eva.stories: Das Grauen des Holocausts auf Instagram

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Instagram schafft eine perfekte Scheinwelt. Nutzer teilen ihre besten Momente mit anderen und stellen sich selbst dar. Schlechte Nachrichten oder ernste Themen? Fehlanzeige. Diesem Schema F stellt sich der Instagram-Account eva.stories entgegen, der für Aufsehen sorgt.

Wie ein Tagebuch erzählt er die Geschichte eines jüdischen Mädchens zur Zeit des Holocausts. Die Story basiert auf einer wahren Begebenheit – auf den Erlebnissen von Eva Heyman – und gedenkt der sechs Millionen jüdischen Opfer des Krieges auf eine ganz außergewöhnliche Weise. Harter Tobak für die Friede-Freude-Eierkuchen-Welt von Instagram.

Auf ihren Tagebucheinträgen basiert die Instagram-Story: die 13 Jahre alte Eva Heyman. Foto: Instagram/eva.stories

Was wäre wenn…

…ein Mädchen zur Zeit des Holocausts Instagram gehabt hätte? Genau aus dieser Perspektive zeigt eva.stories das Leben der 13 Jahre alten jüdischen Eva. Es ist 1944. Das Mädchen ist glücklich, lebt bei ihren Großeltern in Ungarn und hat einen großen Traum: Sie will Reporterin werden. In Instagram-Storys, die einem Tagebuch gleichen, dokumentiert sie ihr unbeschwertes Leben – ihren Geburtstag, ihren Schwarm aus der Schule, ihre neuen Schuhe…

Die 13 Jahre alte Eva führte ein unbeschwertes Leben. Foto: Instagram/eva.stories

Doch das alles ändert sich, als die Nationalsozialisten in ihre Heimatstadt einmarschieren. Evas unbeschwertes Leben ist vorbei. Ihre Instagram-Storys werden düster und bedrückend. Das Mädchen und ihre Familie werden ins Warschauer Ghetto gebracht und schließlich ins Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert – immer dabei hat sie ihr Smartphone. Eva stirbt am 17. Oktober wie viele andere Juden in der Gaskammer.

Das Leben des jungen Mädchens ändert sich Schlag auf Schlag, als die Nationalsozialisten in Ungarn einmarschieren. Foto: Instagram/eva.stories

Aus dem Leben im Warschauer Ghetto. Foto: Instagram/eva.stories

Hautnah dabei

Durch die Erzählweise des Projektes ist der Zuschauer hautnah dabei und kommt Eva sehr nahe. Der Schrecken des Holocausts wird auf eine ganz neue Art und Weise greifbar. Produziert und finanziert haben das Projekt der israelische Milliardär Mati Kochavi und seine Tochter Maya. Ihr Ziel: Jungen Menschen weltweit die Geschichte von der Vernichtung der europäischen Juden während des Krieges in den sozialen Medien zugänglich zu machen.

Foto: Instagram/eva.stories