Kahlschlag am Mistelbach: Grundstückseigentümer erwartet ein Bußgeld

Zuletzt aktualisiert am

Der Kahlschlag am Mistelbach hat ein Nachspiel. Wie Bayreuths Umweltreferent Ludolf Thyll auf Nachfrage der Grünen im Stadtrat sagt, komme auf den Eigentümer des Geländes zwischen 99 Gärten und der Carl-Burger-Straße ein Bußgeld zu. Der Eigentümer hatte dort gerodet ohne dafür eine entsprechende Erlaubnis zu haben. Thyll sagt: “Es bleibt abzuwarten, ob gegen das Bußgeldverfahren Einspruch eingelegt wird und sich ein gerichtliches Verfahren anschließt.”

Foto: Thorsten Gütling

Das Bundesnaturschutz legt fest:

Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.

Büsche und Sträucher durften im Winter zwar ohne Erlaubnis entfernt werden, die zehn Ahornbäume, Birken und Weiden hätte der Eigentümer allerdings eine Fällgenehmigung gebraucht, sagt Thyll.

Foto: Thorsten Gütling

Den entstandenen ökologischen Schaden, der die Grünen im Stadtrat interessiert, kann der Umweltreferent allerdings nicht beziffern. Die Fällgenehmigung wäre von der Stadt sowieso erteilt worden, sagt er, weil bereits entschieden sei, dass auf der Brachfläche Wohnungen entstehen sollen. Insofern handle es sich um eine Formalie. Ulrike Gote hält dagegen: So einfach könne man die Frage nach dem ökologischen Schaden nicht beiseite wischen. Zwischen der erfolgten und der eigentlich geplanten Rodung hätte schließlich eine gesamte Brutperiode liegen sollen.

Bußgelder bis 50.000 Euro möglich

Die unerlaubte Rodung in Nachbarschaft der Bayreuther Turnerschaft erfolgte Mitte Februar. Das genaue Datum ist unbekannt. Die Stadt sagt, sie wisse davon seit dem 20. Februar. Der Bußgeldkatalog sieht für solche Fälle Bußgelder zwischen 50 und 50.000 Euro vor.