CSU: Silke Launert soll auf Michael Hohl folgen

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Am Freitagabend wird es einen Wechsel an der Spitze des CSU-Kreisverbands Bayreuth-Stadt geben. Nach acht Jahren als Vorsitzender wird Bayreuths Altoberbürgermeister Michael Hohl nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Seine Favoritin ist die Bundestagsabgeordnete Silke Launert. Ein Gegenkandidat ist im Vorfeld nicht in Sicht.

Michael Hohl. Foto: CSU

Seine Entscheidung, nicht mehr zur Wahl anzutreten, erklärt der 59 Jahre alte Hohl im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt damit, dass er eine ganze Reihe weiterer Ämter innehabe und den Staffelstab an die nächste Generation Politiker weitergeben wolle, bevor es zu Abnutzungserscheinungen komme.

Schön ist natürlich, wenn man mit der Übergabe des Staffelstabes auch einen Generationswechsel hinbekommt.

(Michael Hohl, Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Bayreuth-Stadt)

Zur Begründung, warum er die 42 Jahre alte Silke Launert als seine Nachfolgerin vorschlagen will, sagt Hohl:

Ich habe sie als sehr engagierte Frau mit hohem politischen Sachverstand kennengelernt.

(Michael Hohl)

Zwar habe es im Vorfeld Überlegungen gegeben, wonach auch einer der vier derzeitigen Stellvertreter – Ingrid Heinritzi-Martin, Christopher Huth, Stephanie Anna Kollmer und Christian Wedlich – zur Wahl um den Vorsitz antreten könnten. Wie Hohl sagt, habe man sich jedoch “miteinander und im guten Ton” auf Launert als Favoritin geeinigt. Dem Vernehmen nach habe auch Kollmer mit einer Kandidatur geliebäugelt. Die Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Bayreuth-West kandidiert auch auf der Liste zur Europawahl auf Platz 30.

Ärger bei der vergangenen Wahl

Vor zwei Jahren gab es im Vorfeld Ärger. Patrick Lindthaler, heute 35 Jahre alt und Beisitzer im Vorstand des Kreisverbandes Bayreuth-Stadt, war ohne vorherige Gespräche gegen Hohl angetreten. Ein Vorgehen, das Hohl damals wie heute als nicht schön bezeichnete. Sowohl Hohl als auch Lindthaler hatten im Vorfeld hinter den Kulissen Mehrheiten organisiert. Gegenüber der Presse hatte Lindthaler von einer großen Unzufriedenheit innerhalb der Partei aufgrund des Führungsstils des Altoberbürgermeisters gesprochen. In einer regelrechten Kampfabstimmung unterlag der Herausforderer dann aber mit 96 zu 41 Stimmen deutlich.

Als Bundestagsabgeordnete sei Launert “am Puls der Zeit”, was der Partei insgesamt gut tun werde, sagt Hohl nun über seine Favoritin. Allenvoran die bevorstehende Kommunalwahl am 15. März 2020 stelle die erste große Aufgabe für die neuen Vorsitzende dar.

Die Verjüngung und Verweiblichung der Partei sind Prozesse, die im Gang sind. Es ist aber immernoch Luft nach oben.

(Michael Hohl)

Hohl verspricht, dass sich auf der CSU-Liste zur Stadtratswahl etliche Frauen auf erfolgsversprechenden Plätzen wiederfinden werden. Zu seinen weiteren politischen Pläne will sich Hohl derweil nicht äußern. Bayreuths Altoberbürgermeister war sowohl als Kandidat um das Amt der Oberbürgermeisters der Stadt, als auch als Nachfolger von Landrat Hermann Hübner (CSU) bereits im Gespräch. Hohl war von 2006 bis 2012 Oberbürgermeister der Stadt

Wahrscheinlich Ende Juni, vielleicht aber auch erst nach der Sommerpause, werden wir unsere Kandidaten nominieren.

(Michael Hohl)

Silke Launert. Foto: Thomas Trutschel/ Deutscher Bundestag

Silke Launert selbst sagt, sie “erbe” eine Liste von Kandidaten für die Stadtratswahl, die eine Kommission bereits zum Teil ausgearbeitet habe. Sie wolle allerdings darauf hinwirken, dass noch weitere junge und weibliche Kandidaten auf aussichtsreichen Plätzen geparkt werden.

Wir müssen Junge in den Stadtrat bekommen.

(Silke Launert, Bundestagsabgeordnete der CSU)

Mit ihrem Mandat als Bundestagsabgeordnete sei das Amt der Kreisvorsitzenden gut zu vereinen. Launert sagt, auch viele andere Abgeordnete stünden in ihrer Heimat an der Spitze eines Kreisverbandes, manche, wie Hans-Peter Friedrich führten sogar einen Bezirksverband an.

Wer den Erfolg einer Partei will, muss das unter einen Hut bringen.

(Silke Launert)

Auf der anderen Seite verfolge sie selbst keine kommunalpolitischen Interessen in Bayreuth und müsse daher anders als die Kandidaten für die Oberbürgermeister- und Stadtratswahl nicht auf jeder Veranstaltung präsent sein.

Ich kandidiere selbst nicht als OB-Kandidatin.

(Silke Launert)

Die OB-Frage habe der Kreisverband Bayreuth-Stadt tatsächlich noch nicht geklärt, versichert Launert.