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Handwerk

Friseure wegen Corona in Not: Bayreuther Friseursalons kämpfen um ihre Existenz

Seit Freitagmorgen (22.1.2021) um 8 Uhr weisen Friseursalons in ganz Bayern mit einer Aktion auf ihre Notlage in der Corona-Pandemie hin – auch in Bayreuth. Die Aktion dauert 24 Stunden.

Mit einer symbolträchtigen Aktion weisen Bayerns Friseure diesen Freitag auf ihre prekäre Situation im Lockdown hin: Sie alle machen das Licht in ihren Salons an. Diese werden demnach 24 Stunden hell erleuchtet sein. Auch in Bayreuth machen Salons mit.

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Friseur-Aktion in Bayern

„Wir lassen das Licht an“, lautet der Name der Aktion von Friseurmeisterin Petra Zander, Vorstandsmitglied im Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Von Freitag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr machen die bayerischen Friseure damit auf ihre schwierige Lage im Corona-Lockdown aufmerksam.

„Wir wollen 24 Stunden sichtbar bleiben und geben nicht auf“, sagt Petra Zander in einer Pressemitteilung. Jeder Friseur in Bayern ist aufgerufen, sich an der Aktion vom Landesinnungsverband zu beteiligen. Eine Bayreuther Friseurmeisterin sagte er kürzlich, dass es ihr trotz Lockdown so gut wie nie zuvor ginge.

Bayreuther Friseur-Salon macht mit

Eveline Schrödel betreibt zusammen mit ihrem Neffen Mario den Salon „Schrödel-Friseure“ in der Kirchgasse in Bayreuth. Sie beteiligen sich an der Aktion. „Wir hängen seit Wochen in der Luft“, beschreibt sie die aktuelle Situation. Wegen des Lockdowns müssen Friseursalons geschlossen bleiben. Wenn sie dann wieder öffnen, werden Kunden in Friseursalons nur mit einem zuvor vereinbarten Termin bedient.

„Wir können nicht einfach wieder aufsperren und weitermachen“, sagt Schrödel. Die Friseure müssen im Vorfeld mit ihren Kunden in Kontakt treten, um bereits vergebene Termine zu verschieben. Aber da es keine Sicherheit gibt, wann sie wieder öffnen dürfen, gestalte sich das schwierig.

„Wir müssen unsere Kunden in der Schwebe halten“, sagt sie. Umso mehr setzt die Geschäftsinhaberin ihre Hoffnung auf den 15. Februar. Denn ab diesem Zeitpunkt können sie vielleicht wieder öffnen. Der Lockdown gilt aktuell bis zum 14.2.2021.

Friseure in der Corona-Krise

„Für Unternehmer im Friseurhandwerk sehen die aktuellen Programme letztlich keine Hilfe für ein würdiges Überleben in der Krise vor. Ihnen bleibt als bisher erfolgreiche Macher nur die Grundsicherung als Rettungsanker“, so beschreibt Friseurmeisterin Petra Zander die Situation. „Wir kämpfen um unsere Existenz und wollen arbeiten. Wir haben seit fünf Wochen geschlossen und noch keinen Cent erhalten.“

Keine Corona-Hilfen für Friseure

Das kann auch Geschäftsinhaberin Eveline Schrödel aus Bayreuth bestätigen. „Wir haben bislang keine Corona-Hilfen erhalten“, sagt sie. Ihre Steuerberaterin sei am Rotieren. Seit Neuestem müssen die Anträge auf Corona-Hilfen nur noch über den Steuerberater laufen.

Prinzipiell nicht schlecht, denn die Anträge seien ziemlich kompliziert. Aber die Sache habe dennoch einen Haken für viele kleine Friseurbetriebe: „Steuerberater arbeiten auch nicht umsonst“, sagt Schrödel. Und das Geld ist bei vielen Friseursalons knapp. Eine verfahrene Situation. Umso mehr hoffen die Friseure in Bayern, ab dem 15. Februar wieder arbeiten zu können.

Tattoostudios sind seit vielen Monaten geschlossen. Deswegen hat ein Bayreuther Tätowierer die Aktion „Ihr macht uns nackt“ gestartet. 

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler