Coronavirus

Erneutes Corona-Testdebakel an Flughäfen in Bayern – Ministerium erklärt Probleme

Nach dem Bekanntwerden der schweren Panne bei Corona-Tests in Bayern, gibt es erneut Probleme. Es dauert deutlich länger als 48 Stunden bist die Reiserückkehrer an bayerischen Flughäfen ihr Testergebnis erhalten. Der Dienstleister Ecolog erklärt sich. 

Corona-Testdebakel in Bayern: Die Staatsregierung hatte am Mittwoch (12. August) eingestehen müssen, dass etwa 44 000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, nach Tests an bayerischen Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse warten, darunter auch 1.000 nachweislich positiv getestete. In einer Pressekonferenz räumte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Fehler ein. Nun gibt es erneut eine Corona-Testdebakel in Bayern.

Update vom 4. September 2020: Weitere Corona-Test-Panne an bayerischen Flughäfen

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) teilt mit, dass es aktuell Verzögerungen bei der Befundübermittlung von Corona-Testergebnissen gibt. Die Labordiagnostik könne innerhalb der vereinbarten Zeitfenster abgeschlossen werden. Eigentlich müssten die Getesteten ihr Ergebnis innerhalb von 48 Stunden erhalten. Allerdings habe das LGL seit Samstag (29.8.2020) bei den Proben von den bayerischen Flughäfen festgestellt, dass die Befundübermittlung länger dauere.

Technisches Problem bei Corona-Tests

Die Gründe für die verzögerte Verständigung der getesteten Reisenden liegen laut dem verantwortlichen Dienstleister Ecolog an einem technischen Schnittstellenproblem in der Datenverarbeitung, berichtet das LGL. Es bestehe jedoch kein Problem bei der Zuordnung von Probendaten zu Personendaten. Ecolog betont, dass die Befundübermittlung derzeit zwar eingeschränkt, jedoch kontinuierlich erfolge.

Ecolog soll Befunde schneller übermitteln

Das LGL erklärt auf seiner Website weiter, dass der Dienstleister nachdrücklich aufgefordert wurde, die Befunde schneller zu übermitteln. Ecolog habe zugesichert, die Probleme bis Freitagmittag zu beheben. „Die Dienstleister haben bestimmte Leistungen vertraglich zugesichert. Wir bestehen darauf, dass diese Zusicherungen zum Schutz unser Bürgerinnen und Bürger eingehalten werden“, sagt LGL-Leiter Walter Jonas.

Update vom 21. August 2020: Corona-Test-Panne zieht immer größere Kreise

Wie das ARD-Magazin “Monitor” herausgefunden hat, sind auch Teststationen an den bayerischen Flughäfen betroffen. So hätten mehrere hundert Passagiere am Nürnberger Flughafen ihre Testergebnisse entweder verspätet oder noch gar nicht erhalten. Die Flughäfen in München und Memmingen seien ebenso betroffen, sagte der Dienstleister Ecolog, der die Teststationen an den Flughäfen in Bayern betreibt, gegenüber “Monitor”. Außerdem seien noch andere bayerische Flughäfen betroffen. Die genaue Anzahl der Personen, die noch kein Testergebnis erhalten haben, hat Ecolog dem ARD-Magazin allerdings nicht gesagt. Nur so viel: Es handle sich um einen “kleinen Bruchteil”. Zumindest gab der Dienstleister bekannt, dass die Probleme mit der Umstellung von der manuellen auf eine digitale Datenerfassung zusammenhänge.

Familie aus Oberpfalz wartet auf Testergebnis

Das ARD-Magazin Monitor berichtete in seinem Beitrag über eine vierköpfige Familie aus der Oberpfalz. Diese hatte sich Freitag (14.8.2020) nach ihrer Rückkehr aus Mallorca freiwillig testen lassen. Die Familie hatte schon bei der Aufnahme der Daten in der Teststation von Ecolog den Eindruck, dass der Mitarbeiter Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hatte. Und dieser Mitarbeiter sei für die Zusammenführung von persönlichen Daten und Testnummern der Familie zuständig gewesen. Dann wurde ihnen das Testergebnis innerhalb von 24 Stunden versprochen. Die Familie hat immer noch kein Ergebnis. Versuche eine Auskunft über die Telefonhotline zu erhalten scheiterten. Per E-Mail sei die Familie dagegen aufgefordert worden, ihre persönlichen Daten und Telefonnummern erneut zur Verfügung zu stellen, berichtet “Monitor”.

Bayerisches Staatsministerium hüllt sich in Schweigen

Was das bayerische Staatsministerium zu den Pannen an den Corona-Teststationen an bayerischen Flughäfen weiß, ist nicht bekannt. Die Anfrage des ARD-Magazins “Monitor” blieb bislang ohne Antwort.

Update vom 16 August 2020: Noch immer nicht alle Testergebnisse übermittelt

Bei der Übermittlung von bayerischen Corona-Testergebnissen an Reise-Rückkehrer ist bis zum Sonntagmittag der Großteil der positiv Getesteten erreicht worden. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte: “Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat mit großartiger Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Hochdruck daran gearbeitet, die positiven Befunde den Getesteten zuzuordnen. Das ist in den meisten Fällen gelungen.”

Von rund 44.000 Tests aus dem Zeitraum bis zum 11. August 2020, deren Ergebnisse zunächst nicht mitgeteilt werden konnten, waren 949 positiv. Es mussten zigtausende Dokumente gesichtet werden, um die Getesteten ermitteln zu können, teilt das LGL mit. Dies gelang nun bei 903 Betroffenen. Bei 46 positiven Befunden liegen keine passenden Personendaten vor. Auch bei den negativen Tests werden die Betroffenen ermittelt und informiert, teilt das LGL mit.

Insgesamt erfolgten nach Angaben des LGL seit Aufnahme der bayerischen Testungen für Reise-Rückkehrer am 25. Juli nach LGL-Angaben 127.650 Testungen. Darunter waren 1802 positive Ergebnisse (Datenstand 15. August).

Für weitere Fragen hat das LGL eine Hotline eingerichtet. Sie ist auch am Sonntag von 08.00 bis 18.00 Uhr zu erreichen unter der Telefonnummer 09131/6808-5101.

Erstmeldung vom 13. August 2020: Söder räumt Panne bei Corona-Tests in Bayern ein

Markus Söder räumte die Panne bei den Corona-Tests ein: „Die Panne ist sehr ärgerlich. Es tut der Staatsregierung leid, dass solche Fehler passiert sind.“ Die Panne sei in der Umsetzung – nicht in der Strategie – entstanden. Es war richtig, so früh zu starten, sagte Söder.

Über 400 Leute arbeiteten die Versäumnisse der letzten Tage auf. Dabei habe nach Söders Angaben auch die Polizei geholfen. Die Strukturen wurden und werden angepasst und geändert, sagte der Ministerpräsident. Personal soll aufgestockt werden, die Kompetenzen der kommunalen Testzentren ins Innenministerium verschoben werden.

Rücktritt von Gesundheitsministerin Huml

Melanie Huml hat dem Ministerpräsidenten den Rücktritt angeboten- zweimal, sagt Söder. Auf die Frage, ob sie die Lage meistern würde, antwortete sie: „ja“. Deshalb werde Huml Gesundheitsministerin in Bayern bleiben.

Seit gestern wurde an den Versäumnissen gearbeitet – bis tief in die Nacht auf den heutigen Donnerstag, erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Es werde aber noch aktuell an den Fehlern gearbeitet.

Bayern: über 100 positive Corona-Tests noch nicht zugeordnet

Noch haben viele Menschen ihre Testergebnisse nicht erhalten, erläuterte Huml. Noch über 100 Corona-positive Tests müssen aus den Datensätzen zugeordnet werden, sagte Huml. Söder ergänzt, dass diese 100 Personen schwer zuordbar sind. Genauer wurde das allerdings nicht erläutert.

908 positive Tests wurden erkannt. Die zugeordneten Tests werden aktuell durchtelefoniert. Damit wurde am heutigen Morgen begonnen. Von den 908 wissen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Menschen von dem Testergebnis. Woher die Menschen stammen, ist bei Menschen, die eine Handynummer angegeben haben noch nicht bekannt. Das müsse erst bei den Telefonaten abgefragt werden.

Bis zum 8.8.2020 gehen die versäumten Testergebnisse zurück. „Aus diesem Zeitraum kann es leider sein“, dass Menschen noch nicht informiert wurden, sagte Ministerin Huml.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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