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Coronavirus

Endlich wieder Innengastronomie: So reagieren Gastronomen aus Bayreuth auf die Öffnung

Am Freitag (4.6.2021) hat Markus Söder die Öffnung der Innengastronomie verkündet. Das bt hat sich im Landkreis Bayreuth umgehört. 

Nach Monaten des durch die Corona-Pandemie bedingten Berufsverbotes, darf die Innengastronomie in Bayern ab Montag (7.6.2021) wieder öffnen. Das ist das Ergebnis der Beratungen der Bayerischen Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder am Freitag (4.6.2021). Diese Lockerungen gibt es in Bayern. Das bt hat sich bei Gastronomen in Stadt und Landkreis Bayreuth umgehört.

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Söder verkündet Öffnung der Innengastronomie: Das sagen Gastronomen im Landkreis Bayreuth

Café Florian, Bayreuth

„Fast ein Dreivierteljahr hatten wir keine Umsätze“, rechnet Ingo Froese vom Café Florian in Bayreuth vor. „Die Pandemie hat uns hart getroffen.“ Unter größten Anstrengungen würden sie es aber doch geschafft haben und am Montag können sie wieder öffnen. „Wir sind froh, dass wir wieder arbeiten können.“

Seit einer Woche ist der Außenbereich wieder geöffnet. Das Interesse bei den Gästen sei groß. „Trotz Regen war heute Morgen alles voll“, sagt Froese am Freitagnachmittag (4.6.2021). Das Café Florian ist beliebt bei den Gästen, keine Frage. Nicht umsonst haben Ingo Froese und sein Team die bt-Leserumfrage, wo es das beste Frühstück in der Stadt gibt, gewonnen. Es gibt aber ein Problem:

„Wir haben wertvolle Mitarbeiter verloren“, erzählt Ingo Froese über die endlos scheinenden Monate in der Pandemie. Sie würden sich beruflich anderweitig umgesehen haben, „weil beim Kurzarbeitergeld das Trinkgeld fehlt“, so Froese. Daran sei bei den Corona-Hilfen nicht gedacht worden, ebenso wenig wie an die Minijobber. Dennoch sehe er der Öffnung mit einem positiven Gefühl entgegen. „Das Hygienekonzept steht“, sagt Froese und für innen gebe es einen Luftreiniger.

Papadopoulos, Bindlach

Das Griechisch mediterrane Lokal Papadopoulos in Bindlach öffnet erst am 17. Juni, so die Auskunft von Chefin Irina Papadopoulos auf Nachfrage des bt. „Wir sind noch nicht soweit.“ Bis zur Öffnung stehe aber der ToGo-Service weiterhin zur Verfügung.

„Das ist toll!“, sagt sie auf die Nachricht aus München. „Dann können wir nach innen ausweichen.“ Das Problem bei der Außengastronomie sei nach wie vor das Wetter. Das Papadopoulos hat bereits zweimal ein bt-Leservoting gewonnen.

La Sicilia, Bayreuth

Gute Stimmung herrscht auch im La Sicilia von Nicole und Jonny Gervasio in Bayreuth. Seit einer Woche ist der Biergarten bereits wieder geöffnet. Der Star dort ist ein neuer Holzofen, in dem Pizza gemacht wird. „Es läuft mega gut“, sagt er auf Nachfrage des bt. „Am Feiertag (3.6.2021) waren wir komplett ausgebucht.“

Die Stimmung habe sich maßgeblich mit der Öffnung der Außengastronomie verbessert. „Wir hatten die Lust am Lieferservice schon verloren“, erklärt Gervasio. Das sei nicht dasselbe wie Gastgeber im Lokal zu sein. „Uns hat der Kontakt zu den Kunden gefehlt.“ Außerdem habe er die Speisekarte verkleinern müssen.

„Wo geht man in Bayreuth am besten Italienisch essen“, hatte das Bayreuther Tagblatt von seinen Lesern wissen wollen und das Voting fiel auf das La Sicilia.

„Ich schaue jeden Tag auf die Wettervorhersage“, erklärt Jonny Gervasio. Die Grund sei der neu eröffnete Biergarten und die damit verbundene Bevorratung für die Küche. „Wir haben unser Kernpersonal erhalten können“, sagt er. Weil es seit Öffnung der Außengastronomie so gut laufe, suche er sogar noch Kräfte im Service. Vor einem Rückfall bei den Inizidenz-Werten und  erneuten Schließungen für die Gastronomie habe er keine Angst. „Das ist jetzt vorbei.“

Opels Landgasthof, Glashütten

„Wir machen erst am 16. Juni auf“, sagt Kathrin Opel vom gleichnamigen Landgasthof in Glashütten. Der Grund: der jährliche Betriebsurlaub. Den würden sie seit jeher rund ein Dreivierteljahr vorher planen. Außerdem sei das Wetter noch nicht verlässlich genug und es gebe noch Arbeit im und um den Landgasthof herum. Dafür werde der Betriebsurlaub genutzt.

„Die ganze Coronazeit über hatten wir sechs Tage pro Woche offen“, erzählt Kathrin Opel, „natürlich nur to go.“ So konnten sie die Mitarbeiter halten. „Wir waren nur drei Monate in Kurzarbeit.“ Das ist ein Punkt, der dem Landgasthof Opel jetzt zum Nachteil wird: Bei den Fördergeldern würden sie Nachteile haben, weil sie Umsätze gemacht haben, die zwar bei weitem nicht reichen, aber eine Grenze überschreiten würden, ab der es keine Hilfen mehr gibt.

Froh sei sie, das Landgasthof-Team nahezu vollständig in der Mannschaft zu wissen, froh auch über die treuen Stammgäste: „Sie haben uns in den Monaten sehr unterstützt.“ So gab es bei Opels Landgasthof nicht nur eine fast vollständige Karte mit Essen to go. „Wir haben Marmeladen eingekocht und Liköre angesetzt und verkauft.“ Bei einer Umfrage unter den bt-Lesern im Oktober 2020 kam heraus: Den besten fränkischen Sauerbraten gibt es hier.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß