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Demonstrationen

„Deutsche Asylpolitik eine Farce“: Demo in Bayreuth nach Brand in überbelegtem Flüchtlingslager Moria

In Bayreuth haben am Mittwochabend (9.9.2020) Menschen nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria demonstriert. 

Nach dem Brand in einem griechischen Flüchtlingslager haben in Bayreuth am Mittwoch (9.9.2020) mehrere Menschen demonstriert. Vor dem Bayreuther Rathaus kam es am Dienstag zu einer Fahrraddemo. Dabei forderten die Teilnehmer ein „echtes Bürgerbegehren.“

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Nach Brand in überfülltem Flüchtlingslager – Bayreuther demonstrieren

Auf der griechischen Insel Lesbos ist das Flüchtlingslager Moria abgebrannt. Laut dem Migrationsministerium Griechenlands lebten dort derzeit etwa 12.600 Personen. Ausgelegt war das Lager für 2.800 Menschen.

In Bayreuth haben sich am Mittwochabend nun mehr als 70 Menschen kurzfristig zusammengefunden, um auf die Tragödie im Lager in der Nacht zuvor aufmerksam zu machen. Die Menschen vor Ort forderten, dass Bayern und Deutschland Verantwortung übernehmen sollten. Seit Jahren forderten Aktivisten, Parteien und Verbände die Auflösung des Lagers, heißt es in einem Schreiben der Grünen Jugend.

„Deutsche Asylpolitik eine Farce“

Viele Städte in Deutschland hätten sich zum Sicheren Hafen erklärt, in Bundesländern wie Berlin und Bremen gäbe es sogar eigene Landesaufnahmeprogramme, so die Grüne Jugend weiter. Diese benötigen jedoch die Zustimmung des Bundesinnenministers Horst Seehofer, der dies verweigere. So bleibe die deutsche Asylpolitik eine Farce und die Europäische Union lasse Werte wie Menschenwürde und Empathie buchstäblich in Flammen aufgehen, bemängelt Mirjam Körner (Landessprecherin Grüne Jugend Bayern).

Auf der Demonstration sprachen unter anderem Muhannad Kamal Eddin (Grüne Hochschulgruppe Bayreuth), Johanna Schmidtmann (Grüne Jugend Bayreuth), Halil Tasdelen (SPD Bayreuth) sowie Ibukun Koussemou (Integrationslotse der Stadt Bayreuth). Später war das Mikrofon für alle Teilnehmer geöffnet und es folgten verschiedene Redebeiträge. Außerdem haben Menschen spontan Kreidebotschaften in der Fußgängerzone hinterlassen, um auf die Vorfälle aufmerksam zu machen. Bei einer anderen Demo in Bayreuth sind Klimaschützer beleidigt worden.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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