dann zuhause und in den Schulgebäuden unterrichtet. Dabei gelten spezielle Regeln und Hygienebestimmungen. Reichen diese aus, um die Kinder zu schützen?

Die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in Bayern werden schrittweise gelockert. Nach Pfingsten dürfen alle Schüler wieder zur Schule gehen. Jetzt kritisiert die Partei Die Linke diese Schulöffnungen, weil es faktisch nicht möglich sei, die Kinder und Lehrer dort angemessen zu schützen.

Schulöffnung nach Pfingsten – Die Linke sieht Schüler nicht ausreichend geschützt

Die Partei Die Linke blickt kritisch auf die Schulöffnungen nach Pfingsten. Schüler und Lehrer seien dabei nicht ausreichend geschützt. Wie Landessprecher Ates Gürpinar (Die Linke) schreibt, sei der Gesundheitsschutz an Schulen faktisch nicht möglich und die Hygienezustände seien zu schlecht und unhaltbar.

Hierbei bezieht sich Gürpinar auf eine Umfrage der bayerischen Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW). Laut der Umfrage fehle es in einem Viertel der Schule an ausreichend Wasser, Seife und Papierhandtüchern. Laut GEW sei es auch schwer, an den Schulen die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten. Besonders an Grundschulen sei dies ein großes Problem. 

„Es helfen die besten Abstandsregelungen nichts, wenn die Sanitäreinrichtungen regelrechte Virenherde sind.“

(Ates Gürpinar, Die Linke)

Das Hygienekonzept an Schulen

Das Kulturministerium sieht die Schulen gut für den Schulstart nach Pfingsten gerüstet. Um die Gesundheit der Schüler zu gewährleisten, wurde ein Hygienekonzept für Bayerns Schulen ausgearbeitet. Dabei gelten neue Verhaltensregeln wie regelmäßiges Händewaschen, das Abstandsgebot oder regulierte Wege im Schulhaus. Dazu werde die reguläre Klassenstärke auf 15 Schüler (bzw. neun an Förderschulen) reduziert und größere Klassen aufgeteilt und blockweise unterrichtet. Daneben findet der Pausenverkauf nur eingeschränkt statt, Lehrer verzichten Gruppenarbeiten und Toilettengänge können nur einzeln stattfinden.

Erziehung zur Hygiene “jetzt besser möglich”

Zudem sollen alle Sanitärräume mit Flüssigseife und Händetrockenmöglichkeiten wie Einweghandtücher oder Trockengebläse ausgestattet werden. Auf Gemeinschaftshandtücher oder -seifen soll verzichtet werden. Die Schulen sind dazu angehalten, das Schulgebäude regelmäßig zu reinigen. Dabei geht es vor allem um Handkontaktflächen wie Türklinken oder Lichtschalter.

Stadtrat Thomas Bauske (SPD), Lehrer am Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth, sagte Mitte Mai im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt, dass aufgrund des Coronavirus am GMG zahlreiche Seifen- und Handtuchspender montiert worden seien und die Kinder nun zu einer besseren Hygiene erzogen werden könnten.

Hygienekonzept vor Ort umgesetzt

Das Kultusministerium selbst sieht das Abstandsgebot als wichtigsten Teil des Hygienekonzepts an. Darüber hinaus würden die Regeln, besonders mit jungen Schülern, immer wieder wiederholt werden, um diese so gut wie möglich zu schützen.

Das Kultusministerium hat in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsministerium ein detailliertes und wirksames Hygienekonzept für die Schulen entwickelt – wichtiger Bestandteil dabei ist vor allem die Einhaltung des Abstandsgebotes unter Kindern und Lehrkräften. Die Schulen haben das Hygienekonzept in Abstimmung mit den vor Ort zuständigen Sachaufwandsträgern umgesetzt. Insbesondere mit den jüngeren Kindern werden die Hygieneregeln wiederholt und intensiv eingeübt.

(Statement des Kultusministeriums zum Hygienekonzept für Schulen)

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt