Fünf Krimiserien für den September

Zuletzt aktualisiert am

Die Hitzewelle ist vorbei, das Wetter kühlt so langsam ab. Anstelle von Radtouren, Schwimmbad und langen Abenden im Freien zieht es auch in Bayreuth die Menschen Abends wieder vermehrt auf die Couch. Passend zum kommenden Herbst, haben wir uns auf die Suche nach 5 spannenden Krimiserien begeben, die euch durch den Herbst begleiten können. Wenn die Tage kürzer werden und die Nächte dunkel und ungemütlich, dann ist die Zeit gekommen, sich auf das Sofa zu kuscheln und eine weitere Folge anzuschauen.

Die Brücke – Transit in den Tod

Skandinavische Krimireihe. Eine dänisch-schwedische Kooperation. Warum soll man es leugnen? Skandinavien ist schlicht und einfach die Heimat des Krimis. Vom allmächtigen Kurt Wallander über Kommissarin Lund bis hin zu Jo Nesbø, unsere nördlichen Freunde und Freundinnen sind Meister der Spannung. Die Brücke ist für mich die beste Krimiserie überhaupt. Besonders Kommissarin Saga bleibt dabei im Gedächtnis, da sie nicht gegensätzlicher zu ihrem dänischen Kollegen Martin sein könnte. Die erste Staffel behandelt eine Reihe von Morden, wobei die erste (obwohl es eigentlich zwei sind, aber psst) Leiche genau auf der Grenze der Transitzone zwischen Kopenhagen und Malmö gefunden wird. Bald wird klar, dass der Täter kein “normaler” Mörder ist, sondern jemand mit einer Mission. Jeder öffentlich inszenierte Mord prangert die Gesellschaft an und bald ist der Täter als “Wahrheitsterrorist” in aller Munde. Die starken Bildaufnahmen sind unterlegt mit einem großartigem Soundtrack. Ungeschönt ehrlich. Absolut empfehlenswert.

Manhunter: Unabomber

Auch in dieser Serie steht die Gesellschaftskritik im Vordergrund. Es ist ein Spiel Mann gegen Mann. Auf der einen Seite steht Profiler Fitzgerald, der sich im Laufe der Handlung mehr und mehr in die forensische Linguistik einarbeitet. Auf der anderen Seite ist der Unabomber, Ted Kaczinski, ein brillanter Kopf, der, an der Gesellschaft verzweifelt, ein isoliertes und einfaches Leben im Wald führt. Seine Anprangerung des Systems werden dabei durch ein von ihm verfasstes Manifest veröffentlicht. Ein Täter, der keine Spuren hinterlässt im System an sich, der anonym Briefbomber verschickt. Vermeintlich kein Anhaltspunkt. Außer die Kraft der Worte. Die Sprache wird zur Visitenkarte. Und während sich auch hier Ermittler und Täter immer weiter annähern, beginnt man gleichzeitig mit Fitzgerald sich immer mehr in den Aussagen des Unabombers zu verlieren. Bis man am Ende mit dem Ermittler im Auto sitzt und auf einer komplett leeren Straße darauf wartet, dass die Ampel auf grün springt und man merkt, dass das System sich ebenfalls im Auto befindet.

The Killing

The Killing spielt in Seattle und behandelt in den ersten zwei Staffeln das Verschwinden eines jungen Mädchens. Man hat das Gefühl, es regnet ununterbrochen, die ganze Serie strahlt eine nassgraue Kälte aus, so dass man sich gleich noch mehr in seiner warmen Decke verkriecht. Kommissarin Linden will ihren letzten Fall schnell abschließen bevor sie mit Sohn und zukünftigen Mann umzieht. Aber der Fall verweigert sich einer schnellen Lösung. Als Unterstützung hat sie ihren Kollegen Holden. Auch hier steht die Beziehung der beiden mit im Mittelpunkt, die sich nach und nach hin zu einer loyalen Freundschaft entwickelt. Deutlich inszeniert wird das unvorstellbare Leid der Familie. Gleichzeitig rücken mehr und mehr politische Intrigen in den Fokus der Geschichte. Drei Erzählstränge, die mehr und mehr zusammen laufen. Am Ende wartet ein Schock. The Killing ist eine von den Guten.

The Fall – Tod in Belfast

Die Serie wartet ebenfalls mit einer starken und überzeugenden weiblichen Hauptprotagonistin auf. Stella Gibson wird aus London als ermittelnde Leiterin zu einer Reihe von Mordfällen nach Belfast beordert. Auffallend kühl wird sie inszeniert, unabhängig, ein Mensch, der nur selten seine Schwächen zu zeigen vermag, wenn überhaupt. Ihr Gegenspieler ist Paul Spectre, liebender Familienvater und brutaler Frauenmörder. Im Laufe der Serie kreisen sie immer mehr umeinander herum, es entwickelt sich eine beinahe symbiotische Beziehung zwischen den beiden. Im starken Kontrast zu seinen grausamen Taten, kommt man Paul Spretre dabei näher als Stella Gibson. Und in diesem atemberaubenden Tanz der beiden kommen auch die Geschichten der Opfer nicht zu kurz. Verstörend und hypnotisch gleichzeitig, fühlt man sich manchmal selber als Voyeur ertappt.

Broadchurch

Die britische Serie spielt in einem kleinem Küstenort im Südwesten Englands. Hauptstadtkommissar Alec Hardy kommt in die verschlafene Kleinstadt und ermittelt fortan mit Kollegin Ellie Miller den Tod eines elfjährigen Jungen. Die ersten beiden Staffeln befassen sich mit dieser Zäsur in dem Leben der Familie, aber auch in der Dorfgemeinschaft selbst. Bald wird jeder verdächtigt, das Vertrauen zerrinnt, die Familie zerbricht. Im Laufe der Handlung werden die Ereignisse die zum tragischen Tod des Jungen führen, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, bis am Ende die schreckliche Wahrheit lauert. Die wunderschöne englische Landschaft steht dabei im Kontrast zum Leid dieses Ortes.