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Coronavirus

Extrem angespannte Lage bei Intensivbetten in Oberfranken

Immer mehr Intensivbetten in ganz Oberfranken sind mit Covid19-Patienten belegt. Das bt gibt einen Überblick über die Kapazitäten in den oberfränkischen Regionen.

Freie Intensivbetten werden in Deutschland immer knapper. Angesichts hoher Inzidenzen und steigender Patientenzahlen richten Intensivmediziner einen flammenden Appell an die Politik. „Fünf nach zwölf“ sei es bereits, sagt Uwe Janssens, der frühere Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

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Oberfranken liegt hier voll im Trend. Immer mehr Corona-Patienten belegen die Intensivbetten. Über die Kapazitäten in Bayreuth berichtete das bt bereits gestern.

Das bt gibt einen Überblick über die anderen Intensivstationen in Oberfranken.

Wenige Intensivbetten, dafür aktuell keine Corona-Patienten

Aktuell weniger angespannt ist die Lage in der Sana Klinik Pegnitz. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) beziffert die Zahl der Betten in der kleinen Klinik auf sieben. Aktuell sind vier davon belegt, jedoch keines mit einem Corona-Patienten (Quelle: DIVI. Stand: 16.4.21, 7:19 Uhr).

Eine bt-Anfrage bezüglich der belegten Intensivbetten bei der Pressestelle blieb bisher unbeantwortet.

Auch interessant: Zuletzt gab es bei den Infektionen in Bayreuth einen sprunghaften Anstieg.

Teilweise alle Intensivbetten in Kulmbach belegt

27 Intensivbetten gibt es am Klinikum Kulmbach, aufgeteilt auf zwei Stationen. Corona-Patienten und Patienten mit anderen Erkrankungen werden am Klinikum Kulmbach strikt getrennt, heißt es auf Nachfrage des bt.

17 Betten seien für allgemein Kranke bestimmt, zehn für Covidpatienten. Die Lage ist sehr angespannt, wie Geschäftsführerin Brigitte Angermann am Donnerstag auf Nachfrage des bt sagte: „Aktuell sind acht von zehn Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Am Mittwoch war die Station sogar komplett belegt. Zwei Patienten konnten wir im Laufe des Tages glücklicherweise auf eine andere Station verlegen. Von den 17 Intensivbetten auf der anderen Station sind derzeit 16 belegt.“ Damit waren am Donnerstag 24 von 27 Intensivbetten in Kulmbach belegt (Stand: 15. April, 14 Uhr).

Kulmbach: „Immer mehr junge Menschen“ infiziert

Seit März seien die Intensivbetten in Kulmbach immer wieder vollständig belegt, so Angermann. Besonders besorgt zeigt sie sich über das Alter der Patienten: „Seit März hat sich die Lage immer weiter zugespitzt. Es sind immer mehr jungen Menschen infiziert. Der Anteil der britischen B117-Mutante steigt seitdem konstant“, erklärt Angermann weiter. Die kritische Lange am Klinikum Kulmbach spiegelt sich auch in den Inzidenzen im Landkreis wider.

Hof: Bundesweiter Hotspot in Oberfranken

Die Stadt Hof ist seit mehreren Tagen bundesweiter Hotspot bei der 7-Tages-Inzidenz. Laut RKI beträgt die Inzidenz 460,4. Ähnlich hoch sind die Fallzahlen im Landkreis. Die DIVI gibt in ihrem Intensivregister an, dass 53 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind. Das ist der höchste Wert in Oberfranken. In der Stadt Hof sind sechs von 27 Intensivbetten frei, im Landkreis sind es aktuell fünf von 17 (Quelle: DIVI. Stand: 16.4.21, 7:19 Uhr).

In diesen Städten sind die Intensivstationen ähnlich stark ausgelastet

In Coburg sind aktuell 28 von 32 Intensivbetten belegt. Ähnlich ist die Lage in Bamberg: Am Klinikum Bamberg sind 27 von 35 Intensivbetten belegt. In beiden Städten ist jeder fünfte Intensivpatient mit Corona infiziert (Quelle: DIVI. Stand: 16.4.21, 7:19 Uhr).

Auch interessant: In Hallstadt bei Bamberg hat zudem der Corona-Ausbruch in einem McDonald’s Restaurant für Aufsehen gesorgt.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit