Kahle Bäume im März

Frühlingsanfang – ein Gedicht

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Am 1. März 2019 ist Meteorologischer Frühlingsanfang. Hier einige Zeilen dazu:

Schon den ganzen Tag lang blicke ich in monotones Grau,
ein scharfer Wind färbt mir die Wangen Rot.
Und überall nur Schottersteine oder Müll, wohin ich schau.

Die Festival-Saison startet im Bayreuther Liebesbier.
Doch nichts ist’s mit Sonnenbrille, Shorts und Open Air.
Drinnen, auf drei Stockwerken, feiern die Besucher hier.

Beim Bäcker: Massen von Krapfen mit Hiffenmark, Nougat oder Marzipan.
Bibbernde Faschingsnarren machen Klamauk beim Umzug im Nachbardorf,
doch an die die Bikinifigur kommen allerlei Wohlstandsbäuche nicht heran.

Traurig denke ich an Himbeereis bei Sonnenschein.
Glatteis en masse: das gibt’s heute nur am Schneeberg oder Ochsenkopf.
Meteorologischer Frühlingsanfang? Ja das kann doch gar nicht sein!

1,99 für Tulpen, Narzissen, Blütenpracht.
Einfoliert und frisch importiert, in die heimischen Geschäfte.
Die Kresse an der Fensterbank ist wohl das einzige Grün, was jetzt Sinn macht.

Mit Kuscheldecke und frischem Kaffee blicke ich ins Morgenrot.
Vom Bett aus versteht sich, während der Buchfink sich putzt.
Der Bayreuther Frühling – bassd scho – wie sich’s gelobt.

Text: Carolin Richter


Redakteurin Carolin Richter, Foto: red

 

Carolin Richter ist Redakteurin beim Bayreuther Tagblatt. Eisige Temperaturen und nasses Grau ist die gebürtige Hoferin gewohnt. Bei einem Spaziergang in der Mittagspause, kamen ihr einige Gedanken zum Meteorologischen Frühlingsanfang in den Sinn.