Hobbybrauer Heiko Müller mit Braumeister Markus Briemle

“Kaminfeuer”: Der Sieger des “Home Brew” braut bei Maisel

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Hobbybrauer Heiko Müller aus der Nähe von Frankfurt durfte am Donnerstag sein Bier in der Brauerei Maisel einbrauen: insgesamt 2.500 Liter. Im Frühjahr hatte die Jury sein Bier beim Hobbybrauer-Wettbewerb “Home Brew” zum Sieger gekürt.

Home-Brew-Gewinner Heiko Müller verwendet fünf verschiedene Malzsorten für sein Kellerbier. Fotos: Carolin Richter

Erfolg im Kochtopf

Sein erstes Bier hat Heiko Müller 2012 gebraut. Angefangen hat er damals in Kochtöpfen in der Küche, hatte damit aber Erfolg: “Es hat gleich beim ersten Mal geklappt mit dem Bierbrauen. Dieses Erfolgserlebnis hat dazu geführt, dass ich dran geblieben bin” erzählt der 40-Jährige. Seitdem habe er sich an verschiedenen Sorten probiert. Bei Maisel wird er das Kellerbier namens Kaminfeuer einbrauen. “Kaminfeuer deswegen weil auch Räuchermalze verwendet werden”, sagt Müller. “Inzwischen braue ich im Keller meines Hauses. Dort kann ich mich etwas mehr ausbreiten”, erklärt er.

Hobbybrauer Heiko Müller (rechts) und Braumeister Markus Briemle (Mitte) besprechen das Zutaten-Verhältnis für das Kellerbier. Im November wird Müller dann gemeinsam mit Biersommelier Michael König (links) zur Brau-Beviale, einer Fachmesse in Nürnberg, fahren. 

Der Brauvorgang wird laut Braumeister Markus Briemle etwa 7,5 Stunden in Anspruch nehmen. Bevor das Brauen losgeht, bespricht er mit Müller noch einmal die Anteile der Zutaten. Die Hauptgärung dauert zwischen sieben und zehn Tagen. Das Bier wird mindestens vier Wochen oder länger lagern, bis es abgefüllt wird und mit zur Brau-Beviale darf, fügt er hinzu.

Mit den Jahren möchte man natürlich immer mehr optimieren, auch beim Equipment. Man versucht die Temperatur besser zu steuern und lernt, an den Stellschrauben zu drehen. Auch das Wasser spielt beim Brauen eine wichtige Rolle.

(Home-Brew-Gewinner Heiko Müller)

Frei vom Reinheitsgebot

Aus fünf Malzsorten entsteht das Kellerbier.

Das Wasser könne man mit einem speziellen Filter entmineralisieren oder die Mineralstoffe auch später wieder hinzugeben. Für den Heimgebrauch nehme er auch Geräte aus der Weinherstellung her, um verschiedene Werte messen zu können. Zum Beispiel müsse man den Malzzucker prüfen. “Als Hobbybrauer hat man allerdings ein bisschen mehr Spielraum bei der Zusammenstellung der Zutaten, weil wir uns ja nicht ans Reinheitsgebot halten müssen”, erklärt er.

 

Am liebsten mag ich Lagerbiere oder belgische Ales.

(Heiko Müller)

Dass er den Hobbybrauer-Wettbewerb gewinnt, habe er nicht gedacht. “Klar hat man Ehrgeiz, aber unter 50 eingereichten Bieren zu gewinnen war trotzdem eine Überraschung”, sagt er. Primär gehe es ihm bei den Brau-Events aber darum, sich mit anderen Hobbybrauern auszutauschen. Das heißt mit anderen darüber zu sprechen, welche Probleme sie beim Brauen hatten, wie sie diese gelöst haben oder welches Equipment sie verwenden.


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Egal ob Erfolg oder Misserfolg – beides bringt einen beim Brauen für die Zukunft weiter.

(Heiko Müller)

Durch ganz Deutschland

Daheim braut Müller seit sechs Jahren gemeinsam mit Kumpel Marco Langer, der auch mit nach Bayreuth gekommen ist. Sie sind auf Brau-Events in ganz Deutschland unterwegs. “Wir waren früher Arbeitskollegen und ich habe Marco mit dem Brauen angefixt”, erklärt er. “Daheim brauen wir etwa 20 Liter. Manchmal auch mit ungewöhnlichen Zutaten, wie Fichtennadeln oder Tonkabohnen”, sagt Marco Langer. Es mache Spaß, den Brauvorgang hier bei Maisel live zu erleben.