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Sport

Eisstadion Bayreuth: Bayerischer Eishockey-Verband zwingt Stadt zum Handeln

Die Bayreuther Stadtverwaltung revidiert sich selbst: So geschehen am Mittwoch (7.7.2021) bei der Nutzung des Eisstadions.

Im Städtischen Eisstadion wird die Eisbereitung dieses Jahr vorverlegt. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch (7. Juli) beschlossen – und sich damit selbst revidiert. In der letzten Stadtratssitzung kam ein Eilantrag zur anderweitigen Nutzung des Eisstadions auf.

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Eisbereitung im Bayreuther Eisstadion neu terminiert – darum geht es

Der Jugendbereich in Bayern startet am 18. September in die neue Saison. Und darauf wollen die Bayreuther Eishockeymanschaften im Jugendbereich gut vorbereitet sein. Am besten mit ausreichend Training.

Das Problem liegt in der bisherigen Terminierung: Die Eisbereitung im Bayreuther Eisstadion sollte am 3. September beginnen. Das hat der Ausschuss im April beschlossen. Nun sah die Stadt Bayreuth offenbar Handlungsbedarf: Sie schlug vor, die Eisbereitung bereits in den August vorzuverlegen.

So viel kostet die Vorbereitung zur Saison im Eisstadion Bayreuth

„22.000 bis 25.000 Euro Kosten entstehen vom Beginn der Aufbereitung des Eises bis der erste Schlittschuh darauf fährt“, gab Sportamtsleiter Christian Möckel Auskunft. Dieses Jahr soll die Eisbereitung bereits am 23. August starten – und nicht wie ursprünglich geplant am 3. September. „So entstehen schätzungsweise Mehrkosten von 5.000 Euro“, antwortete Möckel auf Frage von Georg Kämpf (BG).

Mit der Vorverlegen in den August nicht einverstanden war Louisa Hübner. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es dann noch an die 30 Grad oder darüber ist, ist hoch. Allemal höher als Anfang September. Die Eisanlage ist nicht auf diese Außentemperaturen in einem offenen Stadion ausgelegt. Das ist energetisch nicht tragbar.“

Im Herbst 2020 machte sich ein Stadtrat für eine Umbenennung des Eisstadions stark – und brachte sogar einen Namen ins Spiel.

„Sport tut so viel mehr als nur das Klima zu schädigen“

Möckel konnte ihren Einwand sehr gut nachvollziehen. „Es ist ein schwieriges und kritisches Thema im Eisstadion“, gab er zu. Auch Dr. Wolfgang Gruber, selbst Befürworter des Sports in Bayreuth, fand den Einwand plausibel – und hielt dennoch dagegen: „Der Sport in Bayreuth tut etwas für das soziale Gefüge der Stadt – und er repräsentiert sie auch nach außen. „Sport tut so viel mehr als nur das Klima zu schädigen.“

Hübners Fraktionskollegin Hemmer erkundigte sich, ob das Eisstadion Bayreuth zu schließen sei, um die Energiekosten halbwegs im Griff zu behalten. Das verneinte Möckel: „Das scheitert am Holzdach. Im Inneren ziehe es viel zu viel Feuchtigkeit an. Da bräuchten wir ein komplett neues Dach.“

Eine Meinung zum Eisstadion in Bayreuth, unterschiedliche Gründe

Möckel gab zu Protokoll, dass den Vereinen in Bayern die Hände bei der Saison-Terminierung gebunden seien. Der Bayerische Eishockeyverband lege den Saisonbeginn fast schon willkürlich fest, die Vereine und Kommunen müssten sich danach dann richten. Den Wert der Jugendarbeit im Bayreuther Sport hob Dr. Stefan Specht (CSU) hervor. Der Fraktionsvorsitzende gab zu verstehen, dass die Jugendarbeit Vorrang vor klimatischen Gesichtspunkten habe.

Dr. Oliver Ponsel (SPD) befürwortete ebenso die vorgezogene Eisbereitung. Mehr noch: Er schlug sogar vor, sie in Zukunft noch früher zu starten. Eine gründliche Saisonvorbereitung der Jugendteams sei nicht nur der sportlichen Leistung förderlich. Auch könnten schlimmere Verletzungen bei ausreichendem Training vermieden werden.

Vorverlegen der Eisbereitung in Bayreuth – so hat der Ausschuss abgestimmt

Die Verwaltung schlug dem Haupt- und Finanzausschuss vor, die Eisbereitung vom 3. September auf den 23. August vorzuverlegen. Der Zeitpunkt des Trainingsbeginns der Jugendmannschaften mache dies notwendig. Damit würde der Beschluss vom 21. April einkassiert werden.

14 Stadträte folgten der Argumentation. Die drei Grünen-Mitglieder des Ausschusses stimmten dagegen. Der Beschluss war somit angenommen.

In der gleichen Sitzung ging es noch um ein anderes Sport-Thema: die SpVgg Bayreuth. Sie beantragte mehr Geld von der Stadt Bayreuth, als diese ursprünglich geplant hatte.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit